Effiziente Stuttgarter schlagen schwache Lauterer

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1. FC Kaiserslautern - VFB Stuttgart am Freitag  im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern: Shinji Okazaki (Stuttgart, l) und Florian Dick (Kaiserslautern) in Aktion.

Kaiserslautern - Einen Tag vor der Premiere der Komödie “Der Betze brennt“ im Pfalztheater von Kaiserlautern sahen 47.000 Zuschauer in der Fußball-Oper Fritz-Walter-Stadion nicht das erhoffte Bundesliga-Drama.

Der gastgebende 1. FCK unterlag in einem über weite Strecken langweiligen Flutlichtspiel dem VfB Stuttgart 0:2 (0:0).

Cacau erzielte in der 51. Minute die glückliche Führung für die keineswegs überzeugenden Gäste, Khalid Boulahrouz erhöhte in der 68. Minute auf 2:0: “Ich wusste einfach, heute muss von mir das Tor kommen - ich bin überglücklich, dass es passiert ist“, gab sich der Niederländer erleichtert. Der Ansturm der Lauterer, die vor einem Jahr bei dem mitreißenden 3:3 einen 0:3-Rückstand aufgeholt und dem Namen des Theaterstücks alle Ehre gemacht hatten, blieb aus. Diesmal sorgten nur ein paar zündelnde VfB-Fans für Feuer.

VfB mit hoher Effizienz

Von der Wucht und Gier, die der Lauterer Trainer Marco Kurz gebetsmühlenartig von seinen Spielern einfordert, war kaum etwas zu sehen. Vielmehr bestimmte Unwucht die Aktionen der Pfälzer wie die der Schwaben. Wirklich zwingende Aktionen waren Mangelware. Von Kreativität, die beide Mannschaften schon in den Spielen zuvor hatten vermissen lassen, kaum eine Spur. Immerhin überzeugte der VfB wie schon vor zwei Wochen beim Sieg in Freiburg mit hoher Effizienz. Das sah auch Kurz so: “Wir waren nicht die schwächere Mannschaft - aber Stuttgart war effizienter.“

Beide Trainer hatten im Vergleich zum letzten Spieltag die Anfangsformationen geändert. Bei den Gastgebern beorderte Marco Kurz zu Beginn Richard Sukuta-Pasu für Clemens Walch auf die rechte Mittelfeldseite. Weil offensichtlich doch nicht aller guten Dinge drei waren und die Stuttgarter am Samstag enttäuschend gegen den Hamburger SV 1:2 verloren hatten, stellte Bruno Labbadia erstmals seit dem fünften Spieltag wieder um. Tamas Hajnal im zentralen Mittelfeld, Pavel Pogrebnyak als Sturmpartner von Cacau und Linksverteidiger Artur Boka liefen für Christian Gentner, Zdravko Kuzmanovic und Cristian Molinaro auf.

Wenig zu sehen von der Stuttgarter Herrlichkeit

Wie schon vor zwei Wochen in Freiburg begann wegen der chaotischen Verkehrsverhältnisse ringsum das Stadion das Abendspiel erst mit zehnminütiger Verspätung. Auch damals war der VfB zu Gast. Ähnlich wie im Breisgau brauchten die Schwaben trotz des nach hinten gelegten Beginns im Fritz-Walter-Stadion wieder einige Anlaufzeit, dennoch hatten sie die erste gute Möglichkeit. Nach neun Spielminuten kam Shinji Okazaki an der Sechzehnmeterlinie aussichtsreich zum Schuss, doch er jagte den Ball Vollspann über das Tor. Das war es aber auch schon mit der Stuttgarter Herrlichkeit im ersten Durchgang.

Die Antwort der engagierteren Lauterer ließ nicht lange auf sich warten. In der 13. Minute hatte der ehemalige Stuttgarter Christian Tiffert die Führung auf dem Fuß. Der FCK-Kapitän erhielt von Oliver Kirch mustergültig den Ball in den Lauf gespielt, doch VfB-Torhüter Sven Ulreich verkürzte geschickt den Winkel und wehrte den Ball ab. Zwei Minuten später verfehlte Sukuta-Paso aus 20 Metern nur knapp das Ziel, und in der 20. Minute zeigte sich Ulreich bei einem Distanzschuss von Thanos Petsos auf dem Posten.

In der zweiten Halbzeit avancierte VfB-Abwehrmann Boulahrouz zum Matchwinner - und FCK-Linksverteidiger Leon Jessen zum Pechvogel. In der 51. Minute fälschte Jessen die scharfe Flanke des Niederländers so ab, dass Cacau in der Mitte vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten musste. In der 68. Minute gab Jessen dem von Boulahrouz getretenen Ball erneut eine entscheidende Richtungsänderung, so dass Lauterns Torhüter Kevin Trapp auf dem falschen Fuß erwischt wurde: 0:2. Auf der Gegenseite schaffte es Shechter nicht, aus elf Metern völlig frei Ulreich zu bezwingen.

dapd

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