Doping-Skandal bei Nordkorea - Harsche Kritik von Zwanziger

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Theo Zwanziger

Bochum - DFB-Präsident Theo Zwanziger hat empört auf den Doping-Skandal bei der Frauenfußball-WM reagiert und Nordkorea hart kritisiert.

„Dieser Vorfall unterstreicht den Eindruck von einem menschenverachtenden System in Nordkorea, in dem versucht wird, Sportler mit allen Mitteln zu Erfolgen zu führen. Erfolge, die dann für staatliche Propaganda missbraucht werden können“, sagte Zwanziger und fügte mit Blick auf die funktionierenden Kontrollen hinzu: „Es ist positiv zu bewerten, dass die Aufklärungsmechanismen der FIFA im Kampf gegen Doping offenbar funktionieren.“

Die beiden Nordkoreanerinnen Song Jong Sun und Jong Pok Sim wurden in der A-Probe auf ein anaboles Steroid der Gruppe S1B getestet und daher am Mittwochabend kurzfristig aus der Aufstellung für das letzte Gruppenspiel in Bochum gegen Kolumbien (0:0) gestrichen. Auf dem Spielberichtsbogen hatte „abwesend“ beziehungsweise „nicht spielberechtigt“ gestanden.

Der Weltverband FIFA bat nach dem Spiel die übrigen 19 Spielerinnen des nordkoreanischen Kaders zur Dopingprobe, wie es die Statuten vorsehen. Nach SID-Informationen hat die Mannschaft Deutschland am frühen Donnerstagmorgen bereits verlassen. Dennoch will der DFB laut Zwanziger weiter seinen Beitrag dazu leisten, dass ein politisches System wie in Nordkorea vor allem auch durch sportliche Begegnungen aufgebrochen wird.

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„Diesbezüglich sind wir durch unsere Bemühungen vor und während der Weltmeisterschaft sicher ein Stück weitergekommen. Das zeigen die humanitären Gesten der nordkoreanischen Regierung und die Einladung der US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft nach Nordkorea, die der nordkoreanische Sportminister nach dem WM-Spiel in Dresden ausgesprochen hat“, sagte Zwanziger.

Es war der zweite Dopingfall im Zusammenhang mit der WM-Endrunde. Die kolumbianische Nationaltorhüterin Yineth Varon war nach einer am 25. Juni in Leverkusen durchgeführten A-Probe, die ein positives Ergebnis erbrachte, früh abgereist. Laut Auskunft des kolumbianischen Verbandes FCF hatte die Spielerin dem Teamarzt eine Hormonbehandlung verschwiegen.

Die FIFA reagierte mit einer provisorischen Sperre, der Verband hat die Öffnung der B-Probe beantragt.

sid

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