DFL-Chef: „Spanien ist kein Vorbild“

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Christian Seifert

Köln - DFL-Chef Christian Seifert findet, dass die Fußball-Bundesliga die Primera Division "in vielerlei Hinsicht überholt" hat. Sie sei "definitiv kein Vorbild".

„Im Financial Fairplay allemal, einige Klubs stehen dort vor der Insolvenz. Auch wenn es um die Anstoßzeiten und die Androhungen von Streiks geht, will ich mit der Primera Division nicht auf Augenhöhe sein“, sagte Seifert der Bild.

Für Seifert „wäre es schön“, wenn Topstars wie Messi und Ronaldo in Deutschland spielen würden. Den Klubs der Bundesliga fehle aber „die Bereitschaft, 100 Millionen zu zahlen und sich zu verschulden. Und das ist gut so. Spanien ist für uns definitiv kein Vorbild. Die Nationalmannschaft und die Klubs sollten Spanien nicht zu einer Übermannschaft oder Überliga machen. Andere zu kopieren, ist immer gefährlich. Wir müssen unseren eigenen Weg finden und gehen.“

Für den künftigen Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seien DFL und DFB gefordert: „Liga und DFB müssen Hand in Hand gehen, angefangen bei der A-Nationalmannschaft hin zu den Nachwuchsteams und den Leistungszentren“, sagte Seifert. „Denn weder ein Nationaltrainer noch die Trainer der U-Mannschaften können in den wenigen Tagen, in denen sie die Nationalspieler um sich haben, aus technisch und taktisch limitierten Spielern einen Iniesta machen.“ Die Kärrnerarbeit könne nur in der Bundesliga und ihren Leistungszentren stattfinden.

Seifert sprach sich für eine gemeinsame Aufarbeitung aus. „Natürlich besteht nach dem EM-Aus eine Unzufriedenheit“, meinte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Deshalb müssen wir alle relevanten Themen umfassend und ehrlich diskutieren. Und das am besten hinter verschlossenen Türen.“

SID/dpa

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