Dynamo Dresden: "Haben unser Image versaut!"

Dresden - Die Klubspitze des Zweitligisten Dynamo Dresden hat mit Bedauern und Bestürzung auf die Ausschreitungen der eigenen Anhänger beim Pokalspiel in Dortmund reagiert.

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„Wir haben uns unser Image deutschlandweit versaut, das muss man so sagen“, sagte Klub-Präsident Andreas Ritter und kündigte Konsequenzen an: „So kann es auf keinen Fall weitergehen. Die Dortmunder haben uns gezeigt, wie man auch fair miteinander umgehen kann.“

Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz erklärte, man werde die Unterstützung der Fan-Kampagne „Emotionen respektieren, Pyrotechnik legalisieren“ gründlich überdenken. „Emotionen sind okay, aber das hat alles seine Grenzen. Das war einfach nur schrecklich, vor allem, was kurz vor Schluss passiert ist“, sagte Oppitz.

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Der Geschäftsführer wies jedoch auch daraufhin, dass man trotz aller Bemühungen die Gewalt von Einzelnen auch in Zukunft nicht gänzlich verhindern könne. „Scheinbar wird es leider von der Masse toleriert“, sagte Oppitz und fügte etwas hilflos an: „Ich weiß nicht, wie wir es schaffen sollen, diese gewaltbereiten Leute zu stoppen.“

Für den Verein hat die Randale seiner Fans ein Nachspiel. Der DFB ermittelt gegen den Zweitligisten. “Der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen“, bestätigte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Mittwoch.

Die Dresdener könnten empfindlich bestraft werden, denn ihre Anhänger gelten als Wiederholungstäter. Am Dienstagabend wurde während des Pokalspiels im Fanblock von Dresden eine Vielzahl von Pyrotechnik gezündet und auch Gegenstände auf das Spielfeld geworfen. Die Begegnung musste deshalb dreimal durch Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) unterbrochen werden. Polizeibeamte und Ordner wurden durch Straftäter aus den Blöcken der Dresdner Anhänger angegriffen.

Nach dem regulären Spielende randalierten mehrere Gewalttäter im Stadioninneren und beschädigten dort Verkaufsstände und Stadioneinrichtungen. Auch beim Abmarsch suchten die Straftäter laut Polizeibericht immer wieder gezielt die Konfrontation mit den Beamten. Zwei Polizisten wurden verletzt, 15 Dynamo-Randalierer inhaftiert.

Dynamo Dresden hatte schon in der Vergangenheit immer wieder wegen seiner gewaltbereiten Fans für Negativschlagzeilen gesorgt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte den achtmaligen DDR-Meister mehrfach zu Geldstrafen verurteilt und zuletzt mit einem „Geisterspiel“ gedroht. „Wir haben die Fans klar darauf hingewiesen, dass es für uns als Verein auch ein finanzielles Problem ist“, sagte Oppitz.

sid / dpa

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