"Beste Achterbahnen zum Schluss"

Champions League ist für BVB ein Erlebnispark

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Neven Subotic schüttelt sein Haar

Malaga - Alltag in der Bundesliga, Nervenkitzel in der Champions League - für die Profis des fast entthronten Meisters aus Dortmund liegt das Hauptaugenmerk auf der europäischen Königsklasse.

Alltag in der Bundesliga, Nervenkitzel in der Champions League - für die Profis des fast entthronten Meisters aus Dortmund liegt das Hauptaugenmerk auf der europäischen Königsklasse. „Es ist, als ob wir in einen Erlebnispark gehen“, bekannte Neven Subotic vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch beim FC Malaga (20.45 Uhr/ZDF und Sky), „wir wollen so lange bleiben wie möglich. Die besten Achterbahnen kommen zum Schluss.“ Die Chance auf den ersten Einzug des BVB in die Runde der letzten vier Teams seit 15 Jahren erhöht den Reiz. „Wir wissen, dass wir etwas ganz Großes schaffen können“, sagte Subotic dem „Kicker“.

Die Aussicht auf Sonnenschein und Temperaturen von 20 Grad erhöhte die Vorfreude auf das Duell mit dem Champions-League-Debütanten aus Südspanien. Ein starker Auftritt beim Tabellenfünften der Primera Division soll den im Wettbewerb noch ungeschlagenen Revierclub dem großen Traum vom Finale in Wembley ein Stück näher bringen - und weitere Frühlingsgefühle wecken. Beim Abflug an die Costa del Sol schenkte niemand aus dem Team dem öffentlichen Gerede von einem Glückslos Beachtung. „Diese Partie hat für uns den gleichen Stellenwert, als würden wir gegen Real oder Barça spielen“, kommentierte Keeper Roman Weidenfeller.

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

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Die Gefahr, dass die Borussia den Gegner unterschätzt, scheint gering. „Ich werde verrückt, wenn jetzt irgendjemand in völlig unangebrachte Euphorie verfällt“, hatte Hans-Joachim Watzke bereits nach der Auslosung getönt. „Wir sind weit davon entfernt zu träumen und nehmen den Gegner Malaga sehr ernst. Aber wir freuen uns auf zwei weitere Festtage in der Champions League“, meinte BVB-Boss Reinhard Rauball. Und Manager Michael Zorc: „Wir sind seit 15 Jahren nicht so weit gekommen - das unterstreicht, wie wichtig diese Partien gegen Malaga für uns sind. Es wäre der größte Fehler, den wir machen können, Malaga zu unterschätzen.“

Watzke erhielt zuletzt verbale Unterstützung von Mesut Özil. Nach Meinung des deutschen Nationalspielers in Diensten von Real Madrid ist im nur knapp 29 000 Zuschauer fassenden Stadion „La Rosaleda“ volle Konzentration geboten. Özil: „Vorsicht. Man darf Malaga nicht unterschätzen. Wir haben dort 2:3 verloren, Dortmund sollte also gewarnt sein.“ Dieser Einschätzung schloss sich Özils einstiger Teamgefährte und in der Winterpause zum BVB zurückgekehrte Nuri Sahin an: „Malaga kann befreit aufspielen. Keiner hat mit ihnen im Viertelfinale gerechnet.“

Neben Malaga gilt auch die Borussia als Überraschungsteam. Nach zuletzt famosen Auftritten in der Königsklasse wird sie mittlerweile als Mitfavorit gehandelt. Die große Begeisterung für den Wettbewerb beschleunigte bei all jenen Profis die Genesung, die beim hart erkämpften 2:1 am Samstag in Stuttgart Blessuren erlitten hatten. So will Außenverteidiger Marcel Schmelzer trotz gebrochener Nase mit einer in aller Eile produzierten Spezialmaske auflaufen. Zudem untermauerten Sven Bender und Kevin Großkreutz ihren Ruf als Haudegen und signalisierten ungeachtet schmerzhafter Fußverletzungen Einsatzbereitschaft.

Wie die Dortmunder feierten auch die Spanier um die ehemaligen Bayern-Profis Martin Demichelis und Roque Santa Cruz mit dem 3:1 bei Rayo Vallecano eine gelungene Generalprobe. Vor allem die Abwehrstärke des Gegners, bei dem Clubeigentümer Abdullah Al Thani die Geldzufuhr erheblich drosselte, könnte der Borussia zu schaffen machen. Das Team von Trainer Manuel Pellegrini blieb in den vergangenen neun Europacup-Heimspielen immerhin neunmal ohne Gegentor. Abwehrspieler Demichelis brachte die Ausgangslage auf den Punkt: „Mit Bayern war die Champions League Pflicht. Mit Malaga ist sie ein Traum. Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren.“

dpa

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