Podolski reißt Solbakken zu Scherzen hin

Köln - Das Schicksal von Kölns Trainer Stale Solbakken steht und fällt mit seinem Star Lukas Podolski. Weil der Nationalspieler in überragender Form ist, hat der Norweger gut lachen.

Lukas Podolski (l.) mit seinem Coach

Lukas Podolski

„Es ist normal, so viel über Podolski reden zu müssen. Er ist ein Weltklassespieler, der in einer Bundesligamannschaft spielt, die nicht zur Top 6 gehört“, sagte Solbakken. Da macht der Norweger gerne auch mal launig Poldis persönlichen Pressesprecher: „Neue Lukas-Podolski-Nachrichten habe ich nicht, keine Gerüchte. Alles ist gut. Ich habe keine Zeitungen gelesen, ich weiß nicht, welcher Verein sich heute gemeldet hat.“

Nach einem schwierigen Start haben sich Trainer und Star gefunden. Dem Fanhelden im Sommer die Kapitänsbinde zu entziehen, sorgte für jede Menge Zündstoff. „Wir haben am Anfang viele Gespräche geführt, vor allem über die Kapitänsfrage. Er hat die Gründe verstanden, auch wenn er nicht einhundertprozentig damit einverstanden war“, erinnerte sich Solbakken.

Spätestens mit dem Sprung in Solbakkens Arme beim Sieg gegen Hannover 96 (2:0) Mitte Oktober demonstrierte Podolski sehr eindrucksvoll seine Verbundenheit zum Trainer. Der hat sich das Vertrauen in gemeinsamen Waldläufen und vielen Gesprächen mit seiner offenen Art und seinem trockenen Humor verdient. „Er ist ein offener Mensch“, bringt es Podolski auf den Punkt.

„Er hat Spaß. Er ist ein Spieler, der Spaß und ein gutes Gefühl haben muss. Er hat sehr großes Vertrauen in die Mannschaft und sie in ihn. Er hat sein taktisches Spiel sehr verbessert“, ist Solbakken voll des Lobes für den heiß umworbenen Stürmer: „Er ist viel besser ohne Ball, er kann die richtigen Laufwege machen. Vielleicht kann er ein, zwei Prozent in der Defensive besser werden, aber er hat sich da schon sehr verbessert.“

Nicht nur wegen seiner 13 Tore und fünf Vorlagen spielt der 95-malige Nationalspieler die beste Hinrunde seiner Karriere. „Lukas hat das ganze halbe Jahr ein sehr hohes Niveau gespielt. Seit dem Spiel in Leverkusen hat er das beste und höchste Niveau in der Bundesliga“, sagte Solbakken: „Lukas ist mental sehr stark, er hat jeden Tag viel Druck. Er kann damit sehr gut umgehen.“

Weil nicht nur Podolski, sondern die gesamte Mannschaft so stark wie seit langem nicht mehr auftrumpft, hat der FC mit 20 Punkten aus 15 Spielen die beste Hinrunde seit elf Jahren gespielt. Entsprechend entspannt kann Solbakken arbeiten, zumal auch das Umfeld stimmt: „Privat bin ich sehr zufrieden mit dem Leben in Köln, auch meine Familie. Das ist der wichtigste Punkte, wenn man Erfolg haben will. Die Leute hier sind sehr offen und haben es meiner Familie sehr leicht gemacht.“ Leicht hat es ihm letztendlich auch Podolski gemacht, eine vorbildliche Fußballer-Ehe zu führen.

sid

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