Naldo nach 485 Tagen zurück auf dem Platz

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Naldo (rechts) feierte in einem Tespiel sein Comeback.

Hamburg - Nach einer verletzungsbedingten Pause von 485 Tagen, ist Naldo bei einem Testspiel gegen den FC St. Pauli auf den grünen Rasen zurückgekehrt. Dem Verteidiger war die Freude am Comeback deutlich anzusehen.

AC/DC's „Hells Bells“ dröhnten traditionell durch das Hamburger Millerntorstadion, aber Naldo fühlte sich eher wie im siebten Fußball-Himmel. „Dieser Tag wird immer etwas Besonderes für mich sein. Es war eine schwere Zeit, doch jetzt ist sie vorbei“, sagte Werder Bremens schmerzlich vermisster Innenverteidiger und konnte gar nicht mehr aufhören zu strahlen vor lauter Glück.

485 Tage lang hatte eine langwierige Knieverletzung den Brasilianer außer Gefecht gesetzt. Ohne den kopfballstarken Abwehrspieler schlidderten die Hanseaten in der vergangenen Saison in ihre größte sportliche Krise unter Trainer Thomas Schaaf und mussten über Monate hinweg um den Klassenerhalt bangen. Nun drängt es den Südamerikaner zurück ins Team, sein Einstand waren 57 Minuten Einsatzzeit im Testspiel beim FC St. Pauli (5:4).

Zwar hatte der 28-Jährige nach eigenem Bekunden „im Spiel überhaupt nicht mehr an das Knie gedacht“, doch das Bremer Gastspiel beim Zweitliga-Tabellenführer offenbarte doch, dass Naldo noch längst nicht bei 100 Prozent ist. Die alte Dynamik war noch nicht da und beim ersten Gegentor durch den Ex-Bremer Kevin Schindler (25.) half er mit einem Stellungsfehler kräftig mit.

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Dies war Naldo auch nicht entgangen, obwohl rund 800 mitgereiste Fans den Freistoßspezialisten lautstark unterstützten und nahezu jeden seiner Ballkontakte bejubelten: „Bis zur Bundesliga wird es noch ein bisschen länger dauern, aber ich stehe bereit und komme mit jeder Trainingseinheit näher ran.“ Für das Bremer Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den SC Freiburg ist der Ex-Nationalspieler jedoch noch keine ernsthafte Alternative für die Startelf.

Was Naldo auch selbst am besten weiß, denn Schaaf ist kein Coach, der zu Schnellschüssen neigt. Schließlich hat man sich gut kennengelernt in sechs gemeinsamen Jahren, mittlerweile ist der 1, 98 Meter lange Defensivspieler nach dem Abschied von Torsten Frings der dienstälteste Werder-Profi, zusammen mit Torhüter Tim Wiese.

Und so verbarg Schaaf seine sicherlich vorhandene Freude über die Rückkehr Naldos im Inneren und war nach der Partie darauf bedacht, seinen Schützling nicht mit zu hohen Erwartungen unter Druck zu setzen: „Man konnte sehen, dass da noch ein bisschen fehlt, dass er noch nicht ganz frei in seinen Bewegungen ist. Das eine oder andere war noch etwas zaghaft. Wir haben ja auch eine Fürsorgepflicht, den Jungen wieder richtig aufzubauen.“

Die Teamkollegen jedenfalls wollen ihn wieder schnell integrieren und boten ihm beim Freundschaftskick in Hamburg schon einen Foulelfmeter und einen Freistoß zur Ausführung an. Aber in der nahen Zukunft will sich der schussgewaltige Naldo zuallererst auf sein defensives Kerngeschäft konzentrieren: „In erster Linie bin ich nun mal Innenverteidiger, das ist mein Job.“

SID

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