"El Clasico" - Das Duell Ronaldo gegen Messi

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Die zwei besten spanischen Mannschaften treffen am Samstag aufeinander - und mit ihnen ihre Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

Madrid - Duell der Giganten, Ronaldo gegen Messi, Showdown um die spanische Meisterschaft: Der 248. Clasico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona elektrisiert die Massen.

Dieser Showdown elektrisiert ganz Spanien: Real Madrid gegen den FC Barcelona, der 248. „Clasico“. Eine Partie, in der es um mehr als drei Punkte und die Meisterschaft geht. Zwei Fußball-Kulturen treffen am Samstag um 22.00 Uhr aufeinander - und mit ihnen ihre Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Unterschiedlicher könnten die beiden Hauptdarsteller in diesem Spiel der Spiele kaum sein.

Auf der einen Seite Ronaldo, 2009 für die Rekordablöse von 90 Millionen Euro zu Real gewechselt, die portugiesische Diva: Als Athlet perfekt, technisch brillant, sehr torgefährlich (17 Saisontreffer). Aber auch egoistisch, theatralisch und über alle Maßen verliebt in das eigene Spiel. Ronaldo will glänzen wie sein akkurat gegeltes Haar - und übersieht dabei schon mal den besser positionierten Mitspieler. Der 26-Jährige raunt gegnerischen Fans Sätze wie „Sie beneiden mich, weil ich reich, schön und ein großer Fußballer bin“ zu und rasiert sich sogar den Hintern. Kurzum: Ronaldo polarisiert und gefällt sich in der Rolle des lauten Nachbarn mit der aufgemotzten Edelkarosse.

Ganz anders dagegen das Image seines Widersachers. Messi gilt als der nette Junge von nebenan, der lieber Turnhose mit Schlabber-Pulli kombiniert, als Designer-Jeans überzustreifen. Einer, den jeder einfach nur knuddeln möchte. Messi ist der Teamplayer, dessen riesiges Talent immer zuerst der Mannschaft zugute kommt. Der Argentinier ist zurückhaltend, fast schüchtern. Niemand missgönnt ihm den Erfolg. Der „Floh“ glänzt nur auf (ebenfalls 17 Saisontore), nicht neben dem Platz. „Das wird ein tolles Spiel. Schaffen wir ein gutes Resultat, gibt das Motivation bis Saisonende“, sagt er.

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Anders als in der vergangenen Saison gehen Messi und Barca nicht als Favorit in die Partie. Real hat ein Spiel weniger ausgetragen, ist aber Tabellenführer und hat drei Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen. Doch Barca-Trainer Pep Guardiola gibt sich äußerlich gelassen: „Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre habe ich einen Rückschlag erwartet“, sagt er, „aber ich habe als Spieler schon größere Rückstände aufgeholt.“ Und Xavi, neben Ronaldo und Messi in der Endauswahl zum Weltfußballer des Jahres, meinte: „Madrid ist gut drauf und spielt guten Fußball. Aber das bedeutet nichts.“ In einem Clasico könne immer alles passieren.

Der gegenseitige Respekt ist groß vor dem richtungsweisenden Spiel. Anders als im Frühjahr, als die beiden Teams innerhalb weniger Tage viermal aufeinandertrafen, fliegen zwischen Madrid und Barcelona (noch) keine Giftpfeile hin und her. Selbst Jose Mourinho hält sich zurück: „Der Clasico ist nur ein weiteres Spiel für uns. Auch danach wird das Leben weitergehen.“

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Die Fans hoffen, dass auch das muntere Scheibenschießen zwischen Ronaldo und Messi weitergeht. Während die beiden besten Kicker des Planeten in der Liga gleichauf liegen, hat Messi in der Clasico-Wertung die Nase vorn. Der Argentinier traf in 15 Spielen 13-mal, siebenmal in Madrid. Ronaldo kommt nur auf drei Tore in neun Spielen. Das wurmt den Portugiesen, auch wenn er sagt: „Wenn jemand mir den Deal zusagen könnte, dass ich zehn Tore weniger schieße und wir gewinnen dafür die Meisterschaft, würde ich sofort unterschreiben.“

SID

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