Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik

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Lena Goessling (L-R), Celia Okoyino da Mbabi, Simone Laudehr und Saskia Bartusiak nach der Niederlage gegen Japan

Wolfsburg - Die deutschen Angreiferinnen haben sich bei dem entscheidenden Spiel häufig ungeschickt angestellt. Die Asiaten wussten die Schwächen des DFB-Teams auszunutzen. Hier die Einzelkritik der deutschen Mannschaft:

Nadine Angerer: Die deutsche Nummer eins war der gewohnt sichere Rückhalt, wurde aber auch wenig geprüft. Wenn der Ball in Tornähe kam, war die Frankfurterin zur Stelle. Die 32-Jährige bügelte einige Patzer ihrer Vorderleute aus. Bot sich immer wieder als Anspielstation an, leitete das Angriffsspiel mit klugen Pässen ein. Sah beim Gegentor nicht gut aus.

Linda Bresonik: Begann hinten rechts, wechselte nach dem Ausscheiden von Kim Kulig (8.) ins defensive Mittelfeld. Zeigte zunächst ein gutes Stellungspiel, im Zweikampf kompromisslos. Im Spiel nach vorne aber zu unkonzentriert. Mitte der zweiten Halbzeit ging ihr die Luft aus. Die Folgen der Magen-Darm-Grippe waren unübersehbar. Für sie kam Lena Goeßling.

Bianca Schmidt: Fand sich nach ihrer Einwechslung für Kulig schnell zurecht. Die Potsdamerin hatte die rechte Abwehrseite im Griff, auch wenn sie manchmal mit kleinen Fouls nachhelfen musste. Im Spiel nach vorne zu ängstlich und ohne Ideen. Hätte mehr aus den Freiräuem auf dem rechten Flügel machen müssen.

Annike Krahn: Die Abwehrchefin bewies mal wieder ein gutes Stellungsspiel und hielt den Laden hinten zusammen. Wirkte im Spiel nach vorne etwas hölzern, ihre Pässe in der Spieleröffnung waren ungenau. Ging zu selten mit nach vorne und konnte ihren Größenvorteil gegen die kleinen Japanerinnen nicht gewinnbringend einsetzen.

Saskia Bartusiak: Die Innenverteidigerin zeigte ungewohnte Schwächen im Stellungsspiel. Die Frankfurterin erlaubte sich zudem Schwächen im Zweikampf. In der 29. Minute leitete ihr Fehler die große Chance Japans vor der Pause ein, doch Yuki Nagasato verzog. Im zweiten Durchgang brachte sie Torhüterin Angerer mit unnötigen Rückpässen in Gefahr. Kam beim japanischen Siegtor zu spät.

Babett Peter: In der Defensive ohne Fehl und Tadel. Die Abwehrspielerin aus Potsdam ließ auf der linken Abwehrseite nichts anbrennen. Allerdings konnte sich die 22-Jährige auf ihrer linken Seite nicht wie sonst entfalten, Japans Shinobu Ohno stand ihr immer auf den Schuhen und ließ ihr keinen Raum. Erst in der Schlussphase war sie häufiger am gegnerischen Strafraum zu sehen.

Kim Kulig: Die zentrale Mittelfeldspielerin musste schon früh ausgewechselt werden (8.). Die Hamburgerin hatte sich das rechte Knie verdreht. Ihre Enttäuschung war riesig, sie weinte beim Verlassen des Platzes.

Simone Laudehr: Die zuletzt so gelobte Mittelfeldspielerin war im ersten Durchgang stark in Abwehraufgaben eingebunden und konnte sich deshalb nur selten in die Offensive einschalten. Die Duisburgerin wirkte lange Zeit müde und ausgepumpt, wurde in der zweiten Halbzeit etwas stärker. Unterm Strich waren ihre Vorstöße aber zu selten.

Kerstin Garefrekes: Zeigte zu Beginn Fehler in der Ballannahme und leistete sich Fehlpässe. Kämpfte sich aber mehr und mehr in die Partie. Gewann viele Laufduelle. Das Wechselspiel mit Behringer klappte gut. In der zweiten Halbzeit konnte sie sich nicht mehr steigern und strahlte nur noch selten Gefahr aus.

Celia Okoyino da Mbabi: Als hängende Spitze zunächst immer gefährlich, mit viel Zug zum Tor. Hatte in der 20. Minute Pech mit einem Weitschuss, der knapp am Tor vorbeistrich. In der 30. Minute war sie allein durch, ließ den Ball aber zu weit vom Fuß springen. Baute im zweiten Durchgang ab, konnte sich im Sturmzentrum nur selten durchsetzen.

Melanie Behringer: Kehrte nach überstandener Bänderdehnung für Fatmire Bajramaj zu Recht zurück in die Startelf. Sorgte über beide Außenbahnen für Gefahr. Vor allem ihre Standards hatten es in sich. Verpasste in der 29. Minute das 1:0 nur knapp, als der Ball nach ihrem Weitschuss am Tor vorbeiflog. Baute im zweiten Durchgang auch etwas ab, verzettelte sich oft in Zweikämpfen.

Inka Grings: Begann ähnlich engagiert wie beim guten Auftritt gegen Frankreich. War sich auch für Defensivarbeit nicht zu schade, setzte oft nach und holte einige Bälle. Im Sturmzentrum war sie lange ohne echte Chance und zu sehr auf sich allein gestellt. Hatte Pech bei vielen Aktionen, ihr Kopfball in der 55. Minute ging knapp übers Tor.

Lena Goeßling: Kam in der zweiten Halbzeit für Bresonik, fügte sich schnell ins deutsche Team ein und blieb ohne großen Fehler. Im Zweikampf stark, erkämpfte viele Bälle. Zeigte im Aufbauspiel gute Ansätze, hätte sich noch häufiger einschalten müssen.

Alexandra Popp: Der Youngster kam in der Verlängerung für die ausgebrannte Inka Grings. Brachte noch einmal neuen Schwung, agierte aber auch etwas überhastet.

sid

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