Sammer will nie mehr als Trainer arbeiten

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DFB-Sportdirektor Matthias Sammer schließt eine Rückkehr auf die Trainerbank kategorisch aus.

Frankfurt/Main - Für DFB-Sportdirektor Matthias Sammer ist eine Rückkehr auf die Trainerbank nicht mehr vorstellbar - weder in einem Verein, noch als Nachfolger von Joachim Löw.

„Ich habe überhaupt kein Interesse daran, noch mal als Trainer zu arbeiten. Der Job des Sportdirektors ist meine absolute Erfüllung. Ich habe ein paar Jahre dafür gebraucht, um das beurteilen zu können“, sagte der 44-Jährige der Bild am Feiertag.

Die Rolle, sich im Falle eines Ausscheidens von Bundestrainer Löw als möglicher Standby-Trainer bereitzuhalten, habe ihm „viele Schwierigkeiten“ bereitet. „Viele haben geglaubt, dass ich mich immer als künftigen Bundestrainer gesehen habe“, sagte Sammer. Dies sei aber nicht so. Vielmehr seien diese „Gedankenspiele“ aufgekommen, „damit der DFB nie wieder in personelle Nöte gerät, falls der Posten kurzfristig vakant werden sollte“, sagte er.

Indes hofft Sammer, dass Löw seine Arbeit noch möglichst lange fortsetzt. „Jogi macht einen hervorragenden Job. Er ist eine Konstante, hat der Mannschaft eine wunderbare Handschrift verpasst. Nein, Jogi muss so lange Bundestrainer bleiben, wie er möchte. Ich hoffe, sogar noch über 2014 hinaus“, sagte der Europameister und Europas Fußballer des Jahres von 1996.

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Auch im Gespräch mit dem Internetportal dfb.de nahm Sammer zu seiner Beziehung zum Bundestrainer Stellung: „Wir waren nie weit auseinander. Jogi und ich, wir sind beide erfolgsorientierte Menschen. Dennoch haben wir zu manchen Themen unterschiedliche Ansichten. Aber wir pflegen eine Diskussion, die zielführend sein muss und dadurch das Beste für den deutschen Fußball bringen soll.“

Generell sieht Sammer den deutschen Fußball auf einem guten Weg. „Wir brauchen unsere eigene Identität und haben unseren Fußball weiterentwickelt. Die Lücke, die Mitte des vergangenen Jahrzehnts zwischen uns und der Weltspitze klaffte, ist erheblich kleiner geworden“.

Dabei komme dem Einzug von Bayern München ins Champions-League-Finale am 19. Mai in der Allianz Arena gegen den FC Chelsea eine besondere Bedeutung zu: „Dass die Bayern das Endspiel im eigenen Stadion erreicht haben, ist ein starkes Signal für den Verein - aber vor allem auch für den gesamten deutschen Fußball. Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass zehn deutsche Nationalspieler im Halbfinale der Champions League auf dem Spielfeld standen.“

SID

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