Durchhalteparolen in Berlin - HSV ratlos

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Der HSV ist nach der Niederlage gegen Freibug mitten im Abstiegskampf.

Hamburg - In Hamburg und Berlin geht nach den Ergebnissen des Wochenendes die Abstiegsangst um. HSV-Coach Fink ist ratlos, Trainer-Dino Rehhagel übt sich in Durchhalteparolen.

Euphorie in München, Angst in Hamburg und Berlin. Unterschiedlicher könnte die Stimmung der Fußball-Fans in den drei größten deutschen Städten kaum sein. Mit dem 6:0 bei Hertha BSC setzte der FC Bayern seine imposante Jagd auf Spitzenreiter Dortmund fort und stürzte den wankenden Hauptstadtclub in noch größere Nöte. In ähnlich bedenklicher Form wie das chancenlose Team von Trainer Otto Rehhagel präsentierte sich auch der HSV. Nach der 1:3- Heimschlappe im Kellerduell mit dem SC Freiburg droht dem Bundesliga-Gründungsmitglied der erste Abstieg.

Wie schon in der Vorwoche sorgten die Bayern für das Highlight des Spieltages. Inspiriert durch das 7:1 gegen Hoffenheim und das 7:0 über Basel trumpfte der Rekordmeister auch in Berlin groß auf. “Jetzt sind wir wieder da“, kommentierte der dreimalige Torschütze Arjen Robben im Anschluss an das dritte berauschende Fußball-Fest mit insgesamt 20 Toren binnen acht Tagen. Der krönende Abschluss einer Festwoche bestärkte die Münchner in ihrem Glauben, den fünf Punkte entfernten BVB noch abfangen zu können. Zudem schossen sie sich für das schwere Pokal-Halbfinale am Mittwoch in Mönchengladbach warm.

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Ohne den Hauch einer Chance gingen die Berliner unter. Selbst bei den größten Optimisten schwindet der Glaube, dass die Mannschaft den zweiten Absturz innerhalb von zwei Jahren noch abwenden kann. Erstmals rangiert sie in dieser Saison auf einem direkten Abstiegsplatz. Auch der Rettungsplan von Rehhagel scheint nicht zu greifen. In seiner Verzweiflung setzte der neue Coach auf Durchhalteparolen: “Wir sind ja noch nicht abgestiegen. So lange es noch rechnerisch möglich ist, muss gefightet werden.“

Ähnlich düster ist das Klima beim HSV. Mit dem 1:3 gegen Freiburg setzte das heimschwächste Team der Liga die Talfahrt fort. Nach nur einem Punkt aus den vorigen fünf Spielen ist der Relegationsplatz lediglich zwei Zähler entfernt. In aller Eile flüchteten die Profis vor den wütenden Fans in ihre Autos. Trainer Thorsten Fink wirkte genauso ratlos wie sein Berliner Leidensgenosse Rehhagel: “Meine Qualität als Fußballer war schon immer die Ausdauer, und das werde ich jetzt auch als Trainer beweisen.“

Der Aufwärtstrend der bereits als Absteiger gehandelten Teams aus Freiburg aus Augsburg macht es den beiden Großstadtclubs im Kampf um den Klassenverbleib schwerer. Vor allem der lange Zeit belächelte Aufsteiger aus Augsburg scheint für den Endspurt gerüstet. Das stellte das Team von Trainer Jos Luhukay beim 2:1 über Mainz eindrucksvoll unter Beweis. Manager Andreas Rettig sprach euphorisiert von “übergroßen Punkten“ und “ganz großen Schritten“.

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Anders als am Tabellenende blieb an der Spitze alles beim Alten. Unbeeindruckt von der Münchner Aufholjagd behielt Titelverteidiger Dortmund beim 1:0 über Bremen die Nerven. Auf eine rauschende Party musste Torschütze und Geburtstagskind Shinji Kagawa jedoch verzichten. Mit Verweis auf das Pokal-Duell beim Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth verordnete Trainer Jürgen Klopp dem Japaner und dessen Mitstreitern Ruhe. “Wir haben am Dienstag ein schweres Spiel. Geburtstage kann man auch nachfeiern.“

Neben Dortmund und München verbuchte auch das dritte Spitzenteam der Liga am 26. Spieltag drei Punkte. Dank des 2:1-Erfolgs in Leverkusen kam Mönchengladbach der erhofften Champions-League-Teilnahme ein großes Stück näher. Der ansonsten eher zurückhaltende Trainer Lucien Favre sprintete im ersten Überschwang jubelnd über das Feld, um sich beim Siegtorschützen Igor de Camargo zu bedanken. “Das war Freude pur, die musste einfach raus“, kommentierte der Schweizer Fußball-Lehrer.

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