Disneyworld-Besuch sorgt für Unmut

Wirbel um Neymar und Messi vor dem Clasico

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Lionel Messi und Neymar stehen beim FC Barcelona vor dem Clasico unter Druck.

Madrid - Vor dem Spiel der Spiele in Spanien zwischen Real und Barcelona gibt es Diskussionen um den formschwachen Barça-Star Neymar. Der gerät zudem in die Kritik, weil er sich vor dem Clasico in der Pariser Disneyworld amüsierte.

Der angeschlagene spanische Fußball-Meister FC Barcelona steht im Clasico bei Real Madrid unter enormem Erfolgsdruck. Barça muss am Sonntag im Santiago-Bernabéu-Stadion unbedingt gewinnen, um den Vier-Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer zu verkürzen. "Wir müssen mehr denn je Barca sein. Wir müssen den Ball haben wollen und mutig sein. Wenn wir nicht so agieren, werden wir leiden", sagte Barcelonas Mittelfeld-Star Andres Iniesta und forderte von seinen Teamkollegen: "Wir müssen praktisch ein perfektes Spiel machen." Eine 95. Niederlage im 259. Aufeinandertreffen der beiden ruhmreichen Klubs dürfte für die Katalanen fast schon den K.o. in der Meisterschaft bedeuten.

Um das zu verhindern, will Trainer Gerardo „Tata“ Martino den brasilianischen Jungstar Neymar, der das vergangene Liga-Spiel gegen Osasuna (7:0) auf der Bank verfolgen musste, von Anfang an neben Lionel Messi stürmen lassen. Doch in Katalonien haben viele Fans längst die Geduld mit dem seit Wochen formschwachen 22-Jährigen verloren.

In Umfragen der in Barcelona erscheinenden Sport-Zeitungen „Mundo Deportivo“ und „Sport“ sprach sich eine deutliche Mehrheit der Leser gegen Neymar und für Alexis Sánchez oder für Pedro als Stammstürmer aus. Sogar Neymars Landsmann, der frühere brasilianische Nationalspieler und Barcelona-Profi Edmilson, fiel der großen brasilianischen WM-Hoffnung in den Rücken. „Neymar macht wirklich nicht seine beste Phase durch. Ich würde ihn auf der Bank lassen. Da ist ja Messi. Und Barcelona hat viele Optionen“, sagte er.

Neymar-Ausflug sorgt für Unmut

Der im Sommer für mutmaßlich fast 100 Millionen Euro nach Barcelona gewechselte Stürmer hatte im Herbst zwar ein paar gute Spiele gemacht. Doch nach Ermittlungen der spanischen Justiz wegen angeblicher Steuerhinterziehung bei seinem Transfer tauchte Neymar auf dem Feld völlig unter.

Im Trikot der brasilianischen Nationalelf glänzt er hingegen meistens - seinem Image bei spanischen Fans und Medien tut dies nicht gut. Genauso wie seine Freizeitgestaltung. Am Dienstag postete ein Freund aus der Pariser Disneyworld ein Video, in dem Neymar mit Mehl im Mund zu singen versucht. „So bereitet sich Neymar auf den Clásico vor“, schrieb das Portal „As“ alles andere als amüsiert.

Muricy Ramalho, Neymars Ex-Trainer beim FC Santos, berichtete im TV-Sender „Rede Globo“, Neymar sei trotz aller Späße „sehr traurig“, weil das Team nur für einen einzigen Spieler spiele: Messi. Der Argentinier sei zudem egoistisch. „Gegen Manchester City stand Neymar zweimal ganz frei vor dem Tor, und Messi hat ihm nicht den Ball zugespielt“, kritisierte Ramalho.

Messi schmollt: Noch keine Gehaltserhöhung

Die Zeitung „El País“ will erfahren haben, dass auch Messi schmollt, weil Barcelona die seit Monaten versprochene Gehaltsaufbesserung immer weiter hinausschiebe. Deshalb spiele der 26-Jährige seit Wochen weit unter seinen Möglichkeiten. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Experten, ob Barcelona überhaupt Chancen hat, die Real-Serie von 31 Pflichtspielen ohne Niederlage zu beenden.

Barça-Mittelfeldmann Andrés Iniesta appelliert an das Herz seiner Kollegen: „Wenn wir mutig spielen, ist alles drin“, sagte er. Doch der frühere Real-Coach John Toshack sprach das aus, was die meisten in Spanien denken. „Wenn Barcelona gewinnt, wäre das eine Riesenüberraschung. Die spielten zuletzt so schlecht, dass das Team einem schon leidtut“, sagte er dem Radiosender „SER“.

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Laut „El País“ diskutieren die Real-Profis um Cristiano Ronaldo dieser Tage nur über die Höhe des Sieges gegen den alten Rivalen. Ohnehin geht der Weltfußballer wie auch seine Teamkollegen mit breiter Brust in das Gipfeltreffen. Seit nunmehr 31 Pflichtspielen ist das Team von Trainer Carlo Ancelotti ungeschlagen, die letzte Niederlage hatte ausgerechnet Barca dem verhassten Rivalen im Hinspiel am 26. Oktober zugefügt. "Wir sind in einer guten Form und freuen uns sehr auf das Spiel", sagte Ancelotti: "Aber wir müssen bei hundert Prozent sein, wenn wir Barcelona schlagen wollen."

dpa/SID

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