DFB-Team droht bei EM eine Hammergruppe

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Mit Spanien, Schweden und Frankreich in einer Gruppe? Joachim Löw würde da wohl schwer schlucken müssen.

Hamburg - Die Qualifikation für die EM hat Joachim Löws Truppe längst geschafft - bei dem Turnier droht ihr eine Hammergruppe. Lesen Sie mal, auf welche Gegner Jogis Jungs schlimmstenfalls treffen könnten.

Teststopp für Joachim Löw: Nach dem Jahresausklang gegen die Niederlande muss der Bundestrainer über drei Monate bis zum nächsten Länderspiel gegen Ex-Weltmeister Frankreich warten. Für den 51-Jährigen steht vor der langen Winterpause aber noch eine weitere wichtige Dienstreise in die Ukraine an. Am Abend des 2. Dezember erfährt Löw endlich, mit welchen Gruppengegnern es die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 in Polen und der Ukraine zu tun bekommt.

“Jetzt warten wir die Auslosung ab, damit wir alles Weitere, unter anderem auch die Verpflichtung der letzten beiden Länderspielgegner, im Detail planen können“, sagte Löw. Die Anspannung bei der Zeremonie im Endspielort Kiew wird groß sein, auch wenn die Sportliche Leitung Gelassenheit vorgibt. “Natürlich wünscht man sich eine gute Gruppenauslosung“, erklärte Teammanager Oliver Bierhoff, “aber wir machen uns da relativ frei von Wünschen. Wir können jeden schlagen.“

Auch Löw und Bierhoff wissen jedoch, dass schon die Vorrunde zur Stolperfalle werden kann. Deutschland ist kein gesetzter Gruppenkopf und muss darum auf das traditionelle Losglück hoffen. Möglich ist eine Hammergruppe mit Welt- und Europameister Spanien, Schweden und dem früheren Titelträger Frankreich. Da wäre es Löw wohl lieber, in eine Staffel mit einem der beiden Gastgeber, Polen oder Ukraine, sowie Griechenland und Irland gelost zu werden.

“Eine Europameisterschaft ist in vielen Bereichen schwieriger als eine Weltmeisterschaft“, sagte Löw zur Leistungsdichte: “Von den Top 12 der UEFA-Rangliste haben sich zehn für die Endrunde qualifiziert.“ Kroatien und Portugal könnten in den Playoff-Spielen am Dienstagabend das Dutzend sogar vollmachen - die Deutschland-Gruppe könnte dann zum Beispiel auch mit Holland, Kroatien und Frankreich besetzt sein.

“Gegen wen wir kommen, ist uns im ersten Schritt egal“, bemerkte Bierhoff zu den Konstellationen zwischen Hammer- und Traumgruppe. “Es kann vielleicht auch gut sein, dass man mit stärkeren Gruppengegnern besser ins Turnier kommt“, spekulierte der Manager in Hamburg und betonte selbstbewusst: “Wir können jeden schlagen.“

Löw und Bierhoff wünschen sich vor allem, nicht in die Gruppen B oder D gelost zu werden. Dann müsste die Nationalmannschaft zu allen drei Vorrundenspielen aus dem schon gebuchten Quartier im polnischen Danzig jeweils strapaziöse Reisen in die ukrainischen Spielorte in Kauf nehmen. “In dem Moment sind eben drei Flugreisen zu organisieren“, sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Die Punkteschnitt-Rangliste der deutschen Bundestrainer

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Schon beim Testspiel in Polen vor zwei Monaten hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Fünf-Sterne-Hotel Dwor Oliwski an der Ostsee fest bis zum Finale gebucht. “Dieses Quartier gefällt uns, weil es auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist“, begründete Löw damals in Danzig die Wahl der Herberge. “Es konnte kein Thema sein, erst die Auslosung abzuwarten“, erläuterte Niersbach. Auch die Vorbereitungscamps auf Sardinien und in Südfrankreich sind fix.

Bis Löw am 11. Mai mit seinem EM-Kader in die Turniervorbereitung startet, kann er nur noch einmal mit dem Nationalteam testen - am 29. Februar 2012 in Bremen gegen Ex-Weltmeister Frankreich. Es ist das letzte Länderspiel vor der Nominierung, die Löw unmittelbar nach dem letzten Bundesliga-Spieltag (5. Mai) vornehmen möchte.

“Es wird diesmal ganz einfach. Früher habe ich mir oft viele Gedanken gemacht, weil ich bei einigen Positionen nicht vollends überzeugt war“, sagte Löw. Jetzt herrscht für einige Planspiele sogar ein Überangebot. “Es wird einige Härtefälle geben“, kündigte der Bundestrainer an.

Schöner wohnen in Polen: Zu Besuch im deutschen EM-Quartier

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31 Akteure hat er in den 13 Länderspielen dieses Jahres eingesetzt und auf ihre EM-Tauglichkeit getestet. In dieser Größenordnung bezifferte der 51-Jährige auch den “Kreis von Spielern, die unsere Vorstellungen und Ansprüche erfüllen“. Schlusssatz Löw für 2011: “Es sind nicht mehr so viele Plätze frei im Kader.“

dpa

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