Reus und Bender verletzt

DFB-Elf: Absagen-Flut vor letzter Quali

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Marco Reus.

Düsseldorf - Bundestrainer Joachim Löw hat am Montag gleich zwei Absagen aus Dortmund erhalten. Nach Sven Bender konnte am Nachmittag auch Marco Reus nicht zum Treffpunkt der Nationalmannschaft nach Düsseldorf anreisen.

Joachim Löws Plan steht, auch wenn den Bundestrainer drei weitere Absagen erreichten. Insgesamt müssen gleich acht potenzielle WM-Fahrer für den Qualifikations-Abschluss passen. Löws Idealvorstellung aber bleibt: Gegen Irland die WM-Tickets perfekt machen, das 100. Länderspiel von Bastian Schweinsteiger in Schweden genießen und dann sofort mit einem neuen Vertrag in die WM-Vorbereitung starten. Die Weichen in Richtung zwei weitere Jahre mit Bundestrainer Löw hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits gestellt. Nach dem Länderspiel-Doppelpack in Köln und Stockholm zum Abschluss der WM-Ausscheidung soll eventuell schon in der kommenden Woche der Deal verkündet werden.

„Es ist klasse, dass wir die Qualifikation jetzt zu Hause schaffen können. Wir wollen das natürlich in Köln klarmachen mit einem Sieg gegen Irland. Ich denke, dass wir alle Karten in der Hand haben“, sagte der DFB-Chefcoach, der allerdings eine wahre Absagenflut ausgleichen muss. Nach den verletzten Angreifern Miroslav Klose (Lazio Rom), Mario Gomez (AC Florenz) und Lukas Podolski (FC Arsenal) sowie den Defensivkräften Ilkay Gündogan, Marcel Schmelzer (beide Dortmund) und Lars Bender (Leverkusen) meldeten sich am Montag mit Sven Bender (Muskelverhärtung) und Marco Reus (Innenband-Teilanriss) zwei weitere BVB-Profis ab. Als Sofortmaßnahme nominierte Löw den Hamburger Verteidiger Heiko Westermann nach.

Nach dem Zusammentreffen des nun 20-köpfigen Kaders am späten Montagabend wird Löw sein Team zunächst in Düsseldorf und ab Donnerstag in Köln auf das Aufeinandertreffen mit den kampfstarken Iren vorbereiten. Neue Nationalmannschafts-Gesichter gibt es beim nichtöffentlichen Training ab Dienstag im Paul-Janes-Stadion nicht. Löw bleibt Löw: „Wir haben immer gesagt, dass wir den Spielern vertrauen, die bisher erfolgreich die Qualifikation gespielt haben.“

Die Defensivausfälle will der 53-jährige Freiburger ebenso wie das Stürmerproblem mit Kräften kompensieren, die er schon selbst getestet hat. „Jeder weiß um die Kampfstärke und die Leidenschaft der Iren“, betonte er. Die Rückkehr von Routinier Schweinsteiger nach vielen Verletzungen und einer mehr als halbjährigen Auswahl-Pause kommt ihm für die Partie am Freitag (20.45 Uhr/ARD) in Köln gerade recht.

„Er war bei der Nationalmannschaft die vergangenen Jahre ein Führungsspieler. Er hat viele großartige Spiele gemacht. Gerade in solchen Spielen bin ich froh, dass er wieder zurückkehrt“, sagte Löw zum Münchner Mittelfeldmann. Gegen Irland soll Schweinsteiger in seinem 99. Spiel für Deutschland mit den für die Brasilien-Fahrkarten noch notwendigen Sieg sichern.

Auf ein mögliches Endspiel um die direkte Qualifikation beim derzeitigen Gruppenzweiten Schweden (17 Punkte) will es das DFB-Team (22) nicht ankommen lassen. Bei einer Niederlage gegen Irland und einem gleichzeitigen Sieg der Skandinavier gegen Österreich würde es am Dienstag kommender Woche in der Friends Arena Solna zum Showdown um den Gruppensieg kommen.

Zwar warnte Löw schon zu Beginn der Vorbereitung vor den Iren, die erstmalig nach der Trennung von Giovanni Trapattoni mit dem ehemaligen irischen Mittelfeld-Profi und bisherigen U 21-Trainer Noel King (57) als Interimscoach antreten: „Die Mannschaft ist sehr kampfstark und einsatzwillig.“ Doch der Bundestrainer versprach zugleich den Fans: „Wir werden das Spiel gewinnen zu Hause.“

Wer in der auch nach dem Reus-Ausfall noch immer starken Offensivabteilung mit Thomas Müller (Bayern), Julian Draxler (Schalke), Mesut Özil (FC Arsenal) und André Schürrle (FC Chelsea) das Stürmer-Vakuum am besten ausfüllen kann, will Löw in den Übungseinheiten zuvor herausfinden. In den letzten zwei Spielen von Triple-Sieger FC Bayern hatte Münchens Coach Pep Guardiola den 2010er WM-Torschützenkönig Müller in die vorderste Front gestellt, zumindest in der Champions League bei Manchester City mit großem Erfolg.

Mario Götze ist zwar wieder im DFB-Kader, soll aber auch hier wie bei den Bayern erst kontinuierlich an das Topniveau herangebracht werden. Laut „Kicker“ hat Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer Götzes individuelles Programm mit dem DFB-Fitnesstrainers bereits abgesprochen. „Die Kommunikation mit dem Bundestrainer war ganz hervorragend“, betonte Sammer.

Im Endspurt der WM-Qualifikation sind für Löw aber nicht nur die eigenen Ergebnisse von Bedeutung. Gibt es im Oktober in der FIFA-Weltrangliste keine Veränderungen, droht dem DFB-Team bei der Gruppenauslosung am 6. Dezember in Costa do Sauípe eine Hammergruppe. Die Wahrscheinlichkeit auf ein Duell mit den Niederlanden, Frankreich oder England liegt derzeit bei fast 40 Prozent, obwohl die DFB-Auswahl als Gruppenkopf sicher gesetzt ist. Umso wichtiger ist für Löw eine genaue WM-Planung, die auch während des Quali-Endspurts hinter den Kulissen auf Hochtouren läuft.

dpa

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