WM-Quali gegen Schweden

Deutschland gegen "Ibra": "Das macht Spaß"

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Bundestrainer Joachim Löw beobachtet die Spieler am Montag während des Trainings der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Olympiastadion in Berlin.

Berlin - Die deutsche Fußball-Nationalelf sieht sich für das Duell mit Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic gerüstet. Bundestrainer Joachim Löw warnt aber vor der gesamten Mannschaft.

Wackelabwehr gegen Superstar, Deutschland gegen Zlatan Ibrahimovic: Das Duell gegen den eigenwilligen Ausnahmestürmer der Schweden stellt beim WM-Qualifikationsspiel am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in Berlin alles in den Schatten. Fast konnte vor der wichtigen Partie im Olympiastadion der Eindruck aufkommen, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft diesmal nur einen Gegner hat - doch Bundestrainer Joachim Löw wollte das Spiel bei allem Respekt vor „Ikrakadabra“ nicht nur auf das Kräftemessen mit dem teuersten Spieler der Welt reduzieren.

Ibrahimovic sei zwar „der Schlüsselspieler. Das Offensivspiel ist sehr stark auf ihn fokussiert. Er ist unberechenbar“, sagte Löw am Montag in Berlin, „aber Schweden funktioniert auch als Mannschaft sehr gut. Sie steigern sich gegen die großen Nationen, sind schulbuchmäßig in der Organisation. Diese Mannschaft ist schwer zu spielen und schwer zu schlagen.“

Deutschland gegen Ibrahimovic: "Das macht Spaß"

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Der 52-Jährige hatte am Tag vor dem Spiel seine Erkältung überwunden, dafür bleibt Sami Khedira vor dem letzten Heimspiel des Jahres ein Sorgenkind. Der Einsatz des Mittelfeldspielers von Real Madrid gilt wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel äußerst fraglich. Khedira konnte am Montagabend auch nicht am Abschlusstraining teilnehmen. Für ihn würde Toni Kroos neben Bastian Schweinsteiger zum Einsatz kommen. Beide sollen der in den letzten Monaten immer wieder anfälligen deutschen Abwehr im Kampf mit dem von Marco Reus als „absoluten Weltklassespieler“ bezeichneten Ibrahimovic unterstützen. „Auf solche Spieler freut man sich, da will sich jeder beweisen. Aber wir dürfen uns nicht nur auf Ibrahimovic konzentrieren, wir müssen insgesamt kompakt stehen“, warnte Innenverteidiger Holger Badstuber vor zu viel Ibrahimovic. Wichtig sei, „dass wir ihn frühzeitig stören und ihm nicht so viel Raum geben“, forderte Löw, der auf der rechten Seite seiner Viererkette wieder auf Kapitän Philipp Lahm nach dessen Gelbsperre setzen kann. Der Münchner wird für Jerome Boateng verteidigen.

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Neben Badstuber wird erneut Per Mertesacker in der Abwehrzentrale auflaufen. Und auch der England-Legionär vom FC Arsenal unterstrich, dass es Spieler gebe, „gegen die es mehr Spaß macht zu spielen, als gegen andere. So wie gegen Zlatan Ibrahimovic. Er hat individuell eine unglaubliche Stärke. Das wird eine besondere Herausforderung - für die gesamte Defensive.“ Man werde das „in der Gruppe lösen“, ergänzte der frühere Bremer.

Und überhaupt dürfe man sich nicht nur auf den 31 Jahre alten Topangreifer von Paris St. Germain konzentrieren: „Schweden hat insgesamt eine gute Mannschaft. Wenn wir sie unterschätzen, wird es gefährlich. Aber diesen Fehler werden wir nicht machen.“ Mit dem 14. Qualifikationssieg in Folge will die Nationalelf dreieinhalb Monate nach dem EM-Aus endgültig wieder einen Stimmungsumschwung herbeiführen.

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Nach dem beeindruckenden 6:1 in Irland hat sich die in den vergangenen Wochen angespannte Lage rund um die DFB-Auswahl mit Teamgeist-Debatte, Abwehr-Diskussion und Hoeneß-Kritik etwas beruhigt - erledigt scheinen die Themen aber immer noch nicht ganz. Nach Bastian Schweinsteiger deutete auch Lahm am Tag vor dem Schweden-Spiel fehlenden Teamgeist in der DFB-Auswahl bei der Europameisterschaft an. „Die Stimmung war schon mal besser als bei der EURO“, sagte der 28 Jahre alte Verteidiger von Bayern München im kicker-Interview. Schweinsteiger habe „als erfahrener Spieler, der jahrelang in der Nationalmannschaft seine Leistung bringt, das gute Recht, Dinge, die ihm auffallen, anzusprechen. Das gehört dazu. Vielleicht denken manche darüber nach, ob sie alles richtig gemacht und das Beste für die Mannschaft getan haben. Es geht doch darum, dass wir uns alle verbessern wollen“, führte Lahm weiter aus.

Auch Löw verdeutlichte, „dass wir ständig daran arbeiten, uns als Mannschaft zu verbessern. Wir bleiben unserer großen Linie treu“, kündigte er nach den jüngsten Angriffen von außen an. Auch er selbst werde sich treu bleiben: „Ich habe mich defintiv nicht verändert. Meine Motivation ist ungebrochen, wir schauen nach vorne. Es gibt keinen Grund, verzweifelt zu sein.“ Vielmehr geht es dem 52-Jährigen darum, „dass wir gegen die Schweden gewinnen. Das wäre ein guter Abschluss des Pflichtspieljahres.“ 

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung gegen Schweden:

1 Neuer - 16 Lahm, 17 Mertesacker, 14 Badstuber, 3 Schmelzer - 18 Kroos, 7 Schweinsteiger - 13 Müller, 8 Özil, 21 Reus - 11 Klose. - Trainer: Löw

Von Thomas Niklaus und Thomas Nowag

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