„Durcheinandergewürfelte Mannschaft“

Löw hat mit (DF)B-Auswahl keine Bedenken

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Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Ecuador zuversichtlich.

Miami - Bundestrainer Joachim Löw steht beim Länderspiel am Mittwoch gegen Ecuador gleich vor mehreren Problemen. Trotz widriger Umstände soll der Start der USA-Reise erfolgreich verlaufen.

Drückende Hitze, ein unangenehmer Gegner und eine bunt zusammengewürfelte (DF)B-Auswahl: Bundestrainer Joachim Löw steht vor dem ersten Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der USA-Reise am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ/ARD) in Boca Raton gegen Ecuador vor einer echten Herausforderung und einem komplizierten Personal-Puzzle, das er zum großen Teil jedoch schon löste.

Trotz aller Probleme blickte der 53-Jährige am Dienstag positiv nach vorne. „Wir werden eine sehr gute Mannschaft auf dem Platz haben, die mit aller Verbissenheit und Motivation an diese Aufgabe herangeht. Ich habe keine Bedenken und keine Angst vor dieser Begegnung. Wir werden sehr gut vorbereitet sein“, sagte Löw mit Bestimmtheit und sprach von einer „großen Verpflichtung“.

Zuvor hatte er aber auch darauf hingewiesen, „das es natürlich sehr schwer wird, weil wir eine völlig neue Konstellation und erst fünf, sechs Einheiten zusammen haben. Das ist wie bei einer neu zusammengestellten Vereinsmannschaft zum Start der Vorbereitung“, sagte der Bundestrainer vor der Partie gegen den Zehntplatzierten der FIFA-Weltrangliste, den er derzeit sogar stärker als WM-Gastgeber Brasilien einordnet. Ecuador habe „ganz große Qualität“ und sei „geradezu süchtig nach Zweikämpfen“.

Die extremen klimatischen Bedingungen mit Temperaturen um die 30 Grad und rund 80 Prozent Luftfeuchtigkeit machen die Aufgabe für das stark ersatzgeschwächte DFB-Team um 14.30 Uhr Ortszeit in Florida nicht einfacher. Trotzdem will „Deutschland II“ vier Tage nach dem beeindruckenden Champions-League-Finale „auch mit den Länderspielen wieder Highlights setzen“, betonte Teammanager Oliver Bierhoff, „nachdem der Fokus langsam wieder auf die Nationalmannschaft rückt“.

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Um keine Pleite zu erleben, „müssen wir bei diesen Temperaturen in erster Linie eine gute Organisation schaffen. Wir müssen defensiv gut stehen und dürfen uns möglichst wenig Fehler erlauben“, unterstrich Löw. Es sei zwar schwierig, die gewohnte Philosophie zu praktizieren, „das heißt aber nicht, dass wir nicht auch schnell nach vorne spielen wollen. Auch wenn wir einige Dinge vielleicht nicht 100 Prozent umsetzen, wichtig ist, dass wir Willen und Leidenschaft zeigen.“

Laut Bierhoff könne die DFB-Elf im FAU-Stadium, in dem rund 10. 000 Zuschauer erwartet werden, „nicht ständig anrennen. Da muss man auch mal den Ball halten und durchschnaufen.“

Angesichts der „ungewohnten Umstände“ (Löw) ist das zweite Duell gegen die robusten Südamerikaner für Torwart Rene Adler eine „große Herausforderung. Wir standen aber schon oft vor solchen Aufgaben und wir werden sie auch diesmal bewältigen“, meinte der HSV-Keeper. Ecuador sei zwar, „die klimatischen Bedingungen eher gewohnt, sie werden mit der ersten Elf spielen und sie werden total heiß sein: Aber wir wollen auch mit dieser sehr veränderten Mannschaft einen guten Jahresabschluss.“

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Das will auch Löw - doch der Bundestrainer will das nicht vorrangig von den Ergebnissen am Mittwoch und dann am Sonntag (20. 30 Uhr MESZ/ZDF) in Washington gegen die USA abhängig machen. „Wir wollen die zwei Spiele erfolgreich gestalten. Aber das Ergebnis ist nicht alleine entscheidend. Wichtig ist für mich in erster Linie, mit Blick auf die kommende Saison Erkenntnisse zu gewinnen. Wenn der ein oder andere Spieler auf dieser Reise den Sprung schafft, bin ich sehr zufrieden“, sagte Löw.

Den traut er besonders Angreifer Max Kruse (25) zu, der bei den bisherigen Einheiten auf der Anlage der Barry University einen starken Eindruck hinterließ. Da Routinier Miroslav Klose erst zum USA-Spiel anreist, bestreitet der künftige Gladbacher gegen Ecuador sein Debüt in der DFB-Auswahl.

Auf bereits acht Positionen legte sich Löw fest. Neben Kruse werden Benedikt Höwedes, Per Mertesacker, Heiko Westermann und Marcell Jansen in der Viererabwehr vor Torwart Adler agieren. Im defensiven Mittelfeld erhält Roman Neustädter neben Lars Bender ein Bewährungschance. Davor dürften der wiedergenesene Andre Schürrle, Draxler und Lukas Podolski erste Wahl sein.

Fakt ist, dass Löw eine Elf aufbieten wird, die in dieser Form noch nie zusammengespielt hat und auch nie mehr zusammenspielen wird. In seinem 19-Mann-Kader stehen in Mertesacker, Höwedes, Schürrle und Podolski nur vier Spieler, die zuletzt auch in den WM-Qualifikationsspielen regelmäßig Einsätze hatten.

Dazu kommen in Adler, Draxler, Westermann und Jansen vier weitere Akteure, die über etwas mehr Erfahrung verfügen. „Wir wissen, dass wir eine bunt durcheinandergewürfelte Mannschaft sind, aber wir machen uns keinen Druck. Verantwortung hat jeder, der spielt“, betonte Schalkes Jungstar Draxler (19).

Löw und Bierhoff wünschen sich ebenfalls, dass Spieler wie eben Draxler oder Schürrle, „die sonst nicht so im Mittelpunkt stehen, mehr in die erste Reihe rücken“. Erfahrung auf dem Platz zu haben, „ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Ich muss schauen, dass die Mischung stimmt“, meinte Löw.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung gegen Ecuador:

Adler - Höwedes, Mertesacker, Westermann, Jansen - Lars Bender, Neustädter - Schürrle, Draxler (Hunt), Podolski - Kruse. - Trainer: Löw

SID

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