Champions-League-Auslosung

Bayern gegen Barca, Dortmund gegen Real

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Der FC Bayern und Borussia Dortmund stehen im Halbfinale

Nyon - Das deutsche Halbfinal-Duell in der Champions League fällt flach. Dafür gibt es für Bayern München und Borussia Dortmund echte Kracher gegen spanische Topclubs.

Das Wunschlos macht (fast) wunschlos glücklich: Auf dem Weg nach Wembley stehen Bayern München und Borussia Dortmund vier magische spanische Nächte bevor - und der Traum vom deutschen Endspiel lebt.

Allerdings müssen sowohl die Bayern gegen den FC Barcelona als auch der BVB gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League mit der Hypothek leben, das Rückspiel auswärts auszutragen. Doch die Erleichterung über das vermiedene deutsche K.o.-Duell - gewünscht hatte es sich demonstrativ nur Bayern-Präsident Uli Hoeneß - war groß.

„Bayern gegen Barcelona, das ist das Giganten-Treffen in der Königsklasse des europäischen Wettbewerbs. Ich freue mich auf zwei magische Fußball-Nächte“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes ungewohnt euphorisch. Laut Sportvorstand Matthias Sammer sagte Heynckes intern sogar, der vermeintliche Topfavorit Barca komme „gerade richtig“.

Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp rieb sich die Hände. „Jetzt wird Fußball gespielt!“, sagte er: „Dass Real Madrid ein schwerer Gegner ist, muss ich nicht betonen - er ist von den drei möglichen Kontrahenten aber der einzige, den wir in dieser Saison schon einmal geschlagen haben.“ Bundestrainer Joachim Löw vertraut seinen Kollegen jedenfalls voll und ganz: „Sie kennen ihre Kontrahenten genau.“

Auch bei den Spielern war die Aufregung groß. Bayern-Torhüter Manuel Neuer sprach von einem „absoluten Knaller“, sein Mitspieler Thomas Müller von einem „Kracher“. Madrids deutscher Nationalspieler Mesut Özil twitterte: „Es ist Dortmund. Freue mich auf diese Spiele. Wir wollen nach London. Hala Madrid.“ Bastian Schweinsteiger fasste für den FC Bayern zusammen: „Pack ma“s!„

Neben der sportlichen Brisanz werden die beiden Duelle viele reizvolle Randgeschichten bieten. Bayern trifft auf den Ex-Klub seines künftigen Trainers Pep Guardiola und darf zudem auf Wiedergutmachung für die größte europäische Schmach der letzten Jahre hoffen. Dortmund hat dem Real-Ensemble um Cristiano Ronaldo und die Nationalspieler Özil und Sami Khedira schon in der Vorrunde erfolgreich die Stirn geboten.

"Ich bin sehr glücklich über das Los. Im Gegensatz zu Uli Hoeneß bin ich kein Freund einer deutschen Paarung gewesen“, sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Ähnlich sah man das in Dortmund. „Wir sind mit dem Los zufrieden, denn wir wollten einen internationalen Gegner haben“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und ergänzte spöttisch: „Aber es tut mir leid, dass Hoeneß' Wunsch nicht hingehauen hat.„

Das Heimspiel zuerst austragen zu müssen, ist zumindest offiziell für niemanden ein Nachteil. `Ich sehe darin eher einen Vorteil. Gegen Juventus Turin (im Viertelfinale, d. Red.) war es auch gut, dass wir zunächst vorlegen und darauf aufbauen konnten“, sagte Rummenigge. „Das Heimrecht ist nicht entscheidend“, meinte auch Watzke: „Wenn wir das Hinspiel halbwegs ordentlich beenden, werden wir im Rückspiel Räume haben, von daher sehe ich das gar nicht so problematisch.“

Ein Nachteil sei es, orakelte Franz Beckenbauer, „nur dann, wenn es eine Verlängerung oder ein Elfmeterschießen gibt“. Insgesamt sah der Fußball-Kaiser bei Sky „eine im Interesse aller Fußball-Fans ideale Auslosung. Aber die Lorbeeren hängen ganz, ganz hoch.“

Vor allem der BVB ist formal Außenseiter, fühlt sich in der Rolle aber wohl. „Wir können jetzt sowieso nur noch viel gewinnen und nichts mehr verlieren. Von daher ist das eine komfortabele Situation“, sagte Watzke. „Wir haben sie in dieser Saison schon mal geschlagen. Da haben wir uns viel Respekt erspielt“, ergänzte Sportdirektor Michael Zorc.

