Bis zur Spielzeit 2016/17

Bundesliga-Konferenz weiter im ARD-Radio

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Sabine Töpperwien ist seit vielen Jahren Hörfunkreporterin.

Frankfurt/Main - Die populäre Bundesligakonferenz läuft auch künftig im ARD-Radio: Nach langem Wettbieten hat sich der öffentich-rechtliche Sender gegen die Konkurrenz behauptet.

Der öffentlich-rechtliche Sender behält nach langem Wettbieten die Audiorechte der Deutschen Fußball Liga (DFL) - bis zu acht Millionen Zuhörer, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, verfolgen pro Spieltag die Samstagskonferenz. Neben dem Paket „Audio Broadcast“ sicherte sich die ARD für die Hörfunk-Berichterstattung auch das „Audio Erweiterungspaket“ für erweiterte Stadion-Zutrittsrechte bis zur Spielzeit 2016/17.

Über die Höhe der Lizenzgebühr wurde Stillschweigen gewahrt. Derzeit nimmt die DFL rund sieben Millionen Euro pro Saison für die gesamten Audiorechte ein, die ARD soll davon angeblich rund 6,5 Millionen Euro zahlen.

Allerdings ist davon auszugehen, dass der Verband wie bei den TV-Rechten über diesen Zeitraum (von 412 auf 628 Millionen Euro pro Saison) mit einem deutlichen Einnahme-Plus aus den Verhandlungen gegangen ist - zumal die DFL schon vor der erstmaligen Ausschreibung der Rechte von einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die ARD gesprochen hatte.

„Kaum ein Medium vermag es, Fußball so packend und so emotional zu vermitteln wie das Radio“, sagte WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz, der die Verhandlungen führte: „Die DFL hat das offenbar auch so gesehen. Gut, dass wir im Interesse unseres großen Publikums die bewährte Zusammenarbeit mit der Liga fortsetzen können.“ Die ARD berichtet seit der Gründung der Bundesliga 1963 aus den Stadien.

Im Wettbieten um die Internetrechte setzte sich Sport1 gegen den bisherigen Rechtehalter 90elf durch. Das Paket „Audio Netcast“ umfasst auch den Empfang über mobile Geräte (Smartphones, Tablet-Rechner). Dieses Paket enthält die komplette Übertragung der Spiele und die Möglichkeit der Konferenz - die ARD muss sich mit der ausschnittsweisen Berichterstattung über die Partien zufrieden geben. „Mit dem Erwerb der Audio-Verwertungsrechte Web und Mobile bauen wir unser digitales Portfolio weiter aus“, sagte Sport1-Chefredakteur und Programmchef Olaf Schröder.

Die Verantwortlichen des 90elf-Betreibers Regiocast Digital, welcher sich in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich im Markt etabliert hatte, äußerten sich enttäuscht. „Wir haben in den zurückliegenden Wochen gekämpft wie die Löwen, haben eine überzeugende Bewerbung abgegeben und sind bei unserem Gebot an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren gegangen“, sagte Geschäftsführer Florian Fritsche: „Wir können mit erhobenem Haupt vom Platz gehen auch wenn wir dieses Spiel verloren haben.“

Nicht Gegenstand der Ausschreibung waren die nicht-exklusiven Rechte für eine kurze Audio-Berichterstattung über ausgewählte Spiele. Diese werden im Nachgang mit interessierten Marktteilnehmern verhandelt. Die Klub-Rechte bleiben im bisherigen Umfang bestehen. Die erworbenen Rechte umfassen auch die Supercups und die Relegationsspiele für die Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17.

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SID

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