"... dann hätte er keine Zukunft mehr"

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Philipp Lahm sieht sich Kritik ausgesetzt

München - Nun haben auch DFB-Trainer Steffen Freund und der frühere Bayern-Kapitän Stefan Effenberg heftige Kritik an Nationalmannschaftskapitän und Buchautor Philipp Lahm geübt.

„Wir müssen uns an den Ehrenkodex erinnern. Wenn das bei uns in den U-Mannschaften einer tun würde, hätte er keine Zukunft mehr“, sagte U17-Nationalcoach Freund bei Sky und ergänzte mit Blick auf mögliche Konsequenzen durch den Bundestrainer: „Joachim Löw wird ein Gespräch mit ihm führen. Ich glaube nicht, dass das schon beendet ist.“ Lahm kritisiert in seiner am Montag erscheinenden Biografie „Der feine Unterschied“ unter anderem seine Ex-Trainer Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und Felix Magath.

Lahms früherer Mitspieler Effenberg erklärte ebenfalls bei Sky. „Er hat mit Sicherheit den schlechtesten Berater, den es gibt. Er hat vielleicht versucht, sein Profil zu schärfen, aber das war der absolut falsche Weg. Ich hoffe, dass er gestärkt aus der Sache rauskommt, aber eine gute Geschichte war es nicht.“ Lahms Entschuldigungen im Falle von „Missverständnissen“ misst „Effe“ keine große Bedeutung zu: „Es war ihm bewusst, was er da veranstaltet hat.“

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Er möge zwar mündige Spieler, „aber was ich nicht mag, ist, dass Philipp Lahm immer predigt, Dinge intern zu lösen, und das hat er hier nicht getan. Ein Kapitän muss auch mal ein Zeichen setzen nach außen, aber nie auf Kosten der Mannschaft. Er muss vor, hinter und neben der Mannschaft stehen, auch das hat er in der Situation nicht getan.“

An Konsequenzen glaubt der Bayern-Kapitän beim Champions-League-Sieg 2001 aber nicht. Lahm werde in München wie der Nationalmannschaft Kapitän bleiben, „und das finde ich okay. Man wird versuchen, die Sache totzuschweigen und hoffen, das Gras darüber wächst. Und das wäre für Philipp Lahm auch das Beste.“

sid

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