DFB-Pokal: Bayern, Hertha und "Hoffe" unter Druck

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Holger Stanislwaski steht mit 1899 Hoffenheim unter Druck.

Stuttgart - Das Viertelfinale im DFB-Pokal bringt brisante Partien mit sich, allen voran der Süd-Schlager zwischen dem VfB Stuttgart und dem angeschlagenen FC Bayern. In Hoffenheim und Berlin ist der Druck nicht minder.

Jupp Heynckes macht den Bayern-Stars mit Worten Beine. Die Botschaft des Fußball-Lehrers vor dem Südgipfel der Münchner in Stuttgart ist unmissverständlich: Nach dem holprigen Rückrundenstart ist eine Pleite des Rekord-Pokalsiegers aus München beim VfB an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF und Sky) verboten. Heynckes redete „Tacheles“ und sprach Missstände „knallhart“ an.

Michael Skibbe und Holger Stanislawski sind noch mehr in Nöten. Der Null-Punkte-Auftakt der Hertha verdammt Skibbe gegen Borussia Mönchengladbach mit dem ehemaligen Berliner Coach Lucien Favre zum Sieg. Bloß keine Zweifel aufkommen lassen: „Mit einem Erfolg können wir beim Selbstbewusstsein eine große Portion drauflegen“, sagte Skibbe. Favre sieht seine zweite Rückkehr nach Berlin gelassen: „Dass es mein Ex-Club ist, ist mir egal“, meinte er schon nach der Auslosung. Im Bundesliga-Duell am 5. November gewann die Borussia im Olympiastadion 2:1.

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Stanislawski steht eine schwierige Situation bevor: Verliert 1899 Hoffenheim gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth, wird es im Kraichgau ungemütlich. Nach dem 2:2 in der Bundesliga gegen Augsburg hatte er „die Schnauze voll“ (Manager Ernst Tanner) von seinem Team. „Wir haben nicht miteinander gespielt und nicht füreinander gekämpft“, hielt der erboste Stanislawski im Anschluss an den dürftigen Auftritt fest.

Der Pokal als Ausweg aus Krisenlagen - Heynckes glaubt daran: „Ich habe vollstes Vertrauen zu meiner Mannschaft, zu den Spielern.“ Die Statistik spricht für einen Bayern-Sieg: Von den zurückliegenden sechs Pokalduellen mit Stuttgart gewannen die Münchner fünf (6:3, 5:1, 3:0, 3:0, 3:0). Letztmals unterlagen sie dem VfB im Achtelfinale am 9. November 1989 (0:3).

Der ehemalige VfB-Profi und frühere Bayern-Meistercoach Ottmar Hitzfeld sprach es auf der Homepage der Schwaben klar an: „Zurzeit steht der VfB mit dem Rücken zur Wand.“ In der Liga gelang dem Team von Bruno Labbadia siebenmal nacheinander kein Erfolg. Hitzfeld sieht trotzdem „eine große Chance“ für die Gastgeber: „Das Südderby ist immer ein besonderes Spiel, in dem der VfB über sich hinauswächst.“

Die Bayern sind skeptisch. „Im DFB-Pokal ist es nur ein Spiel. Wenn man das verliert, hat man schon einen Titel verloren“, mahnte Stürmerstar Arjen Robben. „Wir sind jetzt unter Druck“, bekannte Sportdirektor Christian Nerlinger. Nur vier Punkte aus drei Erstliga-Begegnungen machen klar: Die Bayern sind anfällig. „Das kleine Problem ist, dass wir unsere Fehler minimieren müssen“, gestand Heynckes. Und dies möglichst schnell. Denn dem Gang nach Stuttgart folgen knifflige Aufgaben gegen Kaiserslautern, in Freiburg und im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Basel.

Der dreimalige deutsche Meister Fürth stand im Pokal unterdessen noch nie in der Vorschlussrunde. Trainer Mike Büskens sieht seine Elf nach dem 1:3 in der 2. Liga bei Dynamo Dresden „in der Außenseiterrolle“. Manager Rachid Azzouzi diktierte dem Team vor dem Viertelfinale eine simple Vorgehensweise: Gastgeber Hoffenheim soll die Lust am Spiel genommen werden. „Unsere Mannschaft hat Nehmerqualitäten. Sie wird zurückkommen“, sagte Azzouzi.

dpa

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