Niersbach, Löw und Lahm mit dabei

DFB-Delegation besucht Auschwitz-Gedenkstätte

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Joachim Löw

Leipzig/Auschwitz - Eine Delegation des Deutschen Fußball-Bundes um Präsident Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw wird am Freitag die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen.

Kurz vor der Abreise zur Fußball-Europameisterschaft werden Bundestrainer Joachim Löw und Kapitän Philipp Lahm am Freitag mit einer DFB-Delegation die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen. Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, wird der Deutsche Fußball-Bund mit hochrangigen Vertretern um Präsident Wolfgang Niersbach das ehemalige Vernichtungslager besichtigen. Neben Lahm reisen auch seine in Polen geborenen Nationalmannschaftskollegen Miroslav Klose und Lukas Podolski nach Auschwitz.

“Wir wollen ein Symbol geben. Auch wenn wir nicht die Generation sind, die verantwortlich ist, wollen wir zeigen, dass wir unsere Geschichte kennen und dafür Verantwortung übernehmen“, sagte Lahm am Mittwoch bei der abschließenden Pressekonferenz im Trainingslager in Tourrettes. Für ihn als Kapitän sei es keine Frage, dass er einen Tag nach der EM-Generalprobe gegen Israel in Leipzig der Delegation angehöre.

Seit dem vergangenen Sommer arbeitet der DFB laut Pressesprecher Harald Stenger bereits an den Vorbereitungen des Besuchs. “Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir als Vertreter Deutschlands haben, wenn wir nach Polen und in die Ukraine reisen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Mit zwei Privatjets wird der DFB-Tross am Freitagvormittag von Leipzig nach Kattowitz fliegen und von dort mit dem Auto nach Auschwitz weiterreisen. Der Besuch in der Gedenkstätte soll gut zwei Stunden dauern. Die Öffentlichkeit ist bei der Visite ausgeschlossen.

“Wir wollten keine PR-Aktion daraus machen“, sagte Bierhoff. Um dem Besuch den notwendigen ernsthaften und würdigen Rahmen zu geben, wurde darauf verzichtet, während des EM-Turniers nach Auschwitz zu reisen, berichtete Bierhoff.

Die deutsche Nationalmannschaft bezieht während der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vom kommenden Montag an ihr Quartier in der Nähe von Danzig. Ein Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Vernichtungslagers war von mehreren Seiten gefordert worden. Löw hatte seine Spieler bereits in der EM-Vorbereitung durch Expertenvorträge mit der deutschen Geschichte vertraut gemacht.

Begleitet wird die DFB-Delegation von Charlotte Knobloch, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Rüdiger Freiherr von Fritsch, dem deutschen Botschafter in Polen, sowie Vertretern der Deutschen Fußball Liga um Ligapräsident Reinhard Rauball.

Lahm erzählte von seinen Erfahrungen von einem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau vor den Toren seiner Heimatstadt München. Podolski habe von sich aus um die Teilnahme an dem Besuch gebeten, berichtete Bierhoff. Die anderen 20 EM-Spieler werden nach dem Israel-Test noch bis Freitagmittag in Leipzig sein. Danach haben sie ein freies Wochenende vor der Abreise ins EM-Quartier am Montag.

dpa

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