BVB gegen Schalke 04

Champions League? "Wollen den Derbysieg!"

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Der FC Schalke 04 dürstet nach einem Sieg im Revierderby

Gelsenkirchen - Dortmund und Schalke fiebern dem Revierderby entgegen. Der BVB ist nicht nur wegen seiner Champions-League-Gala Favorit, die Königsblauen sehen sich aber wieder auf Augenhöhe.

Klaas-Jan Huntelaar saß daheim auf dem Sofa und war von der Dortmunder Champions-League-Gala beeindruckt. „Sie haben ein gutes Spiel gemacht und sind verdient in die nächste Runde eingezogen“, sagte der Torjäger von Schalke 04. Dass beim BVB das 3:0 gegen Schachtjor Donezk schnell abgehakt war, merkte auch der Niederländer vor dem Fernseher. „Wir wollen den Derbysieg“, schallte es schon kurz nach dem Schlusspfiff durch die Dortmunder Arena.

Das 142. Revierderby am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) verdrängte schnell die erneute Glanzvorstellung der Schwarz-Gelben in der Königsklasse aus dem Fan-Bewusstsein. So schnell, dass sich BVB-Verteidiger Neven Subotic wunderte: „Das fand ich ein bisschen komisch. Wir kommen erstmals seit 15 Jahren ins Viertelfinale, und die denken ans Derby.“

Warum der Blick des Dortmunder Anhangs sich sofort auf Schalke richtete, ist klar: Auch nach fast fünf Monaten schmerzt die 1: 2-Pleite aus dem Hinspiel immer noch - trotz aller Champions-League-Erfolge. „Alle wissen, worum es geht“, sagte Kevin Großkreutz, der wie kein zweiter BVB-Profi die Fanseele kennt.

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Noch vor ein paar Wochen wäre die Mutter aller Derbys eine sehr einseitige Angelegenheit gewesen. Schalke steckte tief in der Krise, Dortmund spielte wieder in alter Meisterform. Doch nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage sieht Jungstar Julian Draxler seine Königsblauen wieder „auf Augenhöhe“ mit dem Erzrivalen.

Für den 19-Jährigen, der am Samstag als jüngster Spieler der Bundesliga-Historie sein 100. Pflichtspiel bestreitet, wäre es der erste Derbysieg. Im Hinspiel fehlte er wegen eines Armbruches. „Ich habe noch nie gegen Dortmund gewonnen“, sagte Draxler, der zuletzt beim 4:1 in Wolfsburg als Mittelfeldregisseur geglänzt hatte.

Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp sieht den Erzrivalen „wieder in der Spur“. Schalke habe „wieder Fahrt aufgenommen und eine schwierige Phase überstanden“, sagte er am Donnerstag: „Es gab ein paar Probleme, die haben sie geregelt.“

Der Sieg in Wolfsburg hat den Gelsenkirchenern nicht nur neuen Mut gegeben, sondern auch wieder die Aussicht auf eine erneute Qualifikation für die Champions League. „Wir liegen nur zwei Punkte hinter Frankfurt“, betonte Huntelaar mit Blick auf Platz vier, „und haben alles selbst in der Hand.“ Deshalb will der Niederländer „im Derby nachlegen“. Auf Schalke hat der bevorstehende Ruhrpott-Klassiker zu einem regelrechten Fanauflauf beim Training geführt. „Alle reden nur über dieses eine Spiel“, hat Huntelaar festgestellt.

Jermaine Jones fehlt gesperrt

Das ist 30 Kilometer weiter östlich nicht anders. „Wir wissen, dass dieser Sieg für die Fans der wichtigste des Jahres ist“, sagte Subotic: „Und es ist für uns die letzte Chance in dieser Saison, ihn zu schaffen.“ Dass es möglicherweise in der Champions League zum dritten Duell der Spielzeit kommen könnte, hat der BVB-Abwehrspieler nicht im Hinterkopf: „Das wollen wir doch nicht hoffen.“

Trotz der jüngsten Trendwende der Schalker ist der entthronte Doublegewinner aus Dortmund Favorit. In der Bundesliga trennen beide Klubs zehn Punkte, der BVB hat drei der letzten fünf Ligaduelle gewonnen. Und während die Königsblauen vor allem in der Defensive noch fragil wirken, sind die Borussen deutlich gefestigter als im Hinspiel. Damals ging das Experiment von Trainer Jürgen Klopp mit einer Dreierkette in der Abwehr schief. Jetzt verstärkt der genesene Mats Hummels eine gegen Donezk ohnehin schon überzeugende Hintermannschaft.

Schalke-Trainer Jens Keller muss dagegen umstellen, weil sein „aggressiver Leader“ Jermaine Jones gelbgesperrt fehlt. Zudem musste der deutlich verbesserte Innenverteidiger Joel Matip wegen Grippe eine Trainingspause einlegen. Möglicherweise kommt so Christoph Metzelder zu seinem 13. Revierderby, einem ganz besonderen.

„Es geht in die letzte Runde meiner Karriere“, sagte der Ex-Dortmunder, „ich werde das Derby danach mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr spielen.“ Seine persönliche Bilanz ist übrigens negativ: Der 32-Jährige gewann nur zwei Derbys - beide im BVB-Trikot.

sid

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