12 Punkte Rückstand zur Winterpause

Dortmund nutzt das Bayern-Ausrutscherchen

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Die Dortmunder holten gegen Hoffenheim drei lockere Punkte

Hoffenheim - Der deutsche Meister Borussia Dortmund hat das Unentschieden von Bayern München genutzt, um Punkte gut zu machen. Gegen Hoffenheim machte Schwarz-Gelb keine Kompromisse.

Nach dem versöhnlichen Hinrunden-Abschluss richtete der deutsche Meister Borussia Dortmund den Blick sofort auf das Fußball-Jahr 2013. „Es war wichtig, mit drei Punkten aus der Hinrunde rauszugehen. Wir haben aber acht bis zehn Punkte verschenkt. Das ärgert schon. Da können wir uns in der Rückrunde noch steigern, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte Nationalspieler und Geburtstagskind Mats Hummels (24) nach dem verdienten 3:1 (1:1)-Erfolg bei Krisenklub 1899 Hoffenheim.

Auch Marco Reus ist mit der Zwischenbilanz von 30 Punkten und Tabellenplatz drei nicht zufrieden. „Wir sind etwas anderes gewöhnt“, meinte der Nationalspieler angesichts zwölf Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München.

Angetrieben von einem überragenden Mario Götze, der bei seiner Auswechslung in der 89. Minute sogar Beifall der 1899-Fans bekam, steigerte sich der BVB besonders in der zweiten Halbzeit. „Das war eine Willensleistung. Da haben wir uns am eigenen Kopf aus der Scheiße gezogen“, sagte Trainer Jürgen Klopp, der besonders die Defensivarbeit seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten bemängelte. Die Tore von Götze (26.), Kevin Großkreutz (58.) und Robert Lewandowski (66.) stellten bei einem Gegentreffer von Sven Schipplock (35.) aber auf den Meistercoach zufrieden. Am Mittwoch wartet auf die Dortmunder noch das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Hannover 96.

Die Hoffenheimer haben während der schlechtesten Hinrunde der Klubgeschichte nur zwölf Punkte gesammelt und stellen die mit Abstand schlechteste Defensive der Liga. Die Kraichgauer, die nunmehr sechs Spiele in Folge verloren und nur einen Sieg in den zurückliegenden 12 Partien geholt haben, liegen nur drei Zähler vor den Abstiegsplätzen.

„Vielleicht können wir in der Winterpause mit der ein oder anderen Verstärkung nachlegen. Dann sind wir für den Abstiegskampf gewappnet“, meinte Tobias Weis. Der Kampf um den Klassenverbleib wird nach der Trennung von Markus Babbel am 3. Dezember wohl mit einem neuen Trainer angegangen werden. Manager Andreas Müller wird sich in den kommenden Tagen mit dem aus dem Urlaub zurückgekehrten Mäzen Dietmar Hopp und den drei Geschäftsführern beraten. Interimscoach Frank Kramer („Man kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen“) werden kaum Chancen eingeräumt, den Cheftrainerposten zu erben. Als Favorit gelten nach wie vor Marco Kurz und Friedhelm Funkel.

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Auch beim BVB sorgt eine Personalie für Wirbel. Laut dem Nachrichtenmagazin Focus soll der Abschied des polnischen Nationalstürmers Lewandowski zum Saisonende bereits beschlossene Sache sein - trotz eines Vertrags bis 2014. Zu den Interessenten sollen Manchester City, Inter Mailand und Juventus Turin gehören.

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena sahen in der Anfangsphase überlegene Dortmunder. Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw hatten aber die Hoffenheimer die erste gute Chance. Beim Kopfball von Kapitän Marvin Compper (17.) sah der zögerliche BVB-Torwart Roman Weidenfeller nicht gut aus.

Die Dortmunder bestimmten trotz dieser Szene weiter das Geschehen. Götze brachte die Überlegenheit der Gäste dann auch auf die Anzeigentafel. Beim sechsten Saisontor des Jungstars machte Hoffenheims Torwart Koen Casteels keine gute Figur. Drei Minuten später reagierte der Belgier gegen Lewandowski deutlich besser.

Die Gastgeber, bei denen Kapitän und Torwart Tim Wiese („Frank Kramer macht einen guten Job, und ich will in der Rückrunde wieder angreifen“) fehlte, konzentrierten sich fast ausschließlich auf die Defensive. Umso überraschender fiel der Ausgleich durch Schipplock, der bei seinem dritten Saisontor von der Vorarbeit Kevin Vollands profitierte.

Nach dem Seitenwechsel vergaben Marco Reus und Mats Hummels die großen Chancen zur erneuten Dortmunder Führung (53. und 54.) - wieder reagierte Casteels zweimal glänzend. Beim ersten Saisontor von Großkreutz nach Vorarbeit von Götze und Reus war der Torwart dann aber chancenlos. Lewandowski sorgte mit seinem zehnten Saisontor für die Entscheidung.

sid

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