Fortuna träumt und Raul drückt die Daumen

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Mit einem Remis am letzten Spieltag schaffte Düsseldorf die Relegation.

Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf träumt nach 15-jähriger Abstinenz von der Rückkehr in die Bundesliga. In der Relegation gegen Hertha geht es auch um eine Menge Geld. Edelfan Raul drückt die Daumen.

Raul streckte seine Arme in die Höhe und schickte ein Stoßgebet gen Himmel. Der spanische Superstar bedankte sich aber nicht für göttliche Unterstützung für Schalke 04 oder Real Madrid. Es ging ihm um Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer hatten sich gerade mit einem 2:2 (2:2) gegen den MSV Duisburg in die Relegation gezittert und können nun gegen Hertha BSC nach 15-jähriger Abstinenz die Rückkehr in die Bundesliga perfekt machen.

„Jetzt hat Fortuna gute Chancen auf den Aufstieg. Ich hoffe, sie schaffen das“, sagte Raul, der seit seinem Engagement auf Schalke mit seiner Familie in der NRW-Hauptstadt wohnt. Der Fußball-Weltstar wird auch am kommenden Dienstag beim Relegations-Rückspiel an selber Stelle den Rot-Weißen die Daumen drücken, die nach 5463 Tagen Pause wieder in die Beletage aufrücken könnten.

Das Hinspiel am kommenden Donnerstag im Berliner Olympia-Stadion (20.30 Uhr/ARD und Sky) wird er allerdings verpassen, da er mit Schalke auf Abschlussfahrt in New York weilt. Fortuna kann sich aber der Unterstützung von mehr als 50.000 Fans sicher sein. Am Montagmorgen brachen die Telefonleitungen der Geschäftsstelle im Stadtteil Flingern zusammen, vor dem Eingang bildeten sich Menschenschlangen. An der Arena standen Fans für Hinspiel-Tickets an.

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„Das ist der Wahnsinn! Wir könnten 100.000 Karten verkaufen. Wir sind noch nicht lang in der 2. Liga, wir haben schon so viel erreicht. Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe und Sahnehäubchen. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, wir haben endlich keinen Druck mehr“, sagte Fortuna-Präsident Peter Frymuth, der sich über 500.000 Euro Zusatzeinnahme freuen kann. Sollte die Rückkehr in die erste Liga gelingen, rechnet der zweimalige DFB-Pokal-Sieger (1979, 1980) sogar mit einem warmen Geldregen von zehn Millionen Euro durch TV- und Sponsorengelder.

So weit wollte Trainer Norbert Meier aber noch nicht denken. „Erst kommt noch Berlin. Wir fahren da nicht nur hin, um guten Tag zu sagen. Wir werden diese Bonusveranstaltung mit sehr viel Freude und Engagement bestreiten“, sagte Meier nach der nervenaufreibenden Partie gegen seinen Ex-Klub.

Kapitän Andreas Lambertz war nach der mäßigen Rückrunde seiner Mannschaft zunächst mal erleichert, dass der Traum von der Bundesliga lebt: „Es ist ein schönes Gefühl, dass wir es geschafft haben. Wir müssen uns jetzt gut vorbereiten, damit wir uns in Berlin eine gute Ausgangsposition erarbeiten.“ Verteidiger Assani Lukimya, der 2007 bei Herthas Amateuren aussortiert wurde und dessen Vertrag mit dem 1. FC Köln nach dem Abstieg der Geißböcke geplatzt ist, forderte: „Wir müssen jetzt die Kräfte bündeln. Wir fahren nach Berlin, um nicht zu verlieren.“

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Dass Düsseldorf für die Hertha ein schwerer Brocken wird, ist Berlins Trainer Otto Rehhagel, der 1980 mit der Fortuna den DFB-Pokal gewonnen hat, klar. „Für uns Herthaner werden das keine einfachen Spiele. Wir müssen noch einmal alles in die Waagschale werfen“, sagte „König Otto“, der sich auf der Tribüne in Düsseldorf reichlich Notizen gemacht hatte.

Auch Berlins Manager Michael Preetz, gebürtiger Düsseldorfer und ehemaliger Fortuna-Profi, warnte: „Die Entwicklung in Düsseldorf ist großartig. Sie haben ein fantastisches Stadion, sind traditionell heimstark und haben eine Mannschaft, die mit sehr viel Power und Offensivkraft spielt. Ein sehr unangenehmer Gegner.“

sid

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