Comeback mit Kugel im Kopf

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Feierte 18 Monate nach dem Attentat sein Comeback: Salvador Cabañas

Mexiko-Stadt - Der Mexikanische Stürmer Salvador Cabañas hat, 18 Monate nach dem an ihm verübten Attentat, sein Comeback gefeiert. Der Paraguayer kehrte mit Kugel im Kopf auf den Platz zurück.

Die Kugel hatte Salvador Cabañas noch im Kopf, als er am Mittwoch erstmals seit dem Mordanschlag wieder auf dem Fußballplatz stand. Beim Benefizspiel in Mexiko-Stadt spielte er 18 Minuten lang - die Medien erkannten im Comeback des Stürmers “historische“ Dimensionen.

Mexiko-Stadt/Lissabon (dpa) - Bewegendes Fußball-Comeback in Mexiko: Vor gut eineinhalb Jahren rang Salvador Cabañas nach einem Kopfschuss noch mit dem Tod, am späten Mittwochabend (Ortszeit) ging der Stürmer erstmals seit dem Mordanschlag wieder auf Torejagd. Beim 0:0 im Freundschaftsspiel zwischen Cabañas letztem Verein América de México und der Auswahl Paraguays stand der 31-jährige Paraguayer im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt insgesamt 18 Minuten auf dem Platz - mit der Kugel noch im Kopf.

Das Benefizspiel fand zugunsten des Stürmers statt, der die gesamten Einnahmen bekommt. Vor dem Anpfiff sprach ein Priester Cabañas seinen Segen, es gab Umarmungen und Tränen, frühere Teamkollegen applaudierten bewegt. Und alle 27 000 Zuschauer schienen dann in den Aufmunterungschor “Chava, Chava!“ einzustimmen.

“Chava“ hatte zuletzt im Aztekenstadion am 17. Januar 2010 beim 5:1-Kantersieg Américas über San Luis gespielt und dabei zwei Tore erzielt. Acht Tage später, am 25. Januar, schoss ein Mann in einer Bar im Süden der mexikanischen Hauptstadt nach einer Diskussion über die angebliche Torflaute des Stürmers Cabañas einfach in die Stirn. Der mutmaßliche Täter, José Jorge Balderas Garza, sitzt hinter Gittern und wartet auf das Verfahren.

Cabañas spielte in der ersten Hälfte neun Minuten für América, nach der Pause trug er elf Minuten lang das Trikot seines Heimatlandes Paraguay. Er wirkte zwar etwas übergewichtig, aber beweglich wie eh und je, gab gute Pässe und schoss sogar einmal aufs Tor - der Ball ging allerdings knapp am Pfosten vorbei.

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Die Medien in Paraguay und Mexiko sprachen von einem “emotionsgeladenen“ und “historischen“ Comeback. Auch Cabañas' früherer Sturmkollege bei América, der Argentinier Vicente Matías Vuoso, freute sich: “Wenn man bedenkt, was er alles durchgemacht hat, ist er in spektakulärer Verfassung. Wir alle lieben ihn.“

Vor dem Spiel hatte “El Mariscal“ - der “Marschall“, wie der bullige 1,73-Mann von Fans und Medien auch genannt wird - erklärt, er wolle seine Laufbahn als Profifußballer auf jeden Fall fortsetzen. “Ich habe immer daran geglaubt, dass ich wieder spielen werde, und ich werde alles tun, um gut zu sein und große Spiele zu liefern.“

Cabañas war 2007 und 2008 erfolgreichster Torjäger in der Copa Libertadores. Der 45-malige Nationalspieler (10 Tore) gehörte bei der WM in Deutschland zum Kader Paraguays, kam aber nicht zum Einsatz. Der Angriff machte unter anderem seine WM-Teilnahme in Südafrika und ein mögliches Engagement bei einem Verein in Europa zunichte.

dpa

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