BVB-Stürmer Barrios droht mit Abgang

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Lucas Barrios kommt derzeit an Robert Lewandowski nicht vorbei.

Dortmund - Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Kaiserslautern hat der BVB nur noch theoretische Chancen auf den inoffiziellen Titel. Für zusätzliche Aufregung sorgt Torjäger Barrios, der über seine Reservistenrolle klagt.

Von einem rauschenden Fest konnte nicht die Rede sein. Das 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern drückte beim Weihnachtsessen der Dortmunder Profis nur wenige Stunden nach dem letzten Heimspiel des Meisterjahres auf die Stimmung. Bereits um Mitternacht leerten sich beim Edel-Italiener die Tische.

Und auch am nächsten Morgen überwog der Frust über den verschenkten Sieg. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte der Vorstoß von Lucas Barrios, der aus Frust über sein Reservistendasein laut über einen Vereinswechsel nachdachte. „Es ist nicht meine Absicht, weitere sechs Monate auf der Ersatzbank zu hocken. Ich bin 27 und habe für meine Zukunft noch andere Ziele“, klagte er in der „Bild“.

Die Geduld des Torjägers scheint aufgebraucht. All seine Hoffnungen, nach langer Zwangspause und ausgestandener Muskelverletzung wieder in die Stammelf zurückzukehren, erwiesen sich bisher als Wunschdenken. Seinen Platz im Sturmzentrum nimmt der am Wochenende in Polen zum „Fußballer des Jahres“ gewählte Robert Lewandowski ein. Deshalb kam Barrios in dieser Saison erst auf knapp 180 Einsatzminuten.

Jürgen Klopp fällt es immer schwerer, den auf einen Marktwert von 18 Millionen Euro taxierten Profi bei Laune zu halten. Ähnlich wie der Trainer bringt auch Sportdirektor Michael Zorc Verständnis für die Verärgerung des Edelreservisten auf, der gegen Kaiserslautern wegen einer Grippe fehlte: „Lucas ist unzufrieden, aber wir brauchen ambitionierte Profis.“

Mit ungewohnt deutlichen Worten hatte Barrios bereits vor der Bundesliga-Partie gegen die Pfälzer in einem Interview mit dem argentinischen Internetdienst „TyC Sports“ auf seine Degradierung reagiert. „Ich will wieder Fußball spielen und gebraucht werden. Geht das nicht beim BVB, muss ich zeitnah eine andere Richtung einschlagen“, wurde der paraguayische Nationalspieler zitiert.

Die Aufregung kommt nach den wochenlangen Transfergerüchten um Jungstar Mario Götze zur Unzeit. Schließlich hat der Meister im Moment schon genug mit Personalproblemen und Substanzverlust zu kämpfen. Nicht zuletzt deshalb versuchte Zorc die Wogen zu glätten. Einen Vereinswechsel von Barrios schon in der Winterpause hält der Sportdirektor für abwegig: „Der Spieler ist noch nicht auf uns zugekommen.“

Ein versöhnlicher Jahresabschluss soll für weihnachtlichen Frieden sorgen. Mit Erfolgen beim SC Freiburg und im DFB-Pokal beim Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf könnte der BVB die Hinserie, die mit dem zwischenzeitlichen Sturz auf Tabellenrang 11 wenig verheißungsvoll begonnen hatte, halbwegs erfolgreich zu Ende bringen. Die Kritik nach dem frühen Aus in der Champions League und dem Rückschlag im Kampf um die Herbstmeisterschaft hält Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für überzogen: „Das 1:1 wirft und nicht um. Wir werden unseren Weg weitergehen.“

dpa

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