Er pfeift Deutschland gegen Holland

Dieser EM-Schiedsrichter ist Multi-Millionär

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Jonas Eriksson.

Charkow - Wenn Deutschland am Mittwoch auf die Niederlande trifft, stehen 23 Millionäre auf dem Platz. Neben den Fußballspielern besitzt nämlich auf der schwedische Unparteiische ein extrem dickes Bankkonto.

Sollten die Zuschauer beim zweiten EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch gegen die Niederlande (20.45 Uhr/ZDF) über die Leistung des einen oder anderen „Millionarios“ schimpfen, könnten sie damit ausnahmsweise auch den Schiedsrichter meinen. Schließlich hat der 38 Jahre alte Schwede Jonas Eriksson, der in Charkow sein EM-Debüt feiern wird, ein ähnlich dickes Bankkonto wie die Profis.

Eriksson betrieb mit zwei Geschäftspartnern eine Sportrechteagentur, an der er mit mehr als zehn Prozent beteiligt war. Diese Agentur wurde im Sommer 2007 von der französischen Unternehmensgruppe Lagardere für 750 Millionen schwedische Kronen (85 Millionen Euro) übernommen. Eriksson kassierte bei der Übernahme 6,7 Millionen Euro. Ans Aufhören hat er aber trotz des plötzlichen Reichtums nie gedacht. „Als Schiedsrichter lebe ich meinen Traum. Das ganze Geld hat nichts verändert. Das beste in meinem Leben ist immer noch, ein Fußballspiel zu leiten“, sagt der frühere Journalist, der 1994 mit dem Pfeifen angefangen hat.

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Vier Jahre später kam Eriksson zu seinem ersten Einsatz in der zweiten schwedischen Liga, 2000 stieg er in die Eliteklasse auf. Im selben Jahr pfiff Eriksson erstmals auf internationaler Ebene, 2002 wurde er FIFA-Schiedsrichter. In den folgenden Jahren kam Eriksson bei diversen Europapokalpartien zum Einsatz und leitete EM- sowie WM-Qualifikationsspiele.

Zu Wort meldete sich Eriksson zuletzt nach dem Selbstmordversuch des Bundesliga-Referees Babak Rafati. „Man sollte sich der Tatsache bewusst sein, was man anrichten kann, wenn man dem Schiedsrichter die Schuld gibt. Der Druck ist mitunter fast unerträglich und Kritik unser täglich Brot. Ich ermahne alle, mehr nachzudenken“, sagte Eriksson damals. Es sei heutzutage sehr einfach, Referees via Internet an den Pranger zu stellen, ergänzte Eriksson, der es außerdem „unnötig“ nannte, den schlechtesten Schiedsrichter einer Liga zu wählen. „Es gibt keinen Schiedsrichter, der nicht immer sein Bestes geben würde, und keiner von uns macht doch absichtlich etwas falsch. Wir sind eben auch nur Menschen.“

sid

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