City und ManU floppen Europa

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Manchester United verlor zuhause gegen Atlhetic Bilbao mit 2:3.

Manchester - In England sind die beiden Klubs aus Manchester top - in Europa dafür ein Flop. Nachdem Ausscheiden aus der Champions League droht auch in der Europa League ein Debakel.

Manchester United, Manchester City - das klingt nach großen Stars, nach Fünf-Sterne-Fußball in der Glitzerwelt der Champions League. Doch in der Realität servieren die beiden Fußball-Giganten Magerkost in der bodenständigen Europa League: United droht nach dem 2:3 zu Hause gegen Athletic Bilbao ebenso das Aus im Achtelfinale wie den „Citizens“ nach der 0:1-Pleite bei Sporting Lissabon. Damit steht der englische Fußball kurz vor dem europäischen Totalschaden. In der Champions League ist nur noch der FC Chelsea vertreten, doch auch die „Blues“ trudeln dem Abgrund entgegen.

Manchester United war im vergangenen Jahrzehnt das Aushängeschild des Fußball-Mutterlandes. 2008 siegte United im Finale der Champions League gegen Chelsea. 2009 und im vergangenen Jahr schafften es die „Red Devils“ bis ins Finale und boten dort dem FC Barcelona die Stirn. Seit dem 1:3 gegen Barca im Mai 2011 sind die Hörner der Elf von Teammanager Sir Alex Ferguson allerdings merklich abgestumpft.

Erst stieg das ruhmreiche United aus der Champions League in die europäische Zweitklassigkeit ab, und nun leistet sich die sonst so sattelfeste Abwehr dort auch noch kuriose Missgeschicke. Vor dem 3: 1 für Bilbao spielte United-Verteidiger Patrice Evra im eigenen Strafraum den Ball - allerdings ohne Schuh am Fuß. Schiedsrichter Florian Meyer entschied auf Freistoß, den Iker Muniain anschließend versenkte.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass Bilbao das besserere Team war“, sagte Ferguson nach der erneuten Heimniederlage: „Es wird ein schwieriger Kampf für uns, und die Frage ist, ob wir das Spiel in Bilbao gewinnen können. Ich denke, wir können es gewinnen.“ Den Funken Hoffnung in der Stimme der Trainer-Legende hatte wohl der englische Nationalstürmer Wayne Rooney mit seinem Treffer zum 2:3 in der Nachspielzeit entfacht.

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Trainer Roberto Mancini vom Stadtrivalen Manchester City darf sich dagegen bei seinem Torwart bedanken. Joe Hart bewahrte sein Team vor einer deutlich schlechteren Ausgangsposition für das Rückspiel. Dennoch wurde bei der Niederlage mal wieder die klaffende Lücke zwischen den investierten Millionen und dem spärlichen Ertrag sichtbar. „Wir haben noch 90 Minuten, wir haben noch alle Chancen weiterzukommen. Fußball ist komisch,“ sagte Mancini. Komisch ist auch weiterhin das Verhalten seiner hochbezahlten Profis abseits des Platzes, denn zumindest international sorgt City zurzeit nur außerhalb des Stadions für Aufregung.

Wenn es gerade mal keine Neuigkeiten in der unendlichen Wechsel-Affäre um Carlos Tevez zu vermelden gibt, dann ist auf Mario Balotelli Verlass. Der Italiener durfte seinem Portemonnaie vor dem Spiel in Lissabon umgerechnet 144.000 Euro entnehmen. Der Ausflug in ein Strip-Lokal in der vergangenen Woche wurde dann doch etwas teurer.

Diese Art der Ablenkung scheint sich zwar nicht auf die Premier League auszuwirken, hier führt Manchester City die Tabelle vor dem Stadtrivalen an. International droht dem englischen Fußball allerdings der frühzeitige Knockout, denn auch Chelsea machte beim 1:3 im Champions-League-Hinspiel in Neapel keinen besonders verheißungsvollen Eindruck.

Größere Konsequenzen hätte das Scheitern aller englischen Klubs erstmal nicht. In der Fünfjahreswertung liegt die Premier League weiterhin souverän auf Platz eins vor der spanischen Primera Division, dann folgt die deutsche Bundesliga. Dem Image als stärkster Liga der Welt würde das kollektive Aus der englischen Klubs aber wohl einen dicken Kratzer verpassen.

SID

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