Endlich der Bart ab: Donovan hört mit 6. US-Titel auf

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Landon Donovan (r) holte sich zum Karriereende mit Los Angeles Galaxy den MLS-Titel. Foto: CJ Gunther

Carson (dpa) - Es war ein Abschied wie in einem Hollywood-Streifen. Mit seinem sechsten Meistertitel in der Major League Soccer (MLS) hat Landon Donovan die Fußball-Bühne verlassen und bei seinem Goodbye einen letzten Rekord aufgestellt.

Durch den 2:1-Heimsieg nach Verlängerung mit seiner Los Angeles Galaxy gegen die von Jermaine Jones angeführte New England Revolution machte der 32-Jährige das halbe Dutzend Meisterschaften voll.

In der 19-jährigen Geschichte der nordamerikanischen Profiliga hat nicht nur niemand mehr Tore geschossen und vorbereitet, sondern auch keiner mehr Championships gewonnen als Landon Timothy Donovan.

"Ich bin unseren Jungs dankbar, sie haben bis zum Schluss alles gegeben, um den knappen Vorsprung zu verteidigen. Und ich bin froh, jetzt endlich meinen Bart abrasieren zu können", sagte ein sichtlich erschöpfter Donovan. Gut gelaunt erschien der Kalifornier auf der Pressekonferenz - und sorgte kurz für Verwirrung.

Er habe bewusst bis zum Ende der Pressekonferenz gewartet, aber jetzt wolle er mitteilen, dass er zurückkomme. Noch bevor die Medien-Menge diesen Satz verarbeiten konnte, ergänzte Donovan jedoch mit einem schelmischen Grinsen, dass er nur Spaß mache.

Ganz und gar nicht zum Lachen war Jermaine Jones zumute. Den Blick auf den Fußboden der Gästekabine gesenkt, rang der gebürtige Frankfurter nach Worten. Es sei ein offenes, ausgeglichenes Match gewesen, befand der 33 Jahre alte US-Nationalspieler. New England habe dem Favoriten einen guten Kampf geliefert, sei aber letztlich für die zu hohe Anzahl eigener Fehler bestraft worden, so Jones.

Vor 27 000 Zuschauern im ausverkauften StubHub Center von Carson hatte Gyasi Zardes die kalifornischen Gastgeber mit 1:0 in Führung gebracht (52. Minute). Chris Tierney gelang der Ausgleich (79.). Irlands Nationalstürmer Robbie Keane nutzte dann in der 111. Minute eine Unachtsamkeit der Gäste und schoss das Siegtor für Los Angeles.

Galaxy gewann damit zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den MLS-Titel; New England verlor als erstes Team im nordamerikanischen Profisport auch das fünfte Finale und wartet weiterhin auf den Gewinn der ersten Meisterschaft.

Von einem echten Abschied wollte Donovan nichts wissen. Dies sei nur das Ende seines sportlichen Kapitels, betonte der Rekordtorschütze der Liga und der US-Nationalmannschaft. Er werde, so Donovan, auch künftig der MLS treubleiben. "So sehr mir Fußball auch Spaß macht, so sehr freue ich mich darauf, ab morgen nicht mehr trainieren zu dürfen", meinte Donovan. Das Endspiel war nicht nur für ihn etwas Besonderes, sondern auch für Galaxy-Verteidiger Robbie Rogers.

Dessen Karriere war eigentlich im Februar 2013 vorbei. Damals war er bei Leeds United entlassen worden und hatte anschließend seine Homosexualität öffentlich gemacht. Aus Angst vor einem Spießrutenlauf vor Medien und Fans erklärte Rogers im Alter von 25 Jahren seine Laufbahn für beendet. Im Mai 2013 gab er jedoch sein Comeback im Trikot von Galaxy und ging als erster aktiver offen Schwuler in die Geschichte des nordamerikanischen Profisports ein.

"Ich bin jetzt ein komplett anderer Mensch. Es war eine komplizierte, aber verblüffende Reise", sagte Rogers. Er hatte bereits 2008 mit Columbus Crew die MLS-Meisterschaft gewonnen. Damals habe er sich nicht richtig freuen und den Erfolg nicht genießen können, sagte er. Diesmal hingegen umarmte er Trainer Bruce Arena und Präsident Chris Klein. "Ich habe ihnen dafür gedankt, dass sie mich zum Team geholt und an mich geglaubt haben. Ohne sie wäre ich heute nicht hier."

Interview Jermaine Jones

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