Dresden: "DFB-Urteil hat Grenzen"

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Trotz des Ausschlusses der Dresden-Fans durch den DFB, waren am Freitag Dynamo-Anhänger im Frankfurter Stadion.

Frankfurt/Main - Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden will sich nach den Ausschreitungen rund um die Partie der 2. Bundesliga bei Eintracht Frankfurt (0:3) am vergangenen Freitag keine Versäumnisse vorwerfen lassen.

„Beide Vereine haben alles getan, um dem Urteil des DFB gerecht zu werden. Die Reichweite eines solchen Urteils hat Grenzen“, sagte Dynamo-Pressesprecher Enrico Bach dem Sport-Informations-Dienst (SID).

„Karten wurden nicht an Fans aus dem Dresdner Postleitzahlengebiet verkauft. Trotzdem lässt sich nicht verhindern, dass Dynamo-Fans ins Stadion gelangen. Teilweise waren Karte auch vor dem Urteilsspruch schon verkauft worden. Aber im Stadion ist es ja friedlich geblieben“, sagte Eintracht-Sprecher Carsten Knoop auf SID-Anfrage. Zu den Ausschreitungen vor dem Stadion wollte sich der Verein, mit Verweis auf die laufenden Polizeiermittlung, nicht äußern.

Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte die Sachsen nach den massiven Ausschreitungen im Pokalspiel bei Borussia Dortmund am 25. Oktober 2011 (0:2) zu einem „Geisterspiel“ gegen den FC Ingolstadt sowie zum Ausschluss der eigenen Fans beim Spiel in Frankfurt verurteilt.

Trotzdem waren Dresdner Anhänger am Freitagabend ins Frankfurter WM-Stadion gelangt. Offenbar hatten die Anhänger der Gäste auf dem freien Markt Karten erworben und sich erst im Stadion als Dynamo-Fans geoutet. In Dresden waren keine Karten für die Partie verkauft worden.

Zuvor hatte Dynamo alle Anhänger aufgerufen, „ihren Verein gemeinsam dabei zu unterstützen, weiteren Schaden zu vermeiden“. Zudem hatte der Klub laut Bach „ein Public-Viewing als Alternativ-Veranstaltung organisiert. Mehr kann man von einem Verein nicht verlangen“.

Laut Polizeibericht war es bei der Begleitung von etwa 200 Dresden-Fans nach der Partie zur Haltestelle am Stadion zum Zusammentreffen der beiden Problemgruppen gekommen. Frankfurter Anhänger griffen demnach die Dresdner an, dabei wurden auch Flaschen und pyrotechnische Gegenstände auf die Einsatzkräfte geworfen.

An einem Streifenwagen wurden Scheiben eingeworfen. Während die Eintracht-Anhänger konsequent auf den Parkplatz Gleisdreieck zurückgedrängt werden konnten, wurden die Dynamo-Fans weiter zum Bahnhof begleitet. An der Station Niederrad sei es dann nochmals zu einem Angriff durch Eintracht-Rowdys gekommen, die eine mit Dresdner Anhängern besetzte S-Bahn angegriffen hatten.

SID

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