Derby-Pleite: Köln auch in Gladbach desolat

+
Dank ihm hieß es am Ende nur 0:3: Kölns Torwart Michael Rensing (r) rettet vor dem Mönchengladbacher Mike Hanke.

Mönchengladbach - Auch mit dem neuen Trainer Frank Schaefer konnte der 1. FC Köln seine Talfahrt in der Bundesliga nicht stoppen und muss nach der Pleite bei Borussia Mönchengladbach nun sogar um den Relegationsplatz bangen.

Durch die hochverdiente 0:3 (0:1)-Pleite im 80. rheinischen Derby blieben die Kölner auch im sechsten Spiel in Folge sieglos und liegen jetzt nur noch ein Pünktchen vor dem Vorletzten Hertha BSC. Vor 52 990 Zuschauern im Borussia Park trafen Juan Arango (19.), Tony Jantschke (53.) und Nationalspieler Marco Reus (55.) mit seinem 16. Saisontor für die Gladbacher, die nach der Schalker Pleite gegen Dortmund sogar wieder auf Platz drei und damit die direkte Champions-League-Qualifikation hoffen dürfen. Nach ersten Mitteilungen der Gladbacher Polizei ging bei der Risiko-Partie alles weitgehend friedlich über die Bühne.

"Wir müssen heute alle Kölner sein", hatte Schaefer vor dem Duell gefordert und gleich zwei der fünf von Vorgänger Stale Solbakken suspendierten Profis wieder in der Anfangsformation gebracht. Der Pole Slawomir Peszko durfte im Mittelfeld ran, Milivoje Novakovic bildete mit dem grippegeschwächten Lukas Podolski das Sturmduo. In zahlreichen Einzelgesprächen hatte Schaefer in nur zwei Trainingseinheiten versucht, eine "positive Atmosphäre" zu schaffen. Auf dem Platz war davon bestenfalls in Ansätzen etwas zu sehen.

Bayern hat den kleinsten: Die Spielerkader der 18 Bundesligisten

Bayern hat den kleinsten: Die Spielerkader der 18 Bundesligisten

Die Gladbacher, mit der gleichen Elf angetreten wie beim 2:2 am Dienstag in Bremen, hatten sich ihrerseits nach zuletzt vier sieglosen Heimspielen viel vorgenommen. Mit schnellem Kurzpassspiel stürzten die dynamischen Gastgeber den überforderten Abstiegskandidaten immer wieder in Verlegenheit. Bereits in der dritten Minute scheiterte Mike Hanke mit einem Volleyschuss an FC-Keeper Michael Rensing.

Ähnlich einseitig ging es weiter. Gladbach wirbelte, Köln wackelte, nach 19 Minuten fiel das überfällige 1:0. Wie beim 3:0 im Hinspiel zirkelte Arango einen Freistoß aus halbrechter Position ins Netz - bereits das 64. Gegentor für die schwächste Defensive der Liga. 180 Sekunden später lenkte Rensing eine Volleyabnahme von Reus mit den Fingerspitzen über die Latte.

Die Borussia zeigte sich deutlich verbessert nach der jüngsten Schwächphase, nur die Abschlusssouveränität ließ zu wünschen übrig. Nach einem bösen Patzer von Kölns Verteidiger Henrique Sereno setzte Reus seinen kongenialen Partner Hanke in Szene, aber der vergab den Hochprozentigen aus sieben Metern und scheiterte an Rensing (40.). Der FC war mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient.

Ihre stärkste Phase hatten die Kölner in den fünf Minuten direkt nach dem Wechsel. Mit deutlich mehr Zug zum Tor hätten sie bei einer Doppelchance durch Christian Clemens und Novakovic (47.) beinahe den schmeichelhaften Ausgleich geschafft, ehe der Absturz in rasantem Tempo weiterging. Der eingewechselte Jantschke, in der 41. für den verletzten Roman Neustädter gekommen, köpfte nach einem Reus-Freistoß mit seinem ersten Liga-Tor seit fast dreieinhalb Jahren das 2:0 (53.), und Reus selbst krönte seine starke Leistung mit einem feinen Solo zum 3:0 (55.). FC-Coach Schaefer rümpfte ratlos die Nase. In der restlichen drei Spielen zu Hause gegen den VfB Stuttgart, beim SC Freiburg und am letzten Spieltag gegen Rekordmeister Bayern München muss er mit seinem Team jetzt irgendwie die Wende schaffen.

dpa

Kommentare