Cottbus trennt sich von Trainer Wollitz

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Claus-Dieter Wollitz muss gehen

Cottbus - Energie Cottbus und Claus-Dieter Wollitz gehen getrennte Wege. Der Trainer selbst habe um die Auflösung des Vertrages gebeten. Für die Entscheidung gebe es viele Gründe.

Völlig überraschend hat Claus-Dieter Wollitz beim FC Energie Cottbus das Handtuch geworfen. Der Coach wurde vom Fußball-Zweitligisten auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben freigestellt, der laufende Vertrag wurde aufgelöst. Aus “persönlichen, sportlichen und vor allem auch familiären Gründen“ habe der 46-Jährige um ein Ende seines Trainerjobs in der Lausitz gebeten, teilte Energie am Donnerstag mit. Bis auf weiteres - maximal aber nur zehn Tage - übernimmt Co-Trainer Markus Feldhoff das Team. Dies ist der siebte Trainerwechsel in der laufenden Zweitliga-Saison.

“Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht und denke, eine intakte Mannschaft zu übergeben und ein bestelltes Feld zu hinterlassen“, meinte Wollitz, der sich noch am Donnerstag von seinen Schützlingen verabschiedete. Zuvor hatte er FCE-Präsident Ulrich Lepsch über seinen Wunsch informiert. “Die vergangenen Monate haben in meiner Funktion als Cheftrainer mit Managementfunktion viel Kraft gekostet“, sagte Wollitz.

Vor zweieinhalb Jahren übernahm Wollitz den Trainerjob in der Lausitz und erreichte dabei unter anderem das DFB-Pokal-Halbfinale in der Saison 2010/11. Vereinspräsident Ulrich Lepsch meinte: “Der Trainer hat unglaublich vieles zum Positiven verändert, auf den Weg gebracht und angeschoben. Das Erreichen des Pokalhalbfinales, attraktiver Fußball einer jungen Mannschaft mit vielen Toren in der vergangenen Saison und das Interesse von Top-Clubs an unseren Spielern sind eng mit seinem Namen verbunden.“

Die als Aufstiegskandidat in die Saison gestarteten Cottbuser hatten in dieser Hinrunde aber enttäuscht. Zuletzt setzte es eine 0:1-Niederlage im Berlin-Brandenburg-Derby beim 1. FC Union Berlin. Als Neunter steckt Energie im Tabellenmittelfeld der 2. Liga fest. In 17 Partien gelangen nur sechs Siege, sieben Matches wurden verloren. Im Vorjahr war Energie erst im Schlussspurt des Aufstiegsrennens auf der Strecke geblieben.

Im Ost-Derby bei Dynamo Dresden wird am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) erstmals Feldhoff als Chef auf der Trainerbank sitzen. Der ehemalige Bundesligaspieler wird aber eine kurze Interimslösung bleiben, da er nicht die nötige Trainerlizenz besitzt. Mit einer Ausnahmegenehmigung darf der 37-Jährige aber für zehn Tage arbeiten.

Feldhoff war zur Saison 2009/10 mit Wollitz vom VfL Osnabrück zum FC Energie gekommen. Der Chefcoach machte vor allem durch sein oft impulsives Auftreten von sich reden. An der Seitenlinie sah man ihn selten ruhig und entspannt. Mehrfach geriet er mit Fans aneinander: In der Vorsaison hatte er einigen vorgeworfen, dem Club durch das Abbrennen von Pyrotechnik beim Pokalspiel in Wolfsburg (3:1) geschadet zu haben. Damals wollte er vor allem die friedlichen Anhänger schützen, wie er jüngst in einem Interview betonte.

dpa

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