Die Champions League kann kommen

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Die Bayern sind bereit für die Königsklasse

Düsseldorf - Die drei Champions-League-Clubs aus München, Dortmund und Schalke können nach gelungenen Generalproben selbstbewusst auf die internationale Bühne treten.

Sie gehen ihren Weg! Bayern München blieb mit einem 3:1 gegen Mainz 05 am 3. Bundesliga-Spieltag verlustpunktfrei an der Spitze und Titelverteidiger Borussia Dortmund zeigte beim 3:0 gegen Bayer Leverkusen schon meisterliche Frühform. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel war begeistert und konnte ihre Sympathie für die BVB-Spielkunst nur schwer verbergen. „Sie ist eine Freundin des schönen Fußballs“, meinte Dortmunds Chefcoach Jürgen Klopp. Auch der dritte Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 siegte vor dem Auftakt des europäischen Premium-Wettbewerbs problemlos 2:0 in Fürth.

„Wenn man zwei Jahre nichts gewinnt, brennt das Feuer“, sagte Bayern-Profi Thomas Müller zum starken Saisonstart mit 12:2-Toren und maximaler Punktausbeute. Gegen Mainz fiel es nicht mal ins Gewicht, dass sich das Starduo Franck Ribéry und Arjen Robben verletzt aus den Luxus-Kader abmelden musste.

Dafür demonstrierte der 40-Millionen-Mann Javier Martínez nach seiner Einwechslung, was er wert sein kann: Mit einem perfekten Heber auf Toni Kroos bereitete der Spanier das 3:1 vor. Nicht nur deshalb war Bayern-Trainer Jupp Heynckes begeistert: „Er hat wunderbare Doppelpässe gespielt. Da hat man schon gesehen, dass er kicken kann.“ Gegen den FC Valencia am Mittwoch dürfte er wohl dennoch nur Edeljoker sein und Luiz Gustavo in der Startelf stehen.

Rechtzeitig vor dem Champions-League-Spiel gegen Ajax Amsterdam zeigten die Dortmunder gegen eine biedere Bayer-Elf wieder jene Magie, mit der sie bei ihrem „Double“ die Fans verzauberten. Das ist Fußball, den wir spielen müssen“, meinte Klopp. „Die Messlatte ist gelegt.“ Dagegen verpatzte der Werksclub die Generalprobe für das Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen Metallist Charkow. „Immer nur elegant geht nicht“, schimpfte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

Hauptsache gewonnen - so lautete das Motto vom FC Schalke 04 nach dem 2:0 bei Neuling Greuther Fürth, mit dem das Selbstvertrauen für den heißen Tanz bei Olympiakos Piräus gestärkt wurde. „Das hätten wir uns leichter machen können“, kritisierte 04-Manager Horst Heldt jedoch die Torausbeute. Fünf oder sechs Treffer hätten die Gäste vor den Augen des früheren US-Außenministers Henry Kissinger erzielen müssen. Das Startelf-Debüt von Barcelona-Leihgabe Ibrahim Afellay bei den „Königsblauen“ war zumindest vielversprechend.

Am Aktionsspieltag zum Thema Integration und Toleranz setzten auch Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg ihren erfolgreichen Weg fort. Die Niedersachsen gewannen das Nordderby gegen Werder Bremen mit 3:2 durch einen fantastischen Last-Minute-Treffer des Ungarn Szabolcs Huszti. Dem folgte einer der kuriosesten Platzverweise der Bundesliga-Geschichte: Der Torschütze bekam Gelb-Rot, weil er erst vor Freude das Trikot auszog und danach noch auf den Zaun kletterte. „Das war ein bisschen doof von mir“, gab Huszti zu.

Genial war, was der Japaner Hiroshi Kiyotake beim 3:2 des 1. FC Nürnberg bei Borussia Mönchengladbach an technischer Rafinesse zeigte. Erst bereitete der 22-jährige Mittelfeldspieler das 1:0 und 2:0 vor, dann tanzte er durch die Borussia-Abwehr und schoss auch das Siegtor. „Wir konnten nicht erwarten, dass er gleich so einschlägt“, staunte selbst „Club“-Trainer Dieter Hecking über „Kiyo“, der schon mit dem Ex-Dortmunder Shinji Kagawa verglichen wird.

Als Warnschuss sieht Gladbachs Trainer Lucien Favre die Heimpleite vor der Europa-League-Partie bei AEL Limassol an: „Wenn man 2:3 zu Hause verliert, wird es eine schwierige Situation.“ Hoffnung weckte der erste Liga-Treffer vom Zwölf-Millionen-Euro-Mann Luuk de Jong, über den er sich aber nicht so recht freute: „Ich hätte lieber gewonnen.“

Gewinnen ist für den VfB Stuttgart in dieser Saison noch ein Fremdwort. Ein Punkt, ein Tor heißt die Bilanz nach dem 0:0 gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. „Nach drei Spielen ist nichts entschieden, nicht die Meisterschaft und nicht der Abstieg“, meinte VfB-Torwart und Mutmacher Sven Ulreich. Für die Gäste war das Remis wie ein Sieg. Schließlich holte die Fortuna mit bisher nur zwei Treffern fünf Punkte und kassierte als einziger Club kein Gegentor.

dpa

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