Deutsche Mädels verdienen nur "Peanuts" 

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Die deutschen DFB-Mädels verdienen im Vergleich zu den Männern "Peanuts".

Frankfurt/Main - Die Gehälter der deutschen Fußballerinnen wirken im Vergleich zu den Einkommen ihrer männlichen Kollegen wie „Peanuts“. Von gleichem Lohn für gleiche Arbeit kann im Fußball keine Rede sein.

Wenn die deutschen Fußballerinnen „Mainhattan“ nach ihrem zweiten WM-Spiel gegen Nigeria am Freitag wieder verlassen, müssen die Banker keinen großen Geldstrom aus Frankfurt heraus befürchten. In der Finanzmetropole werden die Gehälter der Nationalspielerinnen eher in der Rubrik „Peanuts“ eingeordnet, denn von gleichem Lohn für gleiche Arbeit kann im Fußball keine Rede sein. Während die männlichen Nationalspieler allesamt Multimillionäre sind, dürfen sich die Weltmeisterinnen beim Blick auf ihren Gehaltsscheck lediglich als mittlere Angestellte fühlen.

Die männlichen Spitzenverdiener wie Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm werden auf zweistellige Millionenbeträge pro Jahr taxiert, Spielführerin Birgit Prinz und Werbestar Fatmire Bajramaj liegen mit ihrem Jahresgehalt nicht allzu weit über der 100. 000-Euro-Marke. Und selbst von diesem Einkommen sind die meisten Spielerinnen weit entfernt. Die Mehrzahl der DFB-Frauen verdient um die 50.000 Euro. Dafür würden sich ihre männlichen Kollegen nicht einmal die Fußballschuhe schnüren.

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Solche Vergleiche hält DFB-Präsident Theo Zwanziger angesichts der riesigen Summen, die durch Werbe-, Zuschauer- und TV-Einnahmen im Männerbereich fließen, für unzulässig. „Man muss sehen, welche wirtschaftlichen Dimensionen der Fußball bei den Männern erreicht hat. Das ist bei den Frauen noch nicht der Fall“, sagte der Verbandsboss, der zudem die Frage aufwirft, ob „das überhaupt erstrebenswert ist“.

Immerhin wäre dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Titelverteidigung 60.000 Euro pro Spielerin wert. Das erscheint zwar immer noch wenig im Vergleich mit den 250.000 Euro, die Schweinsteiger und Co. im Fall eines WM-Triumphes 2010 kassiert hätten, doch für Zwanziger ist das eine einfache Rechenaufgabe: „Bei den Männern hätten wir 20 Millionen Euro von der FIFA bekommen, bei den Frauen würden wir rund eine Million erhalten. Der DFB macht aus dem Verhältnis 1:20 das Verhältnis 1:5 - das zeigt unsere Wertschätzung.“

Trotz dieser Wertschätzung macht Zwanziger keinen Hehl daraus, dass die Mehrzahl der Spielerinnen trotz der angestrebten Teil-Professionalisierung auch in Zukunft nur während ihrer aktiven Zeit vom Fußball leben können. „Auf das schulische und berufliche Standbein werden die meisten Spielerinnen nie ganz verzichten können“, sagte der DFB-Boss.

Auch Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen will sich nicht der Utopie „Vollprofitum“ hingeben. „Wir sind im Frauenfußball noch nicht soweit, dass die Spielerinnen ihre berufliche Karriere vernachlässigen können. Die Spielerinnen müssen die Zeit nach der sportlichen Laufbahn planen, denn die kann schneller vorbei sein als man das möchte“, sagte die frühere Nationalspielerin.

Sogar ein wenig allergisch reagiert WM-Organisationschefin Steffi Jones auf den Vergleich zwischen den männlichen und den weiblichen Einkommem. „Ich finde, wir sollten froh darüber sein wie es ist. Und uns nicht immer mit den Männern vergleichen“, sagte die zukünftige DFB-Direktorin für den Frauenfußball: „Ich finde es nicht angemessen, wenn wir Frauen immer zu den Männern schielen beim Thema Geld.“

Zudem wissen die DFB-Frauen nur zu gut, dass ihre erfolgreichen männlichen Kollegen auch mit der zweiten Seite der Medaille leben müssen. Während die Nationalspielerinnen nach der WM wieder ein relativ beschauliches Leben führen können, herrscht bei den Männern täglich der Ausnahmezustand. „Für kein Geld der Welt würde ich tauschen wollen. Die Jungs haben kein Privatleben, stehen stets im Fokus“, sagte Torjägerin Inka Grings der Bild-Zeitung.

sid

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