Dortmund nach Zitterpartie im Pokalfinale

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In letzter Minute das Tor getroffen: Borusse Ilkay Gündogan.

Fürth - Borussia Dortmund darf dank eines Last-Minute-Treffers von Ilkay Gündogan weiter vom ersten Double der Vereinsgeschichte träumen.

Der deutsche Meister und Bundesliga-Tabellenführer zog mit einem verdienten, aber glanzlosen 1:0 (0:0)-Zittersieg nach Verlängerung beim Zweitliga-Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth ins Endspiel am 12. Mai in Berlin ein. Der Gegner wird am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF und Sky) im zweiten Halbfinale zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München ermittelt.

Das Tor des eingewechselten Gündogan in der 120. Minute besiegelte die fünfte Endspiel-Teilnahme des BVB und beendeten gleichzeitig die Hoffnungen der Franken in ihrem „Spiel des Lebens“ auf den großen Coup. Die Konzentration der Mannschaft von Trainer Mike Büskens gilt numehr dem Aufstieg ins Fußball-Oberhaus.

„Das war ganz, ganz schwer. Fürth hat eine tolle Mannschaft. Wir haben die Chancen nicht genutzt und uns das Leben schwer gemacht. Fürth hat den Torwart gewechselt und sich offenbar zwei Minuten zu früh auf das Elfmeterschießen gefreut. Dass dann so ein Ball noch ins Tor geht, das ist einfach geil. Der Endspielgegner ist mir egal, wir sind jedenfalls schon in Berlin“, meinte Trainer Jürgen Klopp überglücklich.

Nach 120 Minuten: Dortmund im Pokalfinale

Nach 120 Minuten: Dortmund im Pokalfinale

Es war die Phase, in der der zweimalige Pokalsieger (1965 und

Sein Fürther Kollege Mike Büskens ergänzte: „Wir müssen jetzt getröstet werden. Die Mannschaft hat hervorragend gespielt. Wir hatten den amtierenden Meister eigentlich am Boden. Bitterer kann man nicht ausscheiden. Jetzt muss man aufstehen. Jasmin hält im Training perfekt Elfmeter, daher haben wir uns entschieden, ihn reinzubringen. Der Ball geht von seinem Rücken ins Netz, mehr Pech kann man nicht haben. Er wäre auch ein Kandidat als Schütze geewesen.“

Die Fürther bekamen bereits einen Eindruck von dem, was sie in Liga eins erwartet. Beide Mannschaften suchten vor 15.500 Zuschauern in der ausverkauften Trolli-Arena den schnellsten Weg in die gegnerische Hälfte, Strafraumszenen blieben jedoch zunächst Mangelware. Stattdessen prägten harte Zweikämpfe schon im Mittelfeld die Anfangsphase. Die erste Möglichkeit ergab sich schließlich für die Westfalen, als Robert Lewandowski (17.) im letzten Moment vom Fürther Heinrich Schmidtgal am erfolgreichen Torschuss gehindert wurde.

Es war die Phase, in der der zweimalige Pokalsieger (1965 und 1989) aus Dortmund allmählich die Kontrolle übernahm. Die Gastgeber tauchten nur gelegentlich in der Nähe des Strafraums auf, blieben aber ohne Ideen und Durchlagskraft. Wesentlich gefährlicher wirkten die Borussen mit ihren schnellen Angriffen. Doch fehlte es auch beim zweimaligen Cupsieger an der letzten Konsequenz.

Exemplarisch war die Szene in der 31. Minute, als Shinji Kagawa völlig freistehend nach einer Flanke von Lukasz Piszczek aus kurzer Distanz über das Tor köpfte. Am vergangenen Samstag hatte der Japaner noch per Kopf den Siegtreffer zum 1:0 gegen Bremen erzielt. Der BVB wurde immer stärker gegen leidenschaftliche kämpfende Fürther, die einige brenzlige Szenen vor der Pause mit Glück überstanden.

Mit hohem Kraftaufwand suchten beide Mannschaften die Vorentscheidung. Mit einer Glanzparade klärte Fürths Torhüter Max Grün einen Kopfball von Kevin Großkreutz (49.), wenig später verfehlte Kagawa das Tor erneut nur knapp. Die Begegnung wurde zum Spiegelbild der Partie am Samstag gegen Bremen, in der die Schwarz-Gelben ebenfalls hochkarätige Moglichkeiten in Serie vergaben.

Mitte der zweiten Halbzeit legten die Gastgeber zu und sorgten im Dortmunder Strafraum für einige Turbulenzen, so durch zwei Kopfbälle von Top-Torjäger Oliver Occean (61. und 78.), der das BVB-Gehäuse nur um Zentimeter verfehlte.

„Fürth spielt sensationell, absolut auf Erstliga-Niveau“, resümierte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc vor dem Beginn der Verlängerung. Zorc sah auch in der Verlängerung hochmotivierte Fürther und einen offenen Schlagabtausch, der an Dramatik zunahm. Die Entscheidung fiel durch einen Schuss von Gündogan aus 14 Metern an den Innenpfosten, von dem der Ball in den Rücken des eigens für den Fall des Elfmeterschießens eingewechselten Torhüters Jasmin Fejzic und anschließend ins Tor sprang.

Der Kanadier Occean und Schmidtgal waren die herausragenden Akteure einer Fürther Mannschaft, die den Borussen phasenweise auf Augenhöhe begegnete. Bei den Borussen ragten Nationalspieler Mats Hummels und Kapitän Sebastian Kehl heraus.

sid

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