Respekt haben die Bayern vor Barca auch wegen des „absoluten Waterloos“ (Rummenigge) im Viertelfinale 2009. Beim 0:4 im Camp Nou habe vor allem Messi „uns im Alleingang eingedreht. Er ist der mit Abstand der beste Spieler der Welt. Das wird eine Herkulesaufgabe.“

Bei den deutsch-spanischen Duellen im Halbfinale der Champions League macht Bayern München den Anfang. Der deutsche Fußball-Rekordmeister empfängt am 23. April daheim den FC Barcelona, das Rückspiel findet am 1. Mai statt. Borussia Dortmund trifft am 24. April vor heimischem Publikum auf Real Madrid, bereits sechs Tage später kommt es im am 30. April im Estadio Santiago Bernabeu zum zweiten Aufeinandertreffen. Diese Terminierung legte die Europäische Fußball-Union UEFA kurz nach der Auslosung fest.

Die Mainzer übertragen am 24. April das Hinspiel zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid, eine Woche später (1. Mai) steht das Rückspiel zwischen dem FC Barcelona und Bayern München auf dem Sendeplan. Alle vier Begegnungen der Vorschlussrunde sind beim Bezahlsender Sky zu sehen.

sid/dpa

Reaktionen

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): „Wir sind mit dem Los zufrieden, denn wir wollten einen internationalen Gegner haben. Es tut mir leid, dass Uli Hoeneß' Wunsch, gegen uns zu spielen, nicht hingehauen hat. Das Heimrecht ist nicht entscheidend, im Viertelfinale ist je zwei Mal die Mannschaft weiter gekommen, die im Hin- und im Rückspiel Heimrecht hatte. Wenn wir das Hinspiel halbwegs ordentlich beenden, werden wir im Rückspiel Räume haben, von daher sehe ich das gar nicht so problematisch. Wir können jetzt sowieso nur noch viel gewinnen und nichts mehr verlieren. Von daher ist das eine komfortabele Situation. Ich glaube nicht, das Real nach den Duellen nach den Spielen in der Vorrunde Angst hat. Sie werden Respekt haben, das haben wir auch."

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): „Das ist ein gutes Los. Wir hätten lieber zunächst auswärts gespielt - aber gegen Malaga haben wir gesehen, dass dies nicht immer ein Vorteil sein muss. Wir sind leichter Außenseiter, haben in dieser Saison aber schon zweimal gegen Real Madrid gespielt, uns dabei sehr gut geschlagen und uns insgesamt in dieser Champions-League-Saison sehr viel Respekt erarbeitet. Es werden zwei Highlight-Spiele.“

Sebastian Kehl (Kapitän Borussia Dortmund): „Ein schweres Los - aber das hätte auch auf die beiden anderen Clubs zugetroffen. Das Spiel gegen Malaga wirkt in allen von uns noch nach, und deshalb ist die Vorfreude auf die Spiele gegen Real Madrid noch größer als sie ohnehin schon gewesen wäre. Wir können sie packen.“

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvoritzender Bayern München): „Ich freue mich auf die Spiele. Das ist die Mannschaft, die in den letzten Jahren am erfolgreichsten war. Das wird extrem schwer und hoch spannend. Jetzt kann und muss unsere Mannschaft zeigen, ob sie sich mit Barcelona messen kann. Ich kann mich an die beiden letzten beiden Spiele erinnern, da haben wir in Barcelona unser Waterloo erlebt. Das ist eine Chance zu zeigen, dass Bayern München seit 2009 besser geworden ist und wir uns mit der besten Mannschaft messen können. Das wird ein interessanter Vergleich zwischen der Bundesliga und der Primera Division. Es gibt in keinem Spiel einen klaren Favoriten.“

Jan-Christian Dreesen (Finanzvorstand Bayern München): "Wir haben uns Barcelona erst im Finale gewünscht, aber ich denke, die Mannschaft ist so gut drauf, dass sie Barcelona Paroli bieten kann. Von der Konstellation her, dass wir Pep Guardiola im neuen Jahr als Trainer haben, bietet das Duell noch einmal Extra-Pfeffer.“

dpa

Der Live-Ticker zum Nachlesen

12:39 Uhr: Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und verweisen auf unsere weitere Berichterstattung.

