Constantini: Rettet ihn überhaupt noch ein Sieg?

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Didi Constantini steht vor dem Aus

Wien - Didi Constantini hilft nur noch ein Wunder, wenn es nach den Medien geht. Der österreichische Teamchef steht vor dem Ende seiner Amtszeit. Es gibt kaum Gründe, dass ihn seine Elf mit einem Sieg in Deutschland retten könnte.

Der Trainer vor dem Aus, die EM-Quali in weiter Ferne und der letzte Sieg eine Ewigkeit her: In Österreich gibt es derzeit wenig, was bei der Fußball-Nationalmannschaft für Zuversicht sorgen könnte. Nun soll der Mannschaft von Didi Constantini ausgerechnet am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) gegen Deutschland ein Wunder gelingen. Beim vom Boulevardblatt Österreich zum „Schicksalsmatch“ ausgerufenen EM-Qualifikationsspiel in Gelsenkirchen soll der große Bruder erstmals seit 25 Jahren besiegt werden. „Niemand traut uns zu, dass wir auch nur einen Punkt mitnehmen. Die deutschen Medien und Fans erwarten drei Punkte, wenn möglich mit einem Schützenfest“, sagt Abwehrchef Emanuel Pogatetz von Hannover 96.

Österreich plagt sich mit allerlei Personaldiskussionen herum, zuvorderst mit der um Constantini. Die Spatzen pfeifen das Ende seiner Amtszeit bereits von den Dächern. Der Coach will kämpfen und „hundertprozentig nicht freiwillig“ gehen. Ganz sicher werde Constantini zurücktreten, wenn es eine weitere Niederlage setze, schrieb dagegen Österreich. Sein Verhältnis zur Presse wird dadurch gewiss nicht besser. Wie angespannt es ist, wurde deutlich, als Constantini einen Journalisten wegen einer Nachfrage als „Spaziergänger“ titulierte.

1986 in Wien gewann Austria zuletzt, ein Sieg in Deutschland ist gar 80 Jahre her. In Österreich sagt man „Jausengegner“ zu einem Team, das so regelmäßig verliert. Bayern Münchens David Alaba schert das wenig. Der Youngster gab seinen Bayern-Kollegen Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Co. mit auf den Weg: „Diesmal hauen wir euch weg.“ Freilich zwinkerte Alaba dabei, und die Mitspieler lachten laut. Der Kronenzeitung verriet der 19-Jährige allerdings, dass es sehr „genaue Pläne“ gebe. „Jeder Spieler muss über sich hinauswachsen“, fügte Alaba an, der im Juni beim knappen 1:2 im Hinspiel eine Glanzleistung zeigte. Constantini erwartet, dass jeder seinen Mann stehen müsse. „Da gibt es keine Ausreden, und ich will auch keine hören“, sagte er.

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Viel verspricht sich der Teamchef von den Bundesliga-Legionären. Acht könnten in der Startelf stehen. Neben Alaba soll der begnadigte Werder-Profi Marko Arnautovic den Unterschied ausmachen. Zunächst nur nachträglich nominiert, soll Arnautovic urplötzlich Constantini retten, der einer seiner heftigsten Kritiker war. „Marko nimmt sich jetzt zurück. Er hat mir versprochen, dass es künftig nichts mehr anderes von ihm geben wird.“ Für Arnautovic setzt Constantini sogar Kapitän Marc Janko auf die Bank.

Futter für die Offensive liefert Christian Fuchs , dem auf Schalke ein Heimspiel im Ausland bevorsteht. Ob der Linksfuß aber die richtigen Abnehmer findet, ist anzuzweifeln. „Tore im Teamdress“ sind nicht die Stärke von Österreichs Stürmern, stellte die Krone fest. Nicht einmal ein Drittel der Länderspiel-Treffer von Miroslav Klose hätten Martin Harnik und Co. erzielt, rechnete die Zeitung vor.

Was noch gegen Constantini spricht, ist die verheerende Bilanz 2011. Einen Erfolg gab es für die ÖFB-Elf in sechs Spielen. In der EM-Quali helfen wohl nur vier Siege in Serie, um die Play-offs zu erreichen. Nach Informationen der bunten Blätter seien mit Verbandspräsident Leo Windtner bereits „Trennungsszenarien besprochen“ worden. Am kommenden Dienstag in Wien gegen die Türkei könnte ein Interimscoach auf der Bank sitzen, hieß es. Die Dienstreise nach Deutschland - es könnte Constantinis letzte werden.

sid

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