Khedira reift zum heimlichen Chef

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Sami Khedira wechselte 2010 vom VfB Stuttgart zu Real Madrid. In der Nationalelf reift er zum heimlichen Chef heran.

Danzig - Sami Khedira zählte nicht nur wegen seines Treffers gegen Griechenland zu den auffälligsten Spielern im EM-Viertelfinale. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid wird zum heimlichen Chef.

Zwar wurde sein Vereinskollege Özil anschließend zum „Man of the Match“ gekürt, doch der wahre Star des Abends war der sonst so unscheinbare Khedira, der im „magischen Dreieck“ mit Bastian Schweinsteiger und Özil seine Mitstreiter in den Schatten gestellt hatte.

„Er ist sehr dynamisch, sehr präsent. Er hat sich seit 2010 zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt“, sagte Bundestrainer Joachim Löw über den gebürtigen Stuttgarter, der in Danzig vor allem den in einigen Situationen fahrig wirkenden Vize-Kapitän Schweinsteiger mitziehen musste. „Er verlässt seine Position, macht Druck, zieht sich aber auch wieder zurück. Es ist schwer, im Zweikampf gegen ihn zu bestehen. Es ist gut für die anderen, die um ihn herum spielen, dass er da ist“, sagte Löw.

Khedira (25), in der Vorrunde solide und eher unauffällig, ist zu einem unverzichtbaren Führungsspieler gereift. „Sensationell!“, sagte Philipp Lahm. Der Kapitän meinte damit nicht nur den Treffer, sondern die gesamte Darbietung des spanischen Meisters: „Er hat unglaublich viel für unser Spiel getan.“

Das belegt auch die Statistik zu Khediras 31. Länderspiel. 90 Prozent seiner Pässe kamen an, er spulte 11,5 Kilometer ab, das zweitgrößte Laufpensum. „Wichtig ist, dass wir wieder als Mannschaft funktioniert haben. Und ich bin ein Teil der Mannschaft“, sagte er und stellte sein eigenes Licht wie gewohnt unter den Scheffel. Dabei hatte er alleine schon mit seinem zweiten Länderspieltreffer für ein Highlight gesorgt, nachdem ihm vor zwei Jahren bei der WM in Südafrika im Spiel um Platz drei gegen Uruguay der Siegtreffer zum 3:2 geglückt war.

Nun hat Khedira, der als Kapitän der U21-Auswahl von 2009 weiß, wie es sich anfühlt, einen EM-Pokal in den Händen halten, Blut geleckt: „Wenn wir unser Potenzial abrufen, dann sind wir nur schwer zu schlagen.“

sid

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