EM-Kader: Nur drei Spieler fest gesetzt

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Die Konkurrenz in der deutschen Nationalmannschaft ist vor der EM 2012 sehr groß.

Düsseldorf - Bundestrainer Löw steht bei der Fülle an talentierten deutschen Spielern vor einem Luxus-Problem. Es wird auf fast allen Positionen Verdrängungskämpfe geben. Nur drei Spieler sind fest gesetzt.

Bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat acht Monate vor Beginn der EURO in Polen und der Ukraine der harte Kampf um die Stammplätze begonnen. Während Manuel Neuer seine Position im Tor mit Weltklasseleistungen gefestigt hat und auch Bastian Schweinsteiger sowie DFB-Kapitän Philipp Lahm aus der ersten Elf nicht mehr wegzudenken sind, finden auf allen anderen Positionen heftige Verdrängungswettbewerbe statt.

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Für Bundestrainer Joachim Löw ist das offenbar der reinste Luxus. „Ich bin froh, so eine Auswahl an guten jungen Spielern zu haben. Das Wort Stammspieler ist für mich ohnehin fast passe. Wichtig ist vielmehr, dass der Konkurrenzdruck die Mannschaft mit Blick auf das nächste Turnier natürlich noch viel stärker gemacht hat“, sagte Löw, der in seiner fünfjährigen Amtszeit bereits 48 Spielern das Debüt in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermöglicht hat.

Zuletzt in der Türkei durfte sich Jungstar Marco Reus von Borussia Mönchengladbach über sein erstes Länderspiel freuen, am Dienstag gegen Belgien stand der Deutsch-Türke Ilkay Gündogan von Meister Borussia Dortmund vor seiner Pflichtspielpremiere. Und wer weiß, wer sich in den kommenden Monaten in der Bundesliga und der deutschen U21 noch in den Vordergrund spielt.

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„Es rücken immer wieder Spieler nach, die Situation ist mit der vor der WM 2006 überhaupt nicht mehr zu vergleichen“, sagte auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, der insbesondere der Ausbildung der jungen Spieler in den Bundesliga-Leistungszentren Lob zollte: „Die Nachwuchszentren haben großen Anteil daran, dass die Spieler schon in jungen Jahren bestens ausgebildet und charakterlich einwandfrei zur Nationalmannschaft kommen. Das ist natürlich ein Vorteil im Duell mit den anderen Nationen.“

Das hat massive Auswirkungen auf den Konkurrenzdruck im deutschen Mittelfeld. Während im Angriff nur Mario Gomez von Bayern München und Miroslav Klose von Lazio Rom sowie mit Abstrichen der VfB-Profi Cacau um den freien Platz kämpfen, herrscht in der Zentrale ein überragendes Angebot. Beim 3:1 in Istanbul spielte im defensiven Mittelfeld das WM-Duo Schweinsteiger und Sami Khedira, wobei vor allem der Profi von Real Madrid bereits ein absoluter Wackelkandidat ist. Denn Toni Kroos von Rekordmeister Bayern München liegt derzeit mit Khedira mindestens auf Augenhöhe, zudem lauern Gündogan und der Leverkusener Simon Rolfes, falls Löw bei der EM überhaupt noch mit zwei defensiven Mittelfeldspielern agiert.

Denn aufgrund der Stärke der offensiven Mittelfeldspieler könnte Löw auch mit vier anstelle von drei Offensiven agieren. Real-Profi Mesut Özil und der Dortmunder Mario Götze sind fußballerisch fast schon zu gut, um einen der beiden auf die Ersatzbank zu setzen. WM-Torschützenkönig Thomas Müller überzeugt auf der Position des Außenflitzers. In Lukas Podolski und Andre Schürrle stehen zwei weitere offensive Mittelfeldspieler parat, die ebenfalls Ansprüche auf einen Stammplatz anmelden können. Nicht zu vergessen Reus, der in Gladbach eine überragende Saison spielt und noch Potenzial nach oben hat.

Achillesferse bleibt allerdings weiterhin die Defensive - bis auf Lahm, der als Linksverteidiger unumstritten ist. Auf rechts deutet sich zunehmend die Variante mit Jerome Boateng an. Aber: In den vergangenen acht Spielen musste die Nationalmannschaft stets einen Gegentreffer hinnehmen, zudem gab es in den letzten 43 Spielen seit der EURO 2008 sage und schreibe 13 unterschiedliche Abwehrformationen mit zehn verschiedenen Innenverteidigern. So dürfen sich insbesondere die zentralen Verteidiger nicht zu sicher sein. Hummels und Mertesacker, Mertesacker und Badstuber oder Badstuber und Hummels - dort ist bis zur EURO noch alles offen.

SID

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