DFB-Pokal: Fortuna fordert großen Favoriten

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Fortuna Düsseldorf möchte den großen Favoriten Borussia Dortmund ärgern.

Düsseldorf - Kurz vor dem Fest werden 16 Vereine im Achtelfinale des DFB-Pokals noch einmal gefordert. Wer gewinnt, geht glücklich und zufrieden in die Winterpause. Ein Weihnachtsgeld von rund einer Million Euro wäre für alle ein willkommenes Zubrot.

Schon fast traditionell geht das erste Fußball-Halbjahr mit den Partien im DFB-Pokal-Achtelfinale zu Ende. Die 16 im Feld verbliebenen Vereine freuen sich nicht nur über das willkommene Weihnachtsgeld kurz vor dem schönsten Fest des Jahres, sondern kämpfen auch um einen erfolgreichen Ausklang 2011. Elf Erstligisten, drei Zweitligaclubs und Viertligist Holstein Kiel als letzter Underdog verfolgen das gemeinsame Ziel, mit dem Einzug ins Viertelfinale im lukrativen Pokalwettbewerb zu überwintern.

Die Topspiele steigen in Düsseldorf, wo die ambitionierte Fortuna an diesem Dienstag (20.30 Uhr/Sky und ZDF) den deutschen Meister Borussia Dortmund empfängt, sowie in Mönchengladbach am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD). Im Borussia-Park hat die Überraschungself von Lucien Favre Titelverteidiger Schalke 04 zu Gast. Eine reizvolle Partie zwischen den Bundesliga-Tabellennachbarn. Zuvor will der BVB das märchenhafte Fußball-Jahr mit dem Viertelfinal-Einzug krönen.

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

„Das Gefühl, mit dem wir in die Winterpause gehen, hängt ganz vom Dienstag ab“, sagte Abwehr-Ass Mats Hummels. Obwohl Trainer Jürgen Klopp zahlreiche Stammspieler ersetzen muss, verspricht Torjäger Robert Lewandowski, nochmals letzte Kräfte zu mobilisieren: „Wir werden uns zusammenreißen.“

Während Mönchengladbach am Sonntag einen glücklichen 1:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 feierte, präsentierte sich Schalke beim 5:0 gegen Werder Bremen mit dem dreifachen Torschützen Raúl in bestechender Form. Doch weil die Borussia erneut mit Marco Reus antreten kann und defensiv sehr kompakt steht, glaubt Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes an ein hartes Stück Arbeit: „Gladbach hat eine starke Mannschaft und steht verdient oben. Da müssen wir uns was einfallen lassen.“ Besonderes Prickeln verspricht auch das Frankenderby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth. „Ich erwarte einen Pokalfight ohne Abtasten“, betont „Club“-Coach Dieter Hecking vor dem Treffen mit dem starken Zweitliga-Team von Mike Büskens.

Nach Siegen über Energie Cottbus (3:0) und MSV Duisburg (2:0) fordern die Kicker aus der Handball-Hochburg Kiel nun den Erstligisten FSV Mainz 05 heraus. Die Euphorie beim Tabellenzweiten der Regionalliga Nord, für den in dieser Saison der Aufstieg in die 3. Liga Priorität hat, ist riesengroß. „Wir haben es geschafft, das Umfeld wieder für Fußball zu begeistern“, erklärt Manager Andreas Bornemann. Bislang haben die Holsteiner bereits gut eine Million Euro durch den Pokal eingenommen, mit dem Erreichen des Viertelfinals käme rund eine weitere Million hinzu. Damit hätte man bereits den kompletten Saison-Etat der Fußball-Abteilung gedeckt. Kiel wäre nach dem 1. FC Magdeburg (2000/2001) erst der zweite Viertligist, der seit Bundesliga-Bestehen das Viertelfinale erreicht.

„Wir wollen nach Berlin und dürfen Bochum nicht unterschätzen. Das werden wir auch nicht tun“, versichert Bayern Münchens Toptorjäger Mario Gomez vor der Partie beim wieder erstarkten Zweitligaclub VfL Bochum am Dienstag im seit Wochen mit knapp 30 000 Zuschauern ausverkauften rewirpower-Stadion. Dass man sich nach dem in allen Wettbewerben erfolgreichen Halbjahr die vorweihnachtliche Stimmung beim Herbstmeister nicht vermiesen lassen möchte, macht auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge deutlich: „Wir müssen Bochum schlagen. Dann gehen Mannschaft, Trainer und wir alle in den Urlaub.“

Tief im Westen fiebern die Fans dem Duell mit dem Rekordmeister entgegen. Zwar lief es für den Zweitliga-Neunten nach der in der Relegation gegen Gladbach knapp verpassten Bundesliga-Rückkehr vor allem zu Beginn der neuen Saison nicht gut. Unter Trainer Andreas Bergmann bewies der VfL zuletzt aber ansteigende Form. Dennoch wäre ein Sieg über die Bayern eine Sensation.

„In der aktuellen Verfassung der Bayern gewinnen wir vielleicht eins von 100 Spielen gegen sie“, sagt VfL-Mittelfeldspieler Christoph Kramer, fügt aber selbstbewusst hinzu: „Warum soll dieses eine Spiel nicht am Dienstag stattfinden?“ Womöglich nehmen er und seine Kollegen sich zu Herzen, was Vorstandsmitglied Frank Goosen schon als kleiner Fan auf der VfL-Tribüne lernte und gern in seinem Kabarett-Programm zum Besten gibt: „Die kochen auch nur mit Wasser, die Tiroler.“

dpa

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