Vor Spiel gegen Deutschland

Familienstreit im Hause Montolivo

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Ricardo Montolivo wechselt nach der EM vom AC Florenz zum AC Mailand.

Kiew - Das EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Italien könnte am Donnerstag für Spannungen im Hause Montolivo sorgen. Die Mutter des italienischen Fußball-Nationalspielers ist Deutsche, der Vater Italiener.

Auch der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler vom AC Florenz spricht sehr gut Deutsch. Nach dem 4:2 im Elfmeterschießen gegen England, bei dem Riccardo Montolivo als einziger Azzurri verschoss, sprach er über diese besondere Situation.

Was ist bei Ihnen zu Hause los, wenn Italien am Donnerstag im EM-Halbfinale gegen Deutschland spielt, Herr Montolivo?

Riccardo Montolivo: “Das ist ein besonderes Spiel. Ein bisschen Familienstreit dürfte es da geben. Ich glaube aber, dass meine Mutter auch Italien ein bisschen die Daumen drückt.“

Beinahe wäre es gar nicht zu diesem Spiel gekommen. Sie selbst haben im Elfmeterschießen gegen England als einziger Italiener verschossen.

Montolivo: “Deshalb bin ich jetzt auch so erleichtert, dass wir trotzdem im Halbfinale stehen. Ich habe mich schrecklich gefühlt nach dem verschossenen Elfmeter, das war ein harter Moment, auch weil mein Elfmeter so schlecht geschossen war. Aber zum Glück haben wir einen Torhüter wie Buffon. Am Ende war der Sieg komplett verdient, weil wir vorher schon viele Chancen herausgespielt, aber leider nicht genutzt haben. Wenn wir dieses Spiel im Elfmeterschießen verloren hätten, dann wäre das ganz bitter gewesen.“

Und wie sehen Sie jetzt die Chancen Ihrer Mannschaft gegen Deutschland - ganz unabhängig von ihrer Familiengeschichte?

Montolivo: “Deutschland ist zusammen mit Spanien der Turnierfavorit. Deutschland hat eine starke Mannschaft mit vielen Topspielern. Aber wir haben vor ihnen keine Angst. Besonders nicht nach so einer Leistung, wie wir sie heute gegen England gezeigt haben.“

dpa

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