Casillas fürchtet DFB-Elf - Buffon selbstbewusst

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Iker Casillas

Hamburg - Wenige Tage vor dem Start der Fußball-EM in Polen und der Ukraine sind sich Spaniens Iker Casillas und Italiens Gianluigi Buffon nicht so ganz einig über die Leistungsstärke der deutschen Nationalmannschaft.

Casillas attestierte dem Team von Bundestrainer Joachim Löw im Vergleich zu den vergangenen beiden Großturnieren, bei denen die DFB-Elf jeweils an Spanien gescheitert war, eine Qualitätssteigerung. „Deutschland ist noch stärker geworden. Schon bei der letzten WM rückten viele junge Spieler in den Vordergrund, die weitere Fortschritte gemacht haben, und es sind noch einige andere junge Spieler dazugekommen“, sagte Real-Madrid-Ikone Casillas der Sport Bild.

Sein Keeper-Kollege Buffon, ebenso wie Casillas viermal zum Welttorhüter gekürt, sieht die Squadra Azzurra auf Augenhöhe mit der deutschen Mannschaft. „Im Moment wird speziell auf Holland, Spanien und Deutschland ein Auge geworfen. Ich glaube aber nicht, dass Deutschland stärker als Italien ist. In nächster Zeit werden wir mit Italien zeigen, dass auch wir Favoriten sind“, erklärte der 34-jährige Buffon von Juventus Turin in der Sport Bild.

Casillas fürchtet auf dem angestrebten Weg zur Titelverteidigung bei der EM zwei Gegner besonders: Übermut und Lobhudelei. „Jetzt gehen alle von der Titelverteidigung aus. Wir Spieler müssen aufpassen, dass wir mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und jedes Spiel als eine Schlacht verstehen“, sagte der 31-Jährige. Zu viel Selbstvertrauen könne schließlich auch „gefährlich“ sein und die Spanier ausbremsen. „Ich sage immer: 'Lob schwächt!' Wir müssen vorsichtig sein“, erklärte Casillas, „jeder will uns schlagen. Daher müssen wir in das Turnier gehen, als wäre es unsere allererste Endrunde überhaupt.“ Man müsse den WM- und EM-Titel „vergessen“ und wieder „bei null“ anfangen.

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Lobende Worte hat der Weltklasse-Schlussmann auch für seinen Vereinskollegen Mesut Özil parat. „Dieser Junge ist ganz einfach phänomenal. Ich bin sicher, dass er einer der besten Spieler wird, die jemals für Real gespielt haben. Man wird noch sehr lange von ihm reden“, sagte Casillas über den deutschen Nationalspieler.

Buffon indes verriet, dass er seine Depressionen auch mit Hilfe des französischen Malers Marc Chagall überwunden hat. „Ich konnte stundenlang auf seine Bilder schauen. Wenn man anfängt, dem Leben einen neuen Wert zu geben, kommt wieder Lust auf zu leben“, berichtete er. Buffon musste ausgerechnet in der Zeit sportlicher Erfolge - 2003 und 2004 wurde er zum Welttorhüter gekürt - gegen die Depressionen ankämpfen.

Der Weltmeister von 2006 profitierte in der schwierigen Phase von der Unterstützung seiner „großen“ Familie, nahm in „zwei, drei Sitzungen“ die Hilfe eines Psychologen in Anspruch - und fand Erfüllung abseits des Spielfelds. Buffon: „Ich habe begonnen, mich mit mir selbst zu befassen und mir neue Interessen zu suchen. Ich begann zu reisen und mich für Kunst zu interessieren.“

sid

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