"Noch eine Steigerung möglich"

DFB-Damen heiß auf Titel - Kulig fällt aus

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Bundestrainerin Silvia Neid

Vale do Lobo - Bereits vor dem Finale des Algarve-Cups am Mittwoch gegen die USA hat Bundestrainerin Silvia Neid ein positives Fazit der Experimentierphase in Portugal gezogen.

Fast so energisch wie ihre Spielerinnen zuvor in die Zweikämpfe gegangen waren, trat Frauenfußball-Bundestrainerin Silvia Neid vor dem Finale beim Algarve-Cup auf die Euphoriebremse. „Klar ist, dass bei uns noch eine Steigerung möglich ist. Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, sagte Neid vor dem Endspiel am Mittwoch (18.00 Uhr/Eurosport) gegen Olympiasieger USA.

Doch trotz verbliebener Mängel im Spielaufbau und Leistungsschwankungen fiel Neids erstes Fazit der Experimentierphase rund vier Monate vor der EM in Schweden (10. bis 28. Juli) grundsätzlich positiv aus. „Mir ist vor allem wichtig zu sehen, wie engagiert die Spielerinnen bei der Sache sind. Sie setzten schon viele Dinge, die wir uns vorgenommen haben, um“, sagte die 48-Jährige nach dem 2:0 im abschließenden Gruppenspiel gegen den EM-Gegner Norwegen.

Nun spielt der Europameister, der im Finale auf Saskia Bartusiak (Erkältung) und Kim Kulig (Bänderdehnung) verzichten muss und um den Einsatz von Linda Bresonik (Erkältung) und Luisa Wensing (Platzwunde über dem linken Auge) bangt, um dem dritten Turniersieg nach 2006 und 2012. Neid warnt nicht nur wegen der Personalprobleme vor den USA unter dem neuen Coach Tom Sermanni: „Die USA sind ein starker Gegner, der sich in einer starken Gruppe durchgesetzt hat. Sie sind in der Lage von der ersten bis zur 90. Minute zu powern.“ Die vergangenen beiden Duelle in den USA im Oktober 2012 endeten Unentschieden (1:1 und 2:2).

Da sich die Nummer eins und zwei der Welt allerdings bereits drei Wochen später in Offenbach (5. April) wieder begegnen, wäre ein Duell mit EM-Gastgeber und Mitfavorit Schweden womöglich noch aufschlussreicher gewesen. Doch den USA reichte im Finale der Gruppe B ein glanzloses 1:1 gegen die Mannschaft ihrer Ex-Trainerin Pia Sundhage für den Einzug ins Endspiel.

Bei der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die seit dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM 2011 in 22 Spielen in Serie ungeschlagen ist, hat Neid in Portugal bis auf Ersatztorhüterin Laura Benkarth bereits alle Spielerinnnen zum Einsatz gebracht. Angesichts der positiven Eindrücke, die die unerfahrenen Kräfte unter anderem in der Abwehr hinterlassen haben, ist für Neid der Turniersieg zweitrangig: „Wir haben hier gesehen, dass das Team Ausfälle gut kompensieren kann. Auch wenn unsere Serie reißt, ist mir das egal. Ich bin jetzt schon sehr zufrieden mit dem, was war.“

Beim Blick auf die EM-Gruppengegner Norwegen (Zweiter in Gruppe A) und Island (punktlos Letzter in Gruppe B) mag sich die Bundestrainerin mit Blick auf die EM allerdings nicht in Sicherheit wiegen: „Ich hätte mir fast gewünscht, dass unsere Gruppengegner zufriedener nach Hause fahren würden und dann nicht mehr so hart an sich arbeiten, wie sie das jetzt wohl tun werden.“ 

Die voraussichtliche Aufstellung gegen die USA:

Schult - Bresonik (Maier), Wensing (Cramer), Henning, Peter - Keßler, Goeßling - Mittag, Marozsan, Faißt - Okoyino da Mbabi.

sid

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