DFB-Pokal: Gladbach wirft Hertha raus

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Berlins Pierre-Michel Lasogga und Mönchengladbachs Dante (r) kämpfen um den Ball.

Berlin - Mit einem umstrittenen Foulelfmeter hat Filip Daems Borussia Mönchengladbach ins Pokal-Halbfinale geschossen und die Träume von Hertha BSC vom ersten Endspiel im eigenen Stadion beendet.

Dem Tabellenvierten reichte im „Gefrierschrank“ Olympiastadion eine durchschnittliche Leistung und die Hilfe von Schiedsrichter Felix Brych zum 2:0 (0:0)-Sieg nach Verlängerung gegen engagierte, aber glücklose Berliner.

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Für hitzige Diskussionen sorgte die entscheidende Szene vor dem Tor in der 101. Minute. Hertha-Verteidiger Roman Hubnik hatte Gladbachs Stürmer Igor de Camargo im Strafraum nach Meinung des Münchner Unparteiischen eine Kopfnuss verpasst, der Belgier ließ sich spektakulär fallen. Hubnik sah für seine dumme Aktion die Rote Karte, Daems verwandelte den Elfmeter. Den zweiten Treffer erzielte der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Oscar Wendt in der Nachspielzeit der Verlängerung (120.+2).

„Ach, du großer Gott. Um Gottes Willen“, sagte Hertha Trainer Michael Skibbe beim Studium der TV-Bilder der umstrittenen Szene und konnte sich nur schwer im Zaum halten: „Was der Schiedsrichter da gepfiffen hat, war die Krönung. Hier waren 50.000 Mann im Stadion, keiner hat das gesehen. Unglaublich, unfassbar.“ So oder so: Auf Skibbe wird der Druck nach der vierten Pflichtspielniederlage unter seiner Leitung zunehmen.

Drei Tage vor dem Liga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen Schalke 04 beschränkte sich die Borussia vor 47. 465 Zuschauern auf konzentrierte Abwehrarbeit und gelegentliche Konter. Das allerdings reichte, um erstmals seit acht Jahren wieder das Halbfinale zu erreichen und vom vierten Pokal-Triumph zu träumen. Zuletzt hatten die Fohlen 1995 gegen Wolfsburg (3:0) den Cup gewonnen.

Die Hertha befindet sich dagegen weiter im freien Fall. Die Berliner, deren Amateure 1993 ein Finale im Olympiastadion spielen durften, können sich nach dem Pokal-K.o. zumindest auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren.

In einer insgesamt schwachen ersten Hälfte hatten die deutlich aktiveren Gastgeber die erste halbe Chance, als Roel Brouwers einen Schuss von Stürmer Pierre-Michel Lasogga blockte (18.). Auf der Gegenseite kam Patrick Herrmann nach einer Flanke von Tony Jantschke frei zum Kopfball, setzte den Ball aber deutlich neben das Hertha-Tor (21.).

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Nach gut einer halben Stunde kam Hertha immer besser ins Spiel. Rückkehrer Raffael traf mit einem 14-Meter-Schuss nur das Außennetz (30.), Lasogga scheiterte freistehend am glänzend reagierenden Marc-Andre ter Stegen (37.).

Nach der Pause hatte Hertha erneut mehr vom Spiel und nach gut einer Stunde auch die bis dato beste Chance. Ein Schuss von Peter Niemeyer klatschte an den Pfosten, ter Stegen wäre geschlagen gewesen.

Beim Kopfball von Felix Bastians hatte der Schlussmann dann allerdings keine Probleme (71.). Den Gladbacher Siegtreffer hatte der eingewechselte de Camargo 13 Minuten vor Schluss auf dem Fuß: Doch der Belgier legte sich den Ball zu weit vor. In der Verlängerung übernahmen zunächst die Gäste die Initiative. Bei der Hertha erhöhte sich die Fehlerquote. Die größte Chance zum Ausgleich vergab der eingewechselte Adrian Ramos, der aus 14 Metern deutlich über das Tor schoss (119.).

Bei Berlin überzeugten Lasogga und Niemeyer, während Gladbach in Dante und ter Stegen seine besten Spieler hatte.

Von Jörg Soldwisch und Thomas Wolfer

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