Drogen im englischen Fußball: Enthüllung im TV

Berlin - Der englische Fußballverband FA soll den Drogenkonsum von einigen Profis verheimlicht haben. Das berichtete der britische Sender Channel 4 am Montagabend.

Einer der Spieler soll Garry O'Connor sein, der 2009/10 bei Birmingham City unter Vertrag gestanden hatte und in dieser Saison positiv auf Kokain getestet worden sein soll. Seine zweimonatige Sperre soll mit einer Verletzung zusammengefallen sein.

Nach dem Bericht sollen in den vergangenen Jahren weitere Spieler positiv getestet worden sein. Zudem konnten geplante Tests nicht durchgeführt werden, da die Spieler nicht erschienen waren. Channel 4 liegt nach eigenen Angaben eine Liste über Profis vor, die Drogen genommen haben sollen.

Die FA verteidigte indes ihre Anti-Doping-Politik. So werden die Namen von Spielern, die positiv auf Drogen wie Kokain oder Marihuana getestet werden, geheim gehalten. Selbst die Namen von Verurteilten mit Sperren bis zu sechs Monaten können unter der Decke gehalten werden.

Der englische Verband vertritt die Auffassung, dass mit dieser Vorgehensweise die Privatsphäre der Spieler gewahrt werde. Diese könnten somit leichter ihre Probleme lösen und die mögliche Abhängigkeit von Drogen bekämpfen.

David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), rät indes der FA, die Namen aller Spieler, die positiv getestet werden, öffentlich zu machen, unabhängig davon, ob Drogen im Spiel waren oder nicht.

sid

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