Königlicher Trost wegen Götze-Wechsel

Juan Carlos: "Ihr habt ja noch diesen Lewinski"

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Hans-Joachim Watzke (r.) neben König Juan Carlos. In der Schlussphase blieb sein Platz leer

Madrid - In den letzten Minuten beim BVB-Spiel in Madrid war der Platz von Hans-Joachim Watzke plötzlich leer. Der BVB-Boss war auf die Toilette geflüchtet. Von Juan Carlos bekam er Trost wegen des Götze-Wechsels.

Selbst der Zuspruch des spanischen Königs konnte ihn nicht beruhigen. Beim nervenaufreibenden Schlussakt im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid hielt es Hans-Joachim Watzke nicht länger an der Seite seines Tribünennachbarn Juan Carlos. „Ich habe mich auf der Toilette eingeschlossen und mir die Ohren zu gehalten“, gestand der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Erst als es keine „Stadionerschütterungen mehr gab“ und der Finaleinzug des BVB trotz des 0:2 (0:0) besiegelt war, traute sich Watzke zurück in die Ehrenloge. „Wir können einfach nur dramatisch“, kommentierte er beim TV-Sender Sky die erfreulichste Niederlage der Clubgeschichte.

Trainer Jürgen Klopp flachste: „Ich kann in solchen Situationen nicht weg, das ist mein Vorteil. Der Unterschied ist auch, dass ich in solchen Situationen nicht muss.“

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Juan Carlos und Watzke hatten sich offensichtlich bestens verstanden. "Der König hat immer meine Hand gehalten, das war das Schöne dabei", berichtete der BVB-Boss bei Sky. "Er hat mich immer beruhigt, denn die ersten 20 Minuten waren wir ja massiv unter Druck. Florentino Perez hat mich vorgestellt. Er ist ein netter Kerl (der König, Anm. d. Red), wirklich, und er hat gesagt, wir hätten großartige Spieler."

Der Besuch im Stadion war der erste öffentliche Auftritt von Juan Carlos außerhalb des Zarzuela-Palasts seit einer Bandscheiben-Operation am 3. März. Mit großem Interesse erkundigte er sich nach dem im Sommer anstehenden Transfer von Mario Götze zu den Bayern. Schmunzelnd gab Watzke am Tag danach den Dialog wieder: „Er hat mich gefragt, warum wir Götze verkaufen. Ich habe es ihm erklärt. Nicht so schlimm, hat er dann geantwortet, ihr habt ja noch den Lewinski.“

dpa/sid/lin

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