Diskussionen um Robben: Hoeneß in Rage

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Uli Hoeneß hat sich mal wieder in Rage geredet.

München - Obwohl Bayern München seinem Traum vom großen Finale im eigenen Stadion einen kleinen Schritt näher gekommen war, redete sich Uli Hoeneß mal wieder in Rage.

Die Diskussionen um Superstar Arjen Robben brachten die „Abteilung Attacke“ gehörig in Fahrt. Das Thema überlagerte beim deutschen Fußball-Rekordmeister sogar die Freude über den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League und den starken Auftritt von Franck Ribery.

„Das geht mir auf den Sack, dass man so einen Weltklassespieler infrage stellt. Das lassen wir nicht zu, und da werde ich Theater machen. Wir brauchen Arjen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er zu alter Stärke findet“, polterte der Bayern-Präsident nach dem 3:1 (2:0) gegen den FC Villarreal mit hochrotem Kopf.

Auch wenn sich die von Ribery und Toni Kroos angeführten Bayern schon vor dem letzten Spieltag Platz eins in der „Mördergruppe“ A ohne Mühe sicherten und ihr Minimalziel auf dem Weg zum Endspiel der Königsklasse am 19. Mai 2012 souverän realisierten, war das Thema Robben allgegenwärtig. Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war über die Debatten, die nach dem 0:1 gegen Dortmund zum wiederholten Male in dieser Saison aufgekommen waren, verärgert. „Wir wissen, was wir an Arjen haben. Er war acht Wochen verletzt. Das darf man nicht vergessen“, sagte Rummenigge.

Heynckes hat Luxus-Probleme

Trainer Jupp Heynckes musste dennoch seine Maßnahme verteidigen, den Niederländer nach langer Verletzungspause erneut von Beginn an aufgeboten zu haben. „Für ihn ist Spielpraxis sehr wichtig. Ich glaube schon, dass Arjen in den nächsten Wochen wieder ein wichtiger Spieler für uns wird“, meinte Heynckes.

Für den Bayern-Coach ergeben sich aber durch die Rückkehr von Robben, der „sehr mannschaftsdienlich“ gespielt habe, einige (Luxus-)Probleme. Gegen Villarreal musste Nationalspieler Thomas Müller erstmals in dieser Saison auf die Bank. Heynckes nannte dies eine „natürliche Rotation“, aber Müller sei „absoluter Stammspieler“.

Müller ist neben Robben, Ribery und Kroos jedoch einer von vier Hochkarätern, die Heynckes für die drei Plätze im offensiven Mittelfeld hinter Torjäger Mario Gomez zur Verfügung stehen. Gegen Dortmund umging Heynckes die Problematik, indem er Kroos als „Sechser“ aufbot. Gegen Villarreal rückte der aber wieder für Müller ins Offensivzentrum. Wer am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) im Bundesligaspiel bei Mainz 05 erste Wahl sein wird, ließ Heynckes offen.

Für Robben selbst war vor allem wichtig, dass er die jüngsten Belastungen ohne Beschwerden überstand. „Es ist noch nicht top. Aber alles wird besser. Ich habe ein gutes Gefühl“, sagte der 26-Jährige, der zwar im Gegensatz zu seinem Comeback eine leichte Steigerung zeigte, aber noch weit von seiner Bestform entfernt war. Dennoch meinte Gomez, „dass es gut ist, dass Arjen wieder dabei ist“.

Überhaupt könne der FC Bayern „stolz und glücklich sein, dass wir in dieser Mördergruppe so souverän aufgetreten sind“, ergänzte der Stürmer, der bereits seinen sechsten Saisontreffer in der Champions League zum 2:0 der Münchner (23.) erzielte.

Volle Konzentration auf ManCity

Auch Sportdirektor Christian Nerlinger war bemüht, die positiven Dinge hervorzuheben. Er sprach von einer „Riesenleistung“ und einem „Riesenvorteil, weil uns die anderen Gruppenersten im Achtelfinale nicht im Wege stehen“. Heynckes lobte einen „souveränen Durchmarsch“ und stellte heraus, „dass wir im Achtelfinale nun erst ein Auswärtsspiel haben. Das war immer unser Bestreben.“

Dass sich der FC Bayern zum 14. Mal für das Achtelfinale der Champions League qualifizierte, daran bestand vor 66.000 Zuschauern gegen ein schwaches Villarreal früh kein Zweifel. Vor allem der bestens aufgelegte Doppeltorschütze Ribery (3./69.) und der kreative Kroos sorgten bei winterlichen Temperaturen für einigen Zauber.

So können die Bayern dem letzten Gruppenspiel am 7. Dezember bei Manchester City gelassen entgegensehen. „Das erspart uns vor Weihnachten eine Menge Nervenkitzel“, sagte Hoeneß. Dennoch wies Rummenigge auf die Bedeutung der Partie für den FC Bayern hin: „Es gibt Punkte fürs Ranking und außerdem 800.000 Euro für einen Sieg. Wir werden nicht abschenken.“

sid

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