Viele Fans sauer

Empörung über EM-Plakate

Wien - Mit großen Werbeplakaten, die in ganz Österreich hängen, sorgt ein Wettanbieter bei vielen Deutschen für Empörung. "Zum ersten Mal beschweren wir uns", erklärt ein Fan.

Die Voodoo-Puppe prangt auf großen Werbeplakaten in ganz Österreich. In der Puppe stecken Nadeln - eine davon in der großen Deutschlandfahne mitten auf dem weißen Fußballtrikot.

Zur Werbekampagne eines Internet-Wettanbieters gehören auch Zeitungsbeilagen und ein Fernsehspot. Dort sinkt der deutsche Elfmeterschütze im Spiel gegen Holland verletzt zu Boden, nachdem ein Zuschauer vor dem Fernseher seine Nadel in die Puppe gestochen hat. In Österreich lebende Deutsche sind empört und beleidigt.

Unter Fußballfans ist die Werbung derzeit Dauerthema. Auf der Internetseite des österreichischen Werberats häufen sich die Beschwerden. „Dass insbesondere bei Fußball EM und WM mehr oder weniger starke Abneigung und Hass entgegenschlägt, sind wir leider schon gewohnt und fühlen uns abgehärtet“, schreiben Ralf Balonier und seine Familie. „Die aktuelle Werbekampagne schlägt aber alles und zum ersten Mal beschweren wir uns über die offene Diffamierung vieler deutscher Mitbürger in A.“ Andere Beschwerden klingen ähnlich aufgebracht.

Seine Entscheidung will der österreichische Werberat am Dienstag fällen. Der Wettanbieter Bet-at-home war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In Deutschland läuft eine ähnliche Werbung, hierzulande trägt die Puppe ein niederländischen Trikot. Eine einzelne Beschwerde habe es gegeben, hieß es beim Deutschen Werberat. Der Vorwurf: Die Anzeige sei ein Aufruf zur Gewalt. Der Werberat werde nicht einschreiten, denn die Bürger könnten sehr gut einschätzen, dass das als Gag gemeint sei, sagte Sprecher Volker Nickel am Freitag auf dpa-Anfrage.

dpa

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