Mehr Stolz als Frust

Dortmund wertet Nullnummer als Erfolg

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BVB-Trainer Jürgen Klopp ist nicht frustriert.

Málaga - Es war eine Klasse-Vorstellung mit nur einem Makel: Der BVB traf im ersten Duell mit dem FC Malaga trotz bester Chancen nicht ins Tor. Deshalb muss am kommenden Dienstag im Rückspiel ein Sieg her, um im Halbfinale der Königsklasse zu stehen.

Der erste Frust war schnell verflogen. Schon auf dem Weg aus der Kabine zum Mannschaftsbus überwog der Stolz. Das 0:0 beim FC Malaga werteten die meisten Dortmunder Profis ungeachtet des fahrlässigen Umgangs mit selbst besten Möglichkeiten als Erfolg. „Bisher haben wir alle Heimspiele in der Champions League gewonnen. Das ist ein gutes Omen“, kommentierte Spielmacher Ilkay Gündogan mit Blick auf das Rückspiel, in dem der Revierclub am kommenden Dienstag den ersten Einzug in das Halbfinale der europäischen Königsklasse seit 15 Jahren perfekt machen kann.

Allerdings hätte die als einziges Team der Champions League noch ungeschlagene Borussia schon im ersten Duell mit dem Tabellen-5. der Primera Division alles klar machen können. Allein der abermals starke Mario Götze vergab gleich dreimal frei stehend vor dem gegnerischen Tor. „Das ist blöd gelaufen. Ich hätte der Mannschaft sehr helfen können“, klagte der Nationalspieler, schaute aber optimistisch nach vorn: „Am Dienstag habe ich 90 Minuten lang Gelegenheit, es wieder gut zu machen.“

Nur die Torausbeute der starken Dortmunder war mangelhaft. Zweimal scheiterte Götze an Málagas Keeper Willy Caballero. Beim ersten Versuch in der 14. Minute hatte Robert Lewandowski auf Höhe der Mittellinie vorgelegt. Doch Götze konnte den Schlussmann mit einem Flachschuss nicht überwinden. Nur vier Minute später bereitete Gündogan sehenswert vor: Aber wieder war der Keeper auf dem Posten. „Da fehlt dann wirklich die allerletzte Konsequenz, das Tor machen zu wollen“, meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Und selbst Lewandowski, Torgarant der vergangenen Wochen, versagten diesmal die Nerven. Kurz nach Wiederanpfiff vergab der Pole nach Vorarbeit von Götze die beste Chance. Dennoch gab sich BVB-Trainer Jürgen Klopp nachsichtig: „Es ist im Moment ein wenig verdrießlich. Bei der Klarheit im Abschluss hat meine Mannschaft das größte Entwicklungspotenzial. Aber ich sehe das nicht besonders daramtisch.“

Mit etwas Pech hätte die Borussia im lauten Estadio La Rosaleda auch die erste Niederlage im Wettbewerb kassieren können. Zwischendurch war es mir ein bisschen zu viel offener Schlagabtausch“, befand Sportmanager Michael Zorc ein.

Ein ums andere Mal musste BVB-Keeper Roman Weidenfeller sein ganzes Können aufbieten: Zuerst gegen Saviola (28.), dann gegen Weligton (42.). Den Kopfball des nach einer Gelben Karte im Rückspiel gesperrten Abwehrrecken konnte der Borussen-Keeper gerade noch klären. Und auch beim fulminanten Schuss von Isco in der Schlussphase der umkämpften Partie konnte sich der BVB auf Weidenfeller verlassen.

dpa

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