12:37 Uhr: Eine Formalität gäbe es noch: Wer kriegt im Finale in London das formale Heimrecht? Es sind Borussia Dortmund oder Real Madrid. Im Falle eines Endspieleinzugs dürfte es den Bayern aber ziemlich egal sein, dass sie formal das Auswärtsteam sind.

12:34 Uhr: "Ein gutes Los", sagt Lars Ricken über die BVB-Paarung, man hätte lieber erst auswärts gespielt, schränkt er allerdings ein. Zudem erinnert der Ex-Profi an das Aus der Dortmunder gegen Real 1998. "Keine Angst vor Real Madrid", fügt er an.

12:33 Uhr: Was halten Sie von den Paarungen? Teilen Sie es uns über die Kommentarfunktion unten mit.

12:31 Uhr: Borussia Dortmund spielt gegen Real Madrid.

12:31 Uhr: Lars Ricken ist für den BVB auf der Bühne.

12:31 Uhr: Dortmund spielt auch zuerst daheim.

12:30 Uhr: Oha, das wird nicht einfach. Aber welche Aufgabe wäre das schon.

12:30 Uhr: Der FC Bayern spielt gegen den FC Barcelona.

12:29 Uhr: Bixente Lizarazu kommt als Repräsentant der Bayern auf die Bühne.

12:29 Uhr: Van Nistelrooy zieht den FC Bayern - erst ein Heimspiel für die Münchner.

12:29 Uhr: Van Nistelrooy fasst in die Schüssel!

12:28 Uhr: 23./24. April und 30. April/1. Mai finden die Halbfinals statt, erklärt UEFA-Generalsekretär Infantino.

12:26 Uhr: Jetzt wird's ernst!

12:24 Uhr: Ein kleiner Film zeigt nun die vier Vereine, die noch vertreten sind.

12:23 Uhr: Jetzt wird das Final-Stadion von Wembley vorgestellt. Dort wollen die vier Halbfinalisten hin.

12:22 Uhr: Die Champions-League-Hymne erklingt! Wir wechseln also jetzt den Wettbewerb in Sachen Auslosung.

12:21 Uhr: Formales Heimrecht wird demnach Fenerbahce oder Benfica haben.

12:20 Uhr: Jetzt wird noch ausgelost, wer beim Finale der Europa League formal Heimrecht hat.

12:18 Uhr: Übrigens kam zu jedem Los ein Vertreter des jeweiligen Klubs auf die Bühne. Dort wird in wenigen Minuten auch ein Mann des FC Bayern und von Borussia Dortmund stehen.

12:16 Uhr: Das wäre es mit der Auslosung der Vorschlussrunde der Europa League. Gleich geht's an die Königsklasse - und damit auch die Gegner von Bayern und Dortmund.

12:16 Uhr: Der FC Basel spielt gegen den FC Chelsea.

12:14 Uhr: Fenerbahce Istanbul spielt gegen Benfica Lissabon.

12:14 Uhr: Van Nistelrooy zieht Fenerbahce.

12:13 Uhr: Basel, Benfica, Chelsea und Fenerbahce sind im Topf für die Europa League.

12:11 Uhr: Jetzt wird die Arena in Amsterdam vorgestellt - dort findet das Finale der Europa League statt.

12:09 Uhr: Es wird zuerst das Halbfinale der Europa League ausgelost. Die Königsklasse muss also noch ein paar Minuten warten.

12:06 Uhr: Ruud van Nistelrooy kommt auf die Bühne. Er wird Losfee spielen.

12:04 Uhr: Infantinos Begrüßungsrede dauert an.

12:00 Uhr: Gianni Infantino, UEFA-Generalsekretär, richtet Worte der Begrüßung an die Gäste und Zuschauer.

12:00 Uhr: Die Zeremonie beginnt - aber es gibt wohl erst noch ein wenig Vorgeplänkel.

Ticker: lin

 

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