Chelsea-Fans fordern Mourinho

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José Mourinho zieht eine Schnute

Frankfurt/London - Die Rufe nach Jose Mourinho werden an den Stamford Bridge immer lauter. FC-Chelsea-Coach Andre Villas-Boas steht vor dem Champions-League-Achtelfinale mächtig unter Druck.

Auch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim SSC Neapel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) wird der lange Schatten des exzentrischen Star-Trainers Chelsea-Coach Andre Villas-Boas wieder verfolgen. Seit dem Abgang des derzeitigen Coaches von Real Madrid 2007 scheitern die Nachfolger im Westen Londons reihenweise daran, den charismatischen Portugiesen vergessen zu machen. Nach dem enttäuschenden 1:1 im Achtelfinale des FA-Cups gegen Birmingham City skandierten die Fans der Blues wieder den Namen ihres Ex-Coaches.

Schlechter Verlierer: Die Skandale und Eskapaden des José Mourinho

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Unterstützung erhält Villas-Boas ausgerechnet von dem Coach, durch den ihn die Anhänger am liebsten ersetzen würden. „Ich liebe Chelsea, aber ich würde mir wünschen, dass die Fans ihren Trainer unterstützen. Ich bin dort Vergangenheit und alle sollten jetzt gemeinsam für den Erfolg kämpfen“, sagte Mourinho nach dem 4: 0-Erfolg der Madrilenen gegen Santander.

Doch der Druck auf Villas-Boas nimmt zu. Die Meisterschaft in England können die Londoner bereits abhaken. In der Premier League liegt Chelsea derzeit nur auf Rang fünf, ganze 17 Punkte hinter Spitzenreiter Manchester City. Der Tabellendritte Tottenham Hotspur ist schon zehn Zähler entfernt. Sollten die Engländer nun auch gegen Neapel patzen, dürfte Klub-Besitzer Roman Abramowitsch nach Trainern wie Luiz Felipe Scolari oder Carlo Ancelotti auch Villas-Boas vorzeitig den Laufpass geben.

„Diese Entscheidung liegt nicht bei mir. Uns fehlen derzeit die guten Resultate, um Selbstvertrauen zu bekommen. Es wird in Neapel sicher nicht leicht, aber wir haben in der Gruppenphase gezeigt, dass wir schwierige Situationen überstehen können“, sagte der portugiesische Coach. In der Gruppe E hatten sich die Londoner erst am letzten Spieltag vor Bayer Leverkusen als Gruppensieger für das Achtelfinale qualifiziert.

Chelsea-Stürmer Didier Drogba stellte sich vor seinen Trainer: „Er ist ein Großer, und es ist unfair, nur ihn dafür verantwortlich zu machen.“ Doch auch der Ivorer, der nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup für den zuletzt enttäuschenden Fernando Torres in die Startelf rücken könnte, sprach von der „schwierigsten Saison, seit ich 2004 hierher gekommen bin“, und fügte an: „Es wäre katastrophal, wenn wir es in der Premier League nicht unter die ersten Vier schaffen würden.“

Mit dem SSC Neapel zog man in der Champions League zudem ein unbequemes Los. Die Süditaliener machten in der Königsklasse mit englischen Vereinen in dieser Saison bisher gute Erfahrungen und warfen Manchester City in der Gruppenphase aus dem Wettbewerb. Trotzdem sieht Trainer Walter Mazzari weiterhin die Blues in der Favoritenrolle. „Im Moment sieht es vielleicht so aus, als wären sie schlechter als wir, aber das glaube ich nicht. Ich bin sicher, Chelsea wird sich bei uns ganz anders präsentieren“, sagte der 50-Jährige.

Vielleicht hofft Mazzari auch auf den zunehmenden Druck der Chelsea-Fans. Den lange Schatten von Mourinho kennt man auch in Italien. In Mailand skandierten die Inter-Fans nach der 0:3-Pleite gegen Bologna ebenfalls den Namen des Portugiesen.

sid

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