BVB: "Wunden lecken" bis zum Derby

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BVB-Trainer Jürgen Klopp

London - Nach der Niederlage gegen Arsenal London droht dem BVB das Aus in der Champions League. Vor dem Revier-Derby gegen Schalke beschäftigen den BVB noch ganz andere Probleme.

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„Nach dem Sieg gegen die Bayern waren wir alle obenauf, jetzt sind wir zu Tode betrübt“, sagte Kapitän Sebastian Kehl kurz nach der Rückkehr von Borussia Dortmund aus London, wo der deutsche Meister praktisch seine letzte Chance auf das Erreichen des Achtelfinales in der Champions League verspielt hatte.

Deshalb stellte auch Torwart Roman Weidenfeller mit zerknirschter Miene nach der Landung mit Flug AB 1010 am Donnerstagmittag fest: „Die Stimmung ist natürlich nicht gut.“

Nur ein kleines Fußball-Wunder kann Dortmund noch vor dem Aus in der Königsklasse und eventuell sogar im Europapokal retten. „Jetzt heißt es zunächst: Wunden lecken und ein vernünftiges Derby hinbekommen“, sagte Sportdirektor Michael Zorc nach dem 1:2 (0:0) beim FC Arsenal fast trotzig.

Bender und Götze mussten verletzt raus

Während die 7000 BVB-Fans mit Blick auf das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen Schalke 04 nach dem Abpfiff „Wir woll'n den Derbysieg!“ skandierten, versuchte Trainer Jürgen Klopp die Nachricht vom beidseitigen Kieferbruch von Nationalspieler Bender zu verarbeiten.

„Das Spiel interessiert mich im Moment nicht. Ich muss an Sven Bender denken. Es gibt noch anderes als Ergebnisse im Fußball. Die Jungs hauen sich so rein, sie haben anderes verdient als das“, sagte der 43-Jährige. Damit fällt bereits der zweite Dortmunder Defensivstratege nach Neven Subotic (Mittelgesichtsbruch) ebenfalls wegen einer Kopfverletzung aus.

Bender, der bis in den Januar fehlen wird, wurde noch in der Nacht zum Donnerstag in einem Londoner Krankenhaus drei Stunden lang operiert und trat die Heimreise nicht zusammen mit der Mannschaft an. Der 22-Jährige musste bereits in der 25. Minute ausgewechselt werden, nachdem ihm Arsenals Thomas Vermaelen mit dem Schuh unabsichtlich im Gesicht getroffen hatte. Vier Minuten später musste zu allem Überfluss auch noch Mario Götze mit einem Bluterguss am Oberschenkel vom Platz. Sein Einsatz im Derby ist gefährdet. „Man sollte es nicht als Ausrede werten, aber wenn zwei wichtige Spieler so früh fehlen, schadet das unserem Spiel“, sagte Klopp.

"Noch drei Prozent Hoffnung"

Am Ende stand die dritte Niederlage, nach der die Borussia mit vier Punkten als Letzter der Gruppe F das abschließende Spiel am 6. Dezember mit mindestens vier Toren Differenz gegen Olympique Marseille gewinnen muss, um noch eine Chance aufs Überwintern in der Königsklasse zu haben. Allerdings muss gleichzeitig das bereits für die K.o.-Runde qualifizierte Arsenal bei Olympiakos Piräus gewinnen. Achtelfinale, Europa League und Europapokal-Aus - alles ist noch möglich. Nationalspieler Mats Hummels bleibt Realist: „Die Chance ist größer, dass wir nichts mitnehmen.“

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke suchte derweil nach aufmunternden Worten: „Wir haben in dieser Saison schon dreimal zu Hause mit vier Toren Unterschied gewonnen. Die Niederlage ist ärgerlich, aber wir müssen sie verkraften und die drei Prozent Hoffnung, die wir noch haben, wahren. Und wenn es nur für die Europa League reichen sollte: Wir müssen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.“

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Das ist Klopp alles noch zu weit weg, denn „bis dahin haben wir noch zwei schwere Bundesligaspiele“. Das erste gegen Schalke, das mit der gleichen Intensität geführt werden muss wie jenes beim 1:0 bei Bayern München. In London konnte der BVB die extreme Konzentration nicht auf höchstem Niveau halten. Kleinste Abwehrpannen nutzte Arsenals überragender „Kanonier“ Robin van Persie zu seinem Doppelpack (49. und 86.), bevor Shinji Kagawa (90. +2) für den BVB traf.

„Bei uns haben in der Offensive in der letzten Zone Konsequenz und Genauigkeit gefehlt“, analysierte Klopp, „das sind die Kleinigkeiten, die solch ein Ding entscheiden.“ Seine Jungs hätten „alles rausgehauen“, selbst nach dem 0:2. „Diese Mannschaft ist immer bereit, jede Chance zu nutzen“, sagte der BVB-Coach und ließ sich doch noch ein Statement zu den Europacup-Chancen der Schwarz-Gelben entlocken.

„Ich habe gute Gründe zu glauben, dass Arsenal auch in Piräus gewinnen will. Ich kenne Arsene Wenger als fairsten Trainer der Welt. Es kann im Fußball alles passieren“, meinte Klopp, um den Fokus im nächsten Moment wieder auf die kommenden Bundesliga-Spitzenspiele gegen Schalke und in Mönchengladbach zu richten.

sid

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